Die Polen haben es mit den Knödeln und den Klößen. Und ich gebe es ganz offen zu: Ich liebe Klöße jn allen Variationen. Aus rohen und gekochten Kartoffeln, aus Brezn und Semmeln, mit Spinat, mit Käse. Und eben auch Topfenknödel. Klingt erstmal nach Österreich, ne? Topfenknödel gibt es aber nicht nur als Marillenknödel in Österreich, sondern auch als Zwetschgenknödel in Polen. Ich liebe Zwetschgen und Pflaumen, Topfenknödel sind eine großartige Nachspeise und karamellisierte Mandelbrösel sind eh immer wunderbar! Auf geht´s zu den Zwetschen-Topfen-Knödeln…

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Eins vorweg: Topfen ist gar nichts außergewöhnliches. Topfen ist einfach nur das österreichische Wort für Quark. Warum ein österreichisches Wort in einem polnischen Gericht? Tja, das weiß ich auch nicht so richtig. Wahrscheinlich erstens: Weil ich das polnische Wort für Quark gar nicht kenne und die meisten von Euch es auch nicht verstehen würden. Und Zweitens: Weil ich meine ersten Topfenknödel (allerdings mit Marillen nicht mit Zwetschgen) in Österreich gegessen habe – und das Rezept in meinem Kopf jetzt einfach so fest mit “Topfenknödel” verankert ist, dass ich es mir gar nicht anders vorstellen kann. Wir bleiben also bei “Topfenknödel” und wechseln nicht zur “Quarkknödel”.

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Meine Liebe zu Zwetschgen habe ich ehrlich gesagt erst entdeckt, als ich nach dem Studium nach München gezogen bin. Im Spätsommer gibt es überall Zwetschgendatschi – ab dem ersten Bissen war mir klar, dass das der Anfang einer sehr langen Liebesbeziehung zwischen mir und den Zwetschgen sein würde. Eine ganz große Liebesbeziehung. Zwetschgen sind eine Art Entschuldigung der Natur – weil der Sommer wirklich vorbei ist, wenn sie reif werden. Zwetschgen fangen nochmal die letzten Sonnenstrahlen ein und sind ganz besonders süß und lecker.
Im letzten Jahr habe ich fast 20 kg Zwetschgen mit Rotwein und Zimt zu einer Marmelade verarbeitet – ganz so viele habe ich dann dieses Jahr doch nicht mehr gekauft. Nur ein paar Kilo. Genug jedenfalls um Topfenknödel mit Zwetschgen zu machen.

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Rezept für Topfenknödel:

Zutaten:
250 g Quark (Halbfettstufe, 20 % Fett)
70 g weiche Butter
20 g Zucker
Schale von einer Zitrone
1/2 Vanilleschote
75 g Buchweizenmehl
80 g Dinkelgrieß
1 Ei

5 Zwetschgen

200 g gemahlene Mandeln
60 g Zucker
100 g Butter

Zubereitung:
1. Wie schon beim Labneh brauchst du ein bisschen Zeit: Am Besten werden die Topfenknödel, wenn der Quark schon trocken und lange abgetropft ist. Ich habe den Topfen in ein frisches Geschirrtuch gegeben, in einem Küchensieb über eine Schüssel gehängt und die Schüssel mit dem Topfen einen Tag im Kühlschrank stehen lassen. Schneller geht es mit Sicherheit auch – aber ich wollte sicher gehen.
2. Wenn der Topfen abgetropft ist, kannst du Vanillemark, Butter und Zucker schaumig rühren – und ganz am Ende das Ei dazu geben. Wenn alles eine sähmige Masse ergeben hat, kommt der Topfen in die Schüssel und wird vorsichtig untergehoben.
3. Ganz zum Schluss rührst du das Mehl und den Gries unter, bevor der Teig für 30 Minuten in den Kühlschrank kommt.
4. In der Zwischenzeit kannst du die Zwetschgen waschen und entkernen.
5. Jetzt packst du die Zwetschgen in eine Schicht Teig ein und formst sie zu einer gleichmäßigen Kugel, bevor sie für 15 Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser kommen.
6. Während die Topfenknödel kochen, röstest du die gemahlenen Mandeln mit Butter und Zucker in einer Pfanne an – nach dem Kochen und Abtropfen rollst du die Knödel im Mandelzucker – fertig.
7. Für den Zwetschgenröster habe ich einfach zwei Zwetschgen in kleine Würfel geschnitten und sie mit einem EL Zucker bei geringer Hitze für etwa 15 Minuten köcheln lassen. Ganz am Ende kommt noch eine Prise Zimt dazu – fertig!
Ich plane schon ewig Topfenknödel selbst zu machen. Bis jetzt hatte ich immer ein bisschen Bedenken, ob ich sie denn wirklich gut hinbekommen würde. Luftig und fluffig mit einer knusprigen Hülle aus gemahlenen gerösteten Mandeln. Die Zwetschge innen schon ein bisschen weich und schön warm. Dazu eine Portion Zwetschgenröster, damit sich der Geschmack voll und ganz entfalten kann. Topfenknödel…mmmmhhhh.

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Im Sommer in Südtirol hatte ich bei unserem Besuch im Restaurant Zum Löwen nochmal eine Portion Topfenknödel mit Marillen und war mir ganz sicher: Diesen Spätsommer packe ich sie an, die Topfenknödel mit Zwetschgen. Ganz sicher. Jetzt ist es zwar Herbst geworden, Zwetschgen gibt es aber immer noch auf dem Markt zu kaufen, jetzt sind sie ganz besonders süß. Als ich ein kleines bisschen nach Rezepten gesucht habe, bin ich auf einen Beitrag von Denise gestoßen. Auch wenn ihre Marillenknödel natürlich nicht wirklich Paleo sind – Topfen ist nunmal ein Milchprodukt – sind sie doch wenigstens ohne Weizenmehl und damit ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jedenfalls habe ich mich von ihrem Rezept ein bisschen inspirieren lassen – und die Marillen einfach durch Zwetschgen ersetzt. Mal ganz ehrlich: Beim Nachtisch darf man schon mal ein bisschen schummeln, oder? Ich lasse heute jedenfalls mal Fünfe grade sein und freu mich über einen wunderbaren Topfenknödel mit Zwetschgen!