Jaja, manchmal bin ich neidisch. Niemand ist frei von Fehlern.
Ich beneide andere um einen Urlaub, um den scheinbar perfekten Freund der jedes Umstyling der Wohnung klaglos hinnimmt. Um den Hundwelpen, der auf jedem Foto perfekt sitzt und schaut. Um die neue Wohnung. Um eine Kooperation. Um die wunderschöne Handtasche, die perfekte Leben und den zauberhaften Instagram-Feed. Neid spornt mich an und bringt mich dazu mein Bestes zu geben – und trotzdem will ich ihn nicht in meinem Leben. 

Ich beneide also jemanden um einen Urlaub, von dem er erzählt. Eine Auszeit auf Mauritius in einer wunderschönen Villa. Auf den Bildern sieht es zauberhaft aus und ich ärgere mich, dass ich weder Zeit noch Geld für einen solchen Urlaub habe. Was man auf den Bilder nicht sieht: Es hat geregnet in ihrem Urlaub – acht von zehn Tagen. Ein Tropensturm. Das erzählt sie aber nicht so gerne, sie will lieber das Bild vom perfekten Urlaub aufrecht erhalten.
Ich bin verzaubert von ihrem neuen Wohnzimmer und überlege, ob es für uns nicht auch mal wieder eine neue Couch sein könnte. Aber nimmt der Freund das Umstyling im Wohnzimmer tatsächlich hin oder hat er vielleicht sogar selbst Spaß daran? Oder stellt sie eventuell die rosanen Vasen und die passenden Sofakissen nur für Instagram schnell hin – und muss sie dann wieder wegräumen? Weil er rosa gar nicht so toll findet.
Ja, die Wohnung sieht wirklich wunderschön aus auf den Bildern. Dass sie nicht ganz so perfekt ist, verschweigen sie lieber. Dass sie Unsummen an den Makler gezahlt haben, damit sie einziehen können verschweigen sie auch.

Was ich damit sagen will? Ja ich bin manchmal neidisch auf andere Menschen. Manchmal auch auf andere Blogger. Mal zurecht und manchmal auch, weil auch ich an eine Scheinwelt glaube, die so gar nicht existiert. Aber darum geht es nicht – ich möchte nicht neidisch sein, aus egal welchem Grund. Ich möchte dem Neid keinen Raum in meinem Leben geben.
Wenn ich einen schönen Instagram-Feed mit Urlaubsbildern in den perfekten Pastell-Tönen sehe, dann möchte ich mich freuen. Für die Bloggerin, die eine schöne Zeit verbringt und großartige Motive findet. Und ich möchte mich auf mich selbst besinnen.

Denn Neid bedeutet ja nicht nur “Ich möchte das, was du hast auch haben!” sondern Neid bedeutet auch “Ich möchte das, was du hast. Und ich missgönne Dir, dass du es hast.” Und mal ganz ehrlich: Wie soll denn aus einem so negativen Gedanken etwas Positives entstehen?

Vielleicht ist Neid eine der schlechten Eigenschaften, die gesellschaftlich am ehesten akzeptiert ist. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort “Mitleid gibt es umsonst, Neid muss man sich erarbeiten.” Und trotzdem merke ich, dass mich Neid nicht wirklich weiterbringt. Natürlich beflügelt er mich ein Stück weit, ich strenge mich an. Ich gebe mein Bestes um mit anderen mitzuhalten und komme so auch meinen persönlichen Zielen näher. Aber mir gefällt der Ansporn nicht mehr. Ich möchte für mich selbst besser werden – nicht um jemand anderen zu übertrumpfen.

Neid raubt Energie. Neid bringt mich in eine schlechte Stimmung.
Ich möchte wieder mehr an mir selbst arbeiten und vor allem auf mich selbst vertrauen – ich glaube daran, dass alles gut ist und ich besser werde. An mir arbeiten und immer besser werden? Ja, das möchte ich. Aber jemand anderem etwas missgönnen und neidisch sein – das möchte ich nicht mehr. 2017 ist ein Jahr, in dem ich weiter wachsen will. Ein Jahr in dem ich mich ganz persönlich weiterentwickeln will und in dem ich die ein oder andere schlechte Eigenschaft ablegen will. Neid gehört ganz sicher dazu.
Und wenn ich dann irgendwann zu der Erkenntnis komme, dass ich gerne einen Urlaub auf den Malediven verbringen möchte (aktuell ist das tatsächlich nicht so, wenn ich ganz ehrlich bin) – dann werde ich so arbeiten, dass ich meinen Wunsch umsetzen kann.