Tired of London – tired of life.
So sagt man und es stimmt wohl auch. Nachdem ich in den letzten Jahren eine kleine London-Pause gebraucht habe (gar nicht mal, weil ich keine Lust mehr auf London hatte, sondern einfach nur, weil ich nochmal etwas anderes sehen wollte), sind wir Anfang des Monats doch wieder in den Flieger Richtung Insel gestiegen. Und wir haben es uns richtig gut gehen lassen: Von der Hektik der Großstadt konnten wir uns im The Beaumont Hotel erholen – ein Stadthotel der alten Schule, das eigentlich noch ganz neu ist. Und ein Spoiler vorneweg: Ich würde jederzeit und immer wieder ins The Beaumont Hotel zurückkommen.

Kurz bevor unser Flieger nach London gestartet ist, habe ich eine Mail vom Hotel bekommen. Ob wir Lust hätten unsere Nächte in der speziellen Suite zu verbringen, die Anthony Gormley gestaltet hat. Natürlich hatten wir Lust – ich hatte schon im Vorhinein über die Suite gelesen: Man schläft in einer Skulptur, die von außen an das Hotel “drangesetzt” wurde und sich über eine Höhe von drei Stockwerken erstreckt. Und man schläft in absoluter Dunkelheit. Im Schlafzimmer gibt es keinen Fernseher, nur wenig elektrisches Licht – Gormley hat über seine Kunst gesagt, dass er damit arbeitet der Dunkelheit Gestalt zu geben.

Das The Beaumont Hotel gibt mir ein kleines Gefühl einer Zeitreise: Wenn der Butler mit Zylinder mit hilft durch die Drehtür zu gehen, betrete ich eine Zeitschleuse. Im Inneren des Hotels angekommen, fühle ich mich wie in den Zwanziger Jahren. Die Fließen im Eingangsbereich haben ein Design im Schachbrett-Muster – gepaart mit dem dunklen Holz der Einrichtung im Eingangsbereich und den ausgewählten Ölgemälden entsteht ein authentisches Gefühl. Im Aufzug erwarten mich zahlreiche Fotografien in Schwarz-Weiß, die Meschen darauf wirken, als würden sie gleich die Titanic boarden.
Auf dem Weg zu unserer Suite versinke ich fast im Teppichboden – so dick, so weich, am liebsten möchte ich meine Schuhe ausziehen und auf Strümpfen weiterlaufen. Ich liebe das Gefühl von dickem Teppichboden.

Unserer Suite raubt mir im ersten Moment den Atem. Ein wirklich großzügiger Wohnbereich mit einem Schreibtisch, der mein Modell zu Hause noch kleiner wirken lässt, als es tatsächlich ist. Nachdem wir unser Frühstück gegen sechs Uhr am Morgen hatten, freue ich mich außerdem am frühen Nachmittag mehr als nur ein bisschen über die reichhaltige Auswahl an Obst, fantastischer Schokolade und über den Kaffee aus der Nespresso-Maschine.
Fast noch mehr freue ich mich über das Badezimmer aus weißem Marmor, in dem ich nicht nur eine wirklich große begehbare Dusche entdecke, sondern vor allem auch eine Badewanne. Seit unserer Renovierung im Badezimmer vor einigen Jahren komme ich leider zu Hause nicht mehr in den Genuss einer Badewanne und freue mich seitdem umso mehr, wenn ich mich in einem Hotel in die heiße Wanne legen kann.

 

Und das Schlafzimmer?
Ich habe schon lange in keinem Hotel mehr so fantastisch geschlafen, wie im The Beaumont Hotel. Das lag mit Sicherheit einerseits an den Betten, die für mich absolut perfekt waren. Es lag aber auch an der absoluten Dunkelheit im Schlafbereich. Als wir uns am Abend hingelegt haben, war ich gespannt: Der General Manager des Hauses hatte uns im Vorhinein darauf hingewiesen, dass wir uns und unseren Augen einige Minuten Zeit geben sollten, damit sie sich an die Dunkelheit gewöhnen könnten. Tatsächlich habe ich nach einigen Minuten Formen im dunkel Holz erkannt. Kurz bevor mir die Augen zugefallen sind 🙂

Nach einer fantastischen Nacht kommt ein großartiges Frühstück oder?
Dass ich ein großer Frühstücks-Fan bin, ist nun wirklich kein Geheimnis – ich habe Dir in der letzten Woche auch schon meine liebsten Frühstücks-Spots in London vorgestellt. Auf dem ersten Platz stand in diesem Jahr in London tatsächlich das Hotel-Frühstück im The Beaumont Hotel. Kein Buffet, sondern ein Frühstück à la Carte. Perfekt für mich: Ich wollte ja auch im Urlaub gerne ein bisschen auf meine Ernährung achten und ein Hotelfrühstück mit Buffet verführt mich immer wieder dazu ein bisschen mehr zu nehmen, als ich eigentlich essen möchte. Bei der Bestellung à la Carte umgehe ich das Problem ganz einfach. Trotzdem haben wir in den Tagen in London doch eine ganze Bandbreite probiert: Joghurt mit frischem Rhabarber-Kompott, Pancakes mit Beeren, Eggs Benedicte, Full English Breakfast, Breakfast Scones, Rühreier – und alles war so ausgezeichnet, dass ich das Frühstück auch für “Nicht-Hotel-Gäste” wirklich nur von Herzen empfehlen kann. Es war fantastisch.

Nur eines habe ich leider nicht geschafft: Das Hotel hat einen Spa. Mit – so habe ich mir sagen lassen – ausgezeichneten Massagen, Anwendungen, einer Sauna…leider bei diesem Besuch nicht für mich. Die Tage in der Stadt waren so vollgepackt und ausgefüllt, dass ich ganz einfach nicht mehr daran gedacht habe dem Spa-Bereich einen Besuch abzustatten. Aber so gibt es immerhin einen Grund wieder zu kommen – denn das möchte ich ganz unbedingt.

*Vielen Dank an das The Beaumont Hotel für die Einladung. Ich hatte eine wunderbare Zeit.