Ich oute mich: Ich war noch nie Gastgeber bei einem Thanksgiving-Dinner. Gar nicht unbedingt, weil ich es nicht will oder weil ich es albern finde Traditionen aus Amerika zu übernehmen – es hat sich ganz einfach noch nicht ergeben. Aber in diesem Jahr will ich das gerne ändern. Der 24. November ist fest in meinem Kalender notiert und immerhin habe ich schon mal die Rezepte getestet, die ich zubereiten will: Hühnerkeulen mit einer Honig-Mariande, dazu Herzoginnen-Kartoffeln und Bohnen im Speckmantel. 

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Ich weiß, dass zu Thanksgiving eigentlich ein Truthahn gehört. Eigentlich. Erstens bin ich mir nicht ganz sicher, ob ein solcher Truthahn in unseren Backofen geht. Zweitens bin ich mich ziemlich sicher, dass die Hälfte übrig bleiben würde und wir eine ganze Woche von den Resten essen würden. Ich möchte aber bei unserem ersten Thanksgiving-Dinner lieber nicht so wahnsinnig viel übrig haben und gehe mit den Hühnerkeulen einen sicheren Weg. Ich kaufe mein Fleisch übrigens immer beim Bio-Metzger, der hätte mir auch einen Truthahn besorgt – ungefähr zum Preis unseres monatlichen Lebensmittelverbrauchs. Ich habe dankend abgelehnt und mich für die richtig leckeren Hühnerkeulen entschieden, die ich mit einer Honigmarinade bepinselt und mit Petersilie gefüllt habe. Yummi!

So viel Arbeit ich in die Keulen und die Marinade gesteckt habe, so leicht habe ich es mir bei den Beilagen gemacht: Sowohl die Bohnen, als auch die Herzoginnen-Kartoffeln kommen aus dem Tiefkühlfach. Ein Geständnis? Ja, aber in meinen Augen kein Schlimmes. Ich benutze relativ viel Tiefkühlware: Das ganze Jahr habe ich tiefgefrorene Beeren. Ich kaufe manchmal fertiges Eis. Tiefgekühlten Blätterteig. Und Spinat. Und eben die Bohnen. Das hat – neben dem offensichtlich praktischen – einen ganz einfachen Grund: Meine Großeltern haben einen großen Garten mit Bohnen. Ich weiß nicht wie viele Kilo ich in meinem Leben schon geputzt habe. In jedem Fall waren es zu viele und ich will nie nie nie wieder grüne Bohnen putzen. In meinem ganzen Leben nicht mehr. Die tiefgekühlten Bohnen werden direkt nach der Ernte gewaschen, geputzt und schockgefroren: Alle Vitamine und Nährstoffe bleiben enthalten und es gibt an dieser Stelle keinen Verlust. Wenn du Interesse an diesem Thema hast, kann ich Dir die Seite des Deutschen Tiefkühlinsituts empfehlen: Dort werden alle Fragen beantwortet und dazu gibt es noch ein paar spannende Geschichten rund um das Thema “tiefkühlen”.
Ich lasse die Bohnen einfach auftauen, fasse sie in Päckchen mit ca. 10 Bohnen zusammen und rolle eine Scheibe Bacon außen rum – dann brate ich die Bohnenpäcken schnell in der Pfanne an. Fertig: Die Zeitersparnis liegt bei etwa zwei Stunden.

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Und die Herzoginnenkartoffeln? Die kaufe ich aus purer Bequemlichkeit hin und wieder tiefgefroren. Ich kann sie natürlich auch selbst machen und hab das schon oft unter Beweis gestellt – aber ich habe nicht immer Lust und Zeit einen ganzen Tag in der Küche zu stehen um ein Dinner vorzubereiten. Mit einer Vorspeise und einer Nachspeise muss man schnell mit sechs oder sieben Stunden kalkulieren. Da spare ich mir zumindest einen Teil der Arbeit und greife auf die gefrorenen Produkte zurück.
Versteht mich nicht falsch: Ich nehme keinen kompletten Gerichte aus der Tiefkühlabteilung, nur ein paar ausgewählte Gemüse und ein bisschen Obst. Das finde ich vollkommen ok und kein bisschen verwerflich.

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Rezept. Ich mag Hühnchen, wenn es eine schön knusprige Haut hat, die nach einer leckeren Marinade schmeckt. Irgendwie hat Thanksgiving für mich einen leicht süßlichen Geschmack und ich wollte dringend eine Honigmarmelade verwenden und ein paar Birnen und Schalotten mit in die Auflaufform packen – das passt für mich perfekt. Und ich habe noch einen kleinen Trick für die Zubereitung von Hühnerkeulen: Ich verwende immer zusätzliche Petersilie, die ich zuerst klein hacke und dann unter die Haut schiebe. Die Petersilie gibt zusammen mit der Marinade einen wirklich leckeren Geschmack an das Fleisch ab.

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Rezept für Hühnerkeulen mit Honigmarinade

Zutaten (4 Personen):
4 Hühnerkeulen

1 Stück Ingwer (2cm x 2 cm)
1 Knoblauchzehe
4 EL Honig
1 EL Sojasoße
4 EL Olivenöl
2 EL Sherry
Pfeffer, Salz

1 Bund frische Petersile
3 reife Birnen
3 Schalotten

Zubereitung: 
1. Am Besten fängst du mit der Marinade an: Schäl Ingwer und Knoblauch und hack beides in feine Würfel. Misch die Würfelchen mit den restlichen Zutaten für die Marinade und schmeck sie am Ende mit Pfeffer und Salz ab.
2. Wasch die Hühnerkeulen mit lauwarmem Wasser und trockne sie mit etwas Küchenrolle ab.
3. Hack die Petersilie und schieb sie vorsichtig direkt unter die Haut der Hühnerkeulen.
4. Schäl die Schalotten und schneid sie, genau wie die Birnen, in Viertel. Entfern bei den Birnen den Krutzen und den Stiel.
5. Leg die Hühnerkeulen zusammen mit den Birnen und den Schalotten in eine große Auflaufform und pinsel die Hühnerkeulen großzügig mit der Marinade ein.
6. Gib die Auflaufform in den vorgeheizten Backofen (200 Grad) und lass die Hühnerkeulen für etwa 35-40 Minuten braten.

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tiefkühlinstitut entstanden.