Vor ein paar Wochen habe ich mich mit einem Freund unterhalten. Ich hatte ihn gebeten mir zu sagen, wie er mich im geschäftlichen Umfeld wahrnimmt.
Unnachgiebig hatte er mich genannt. Bestimmt und hart. Das waren nicht die Antworten, mit denen ich gerechnet hatte. Ich war eingestellt auf “kreativ, organisiert und voller Energie”. Unnachgiebig. Das hat mich zum nachdenken gebracht. Ich musste der Aussage ein bisschen Zeit geben sich setzen zu lassen. Ich war mir gar nicht so sicher, ob die Unnachgiebigkeit nun etwas postives oder negatives ist.

Ganz grundsätzlich hat Unnachgieblgkeit für mich auch eine Spur von Herzlosigkeit. Das ist nun nicht besonders nett. Aber bin ich das wirklich? Bin ich herzlos?
Ja, ich habe meist eine sehr genaue Vorstellung davon, was ich will. Und auch davon, was ich nicht will. Ich verkaufe mich ungerne unter Wert. Ich bin keine Frau, die in hundert netten Nebensätzen erklärt, warum sie etwas nicht möchte. Ich bin eine Freundin offener und ehrlicher Worte. Ein Mann, der genauso agiert, wird als bestimmt wahrgenommen und hat mit seiner Verhandlungstechnik Erfolg. Eine Frau wird schnell als unnachgiebig und bossy wahrgenommen.

 

Der Grad zwischen “du bist unnachgiebig, hart und bossy” zu “sei nicht immer so emotional, werd mal ein bisschen professioneller” ist übrigens fließend. Bin ich eine Zicke, weil ich mich nicht auf ein Honorar herunterhandeln lasse, dass 80% unter meinem Angebot liegt? Bin ich eine Zicke, weil ich nicht noch zehn Zusatzleistungen bringen möchte, die der Kunde nicht bereit ist zu zahlen? Bin ich unnachgiebig, weil ich meine Pläne und Ziele habe, die ich verfolge?
Oder bin ich einfach in manchen Bereichen mehr #businesswoman, als es meinen Partnern lieb ist?

Ich bin kein Mäuschen, das in der Masse untergehen will.
Das war ich noch nie. Das möchte ich nicht sein – und das kann man sich in der Selbstständigkeit auch nur bedingt leisten. Ab und zu sind ein paar klare Worte für mich wichtig und entscheidend. Immer dann, wenn ich merke, dass wir mit netten Plaudereien nicht weiterkommen. Wenn ich das Gefühl habe, dass man mich unterschätzt.

 

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Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich zu hart und unnachgiebig bin.Vielleicht manchmal ein kleines bisschen.
Aber vielleicht brauchen wir auch mehr Frauen, die ein bisschen härter sind. Die ein Mal mehr das durchsetzen. was sie wirklich wollen.