Ich bin ein entspannter Flieger. Ich habe keine Angst, mir wird in der Regel nicht schlecht und weil ich nicht so wahnsinnig groß bin, habe ich in der Regel keine Platzprobleme. In manchen Wochen sitze ich drei Mal im Flieger, meistens bin ich zwei Tage pro Woche unterwegs.

Meistens sind es aber doch nur kurze Entfernungen, maximal zwei oder drei Stunden. Langstreckenflüge sind doch nochmal etwas anderes – da braucht es schon ein bisschen Vorbereitung. Dann werden aber auch 12 Stunden zum Spaziergang.

10 Tips für Langstreckenflüge

  1. Such Dir den richtigen Platz aus!
    First things first. Ein Mitarbeiter der Lufthansa hat mir mal erzählt, dass Flieger immer von vorne nach hinten aufgefüllt werden – seitdem suche ich mir wenn möglich immer einen Platz in der letzten Reihe oder eben so weit hinten wie möglich. In der Regel bleibt der Platz neben mir frei und ich freu mich über etwas mehr Freiraum. Außerdem bin ich ein Fenster-Mädchen. Nicht unbedingt wegen der Aussicht, sondern wegen der Außenwand. Ich schlafe wirklich richtig gerne und gut im Flieger, wenn ich mich mit meinem Kopf an die Außenwand anlehnen kann, wird es nochmal ein bisschen gemütlicher.
  2. …und den richtigen Sitznachbarn.
    Wann immer es möglich ist, versuche ich in einer Reihe mit meinem Freund zu sitzen. Ja richtig – in einer Reihe. Wir nehmen meist den Sitz am Fenster und am Gang: Die Airlines setzen – wenn es sich vermeiden lässt – niemanden zwischen ein Paar, das zusammen eingecheckt hat. Und wenn doch noch jemand zwischen uns kommt, tauschen wir einfach. Die wenigsten Passagiere sitzen gerne in der Mitte und bis jetzt hatten wir mit dieser Methode fast immer einen Platz zwischen uns frei.
  3. Mein Kissen, meine Decke.
    Ich bin eine Frostbeule und ein Hygienefanatiker. Ersteres immer, das zweite vor allem in Fliegern. Ich weiß, dass die Kissen und Decken der Airlines in einer eingeschweißten Verpackung kommen und wahrscheinlich werden sie auch nach jeder Verwendung gewaschen. Trotzdem habe ich immer mein eigenes Kissen dabei (eine sexy Nackenrolle) und freue mich auf Langstreckenflügen immer über meine Decke. Wenn es mir zu kalt wird, bitte ich die freundliche Flugbegleiterin einfach um eine zweite Decke.
  4. Ich mag es ruhig und dunkel.
    Weil ich die Flugzeit gerne zum Schlafen nutze. Nicht immer und auch nicht den ganzen Flug, aber ich habe gerne wenigstens die Chance. In meinem Handgepäck sind immer schalldichte Kopfhörer, Oropax und eine Schlafbrille. Sieht albern aus, ist aber wirklich sinnvoll. Ich komme jedenfalls meist sehr entspannt an.
  5. Kuschelweich.
    Sobald ich sitze, ziehe ich meine Schuhe aus – und dafür dicke kuschelige Socken an. Ich fühl mich gleich viel wohler und bin wirklich wesentlich entspannter. Wenn es so einfach ist: Nimm Dir ein paar Kuschelsocken mit. Neben den Kuschelsocken trage ich auf Langstreckenflügen übrigens auch immer Kompressionsstrümpfe – ist nicht ganz so unsexy wie es klingt. Ich dachte eine Zeit lang immer an hautfarbene dicke Kniestrümpfe, wie sie meine Oma tragen könnte. Gibt es. Es gibt aber auch welche, die ganz einfach aussehen wie schwatze Kniestrümpfe. Und weil ich ja im Flieger nicht die Hosen runter lasse, sieht es eh keiner – beugt aber Thrombosen vor.
  6. Onboard Entertainment.
    Wenn es gut läuft – du eine vernünftige Airline gebucht und einen neueren Flieger erwischt hast – hast du im Sitz vor Dir einen kleinen Bildschirm und kannst aus einer mehr oder weniger großen Auswahl mehr oder weniger gute Filme wählen. Oder Musikprogramme. Oder Comedyshows. Wenn es schlecht läuft, gibt es keinen eigenen Bildschirm. Ich habe immer Zeitungen, Zeitschriften, ein Buch und jede Menge Hörbücher auf dem Smartphone dabei. Falls ich doch nicht schlafen kann oder will. Weil ich quengelig werde, wenn mir langweilig ist.
  7. Nomnomnom.
    Schlimmer als Langeweile ist Hunger. Es gibt Airlines mir fantastischem Essen – die meisten sind maximal mittelmäßig. Das ist nicht schlimm: In der winzigen Bordküche ist eben in den meisten Fällen kein Sterneniveau möglich. Bevor ich eklige Nudelpampe esse, hab ich aber auch immer noch ein  paar Snacks in der Handtasche: Mandeln, Trockenobst, ein paar Raw-Bites. Und Lakritz. Wenn gar nichts mehr geht, dann kann ich immer noch Lakritz essen – das hilft bei mir auch dann, wenn mir wegen der Turbulenzen doch ein bisschen schwummerig und flau im Magen wird.
  8. Working girl.
    Öffentliche Verkehrsmittel sind mein zweiter Arbeitsplatz. Und irgendwie ist so ein Flieger eben auch ein öffentliches Verkehrsmittel. Zumindest ein paar Stunden Arbeit schaffe ich bei einem Langstreckenflug auch immer im Flieger weg. Ich schreibe Mails vor, die abgeschickt werden, wenn ich wieder im WLAN bin. Ich schreibe Beiträge offline im Textverarbeitungsprogramm. Ich bearbeite Bilder, Schreibe Rechnungen, entwickle Konzepte. Ich erledige eben das, was gerade anfällt und wofür ich kein Internet brauche.
  9. Wie viel Uhr ist es?
    Wenn ich in den Flieger steige, stelle ich meine Uhr um. Ich stelle die Uhrzeit des Ankunftsorts ein und bekomme so gleich in  Gefühl dafür, wie lange der Flug noch dauert. Ich stelle mich mental schon mal auf die Uhrzeit ein, die mich erwartet. Ich stelle meinen Körper einfach schon darauf ein. Wenn es am Zielort früh am Morgen sein wird, wenn ich ankomme, dann schlafe ich im Flieger – schließlich habe ich am Ziel gleich einen ganzen Tag vor mir. Meine innere Uhr stellt sich in diesem Fall nach der Uhr an meinem Handgelenk.
  10. Für alle Fälle.
    Wenn ich nach dem Schlafen wach werde, dann putze ich mir gerne die Zähne. Ich will mir das Gesicht waschen und irgendwie im neuen Tag ankommen. Vielleicht ein frisches Shirt nach der Katzenwäsche. In meinem Handgepäck sind nicht nur Zahnbürste und Waschgel, sondern immer auch eine Art Notversorgung und Backup für ein oder zwei Tage. Nur für den Fall, dass mein Gepäck irgendwie verloren gegangen ist. Sicher ist sicher.