Ist Reisen im Nahen Osten anders als Reisen in anderen Regionen?
Ja und Nein. Natürlcih gelten ein Stück weit die gleiche Regel wie überall auf der Welt: Den ein oder anderen zusätzlichen Kniff gibt es aber – vor allem in Hinblick auf den in zehn Tagen beginnenden Ramadan – doch. Meine Tipps oder vielmehr meine Erfahrungen der letzten Monate habe ich für Dich zusammen gefasst. 

Verhalte Dich respektfull. Behalte die Feiertage und vor allem das Wochenende im Blick.
In Israel ist am Shabat (ca. 18:00 am Freitag bis ca. 18:00 am Samstag)alles geschlossen, in muslimischen Ländern ist der Freitag der höhere Feiertag am Wochenende. Die meisten Geschäfte und viele Restairants bleiben zumindest bis zum späten Nachmittag geschlossen. Wenn in der kommenden Woche der Ramadan beginnt (ca. 16.05.-17.06. das genaue Datujm hängt vom STand des Mondes ab), sind die Öffungszeiten nochmal ein bisschen stärker eineschränkt: Viele Cafés und Restaurants öffnen erst nach Sonnenuntergang, die Geschäfte öffnen spät und schließen früh.

Lass Dir Zeit, nimm Dir Zeit.
Es braucht alles seine Zeit, man darf nicht zu sehr im Stress sein. Nicht alles funktioniert nach einem strickten Zeitplan, die meisten Menschen sind sehr entspannt was Zeitangaben und Pünktlichkeit angeht.
Die meisten Busse haben keinen festen Fahrplan, die Öffnungszeiten bei kleinen Shops sind eher grobe Richtlinien.

Die Sonne ist stark.
Sehr stark und vor allem sehr viel intensiver als bei uns. Ein Sonnenbrand passiert schneller, als gedacht und auch an bedeckten Tagen ist es besser einen hohen Sonnenschutz zu verwenden.Die einzige Ausnahme: Das Tote Meer. Es ist fast unmöglich dort einen Sonnenbrand zu bekommen, ein bisschen Schutz kann aber trotzdem nicht schaden.

Unterschätz den Ramadan nicht.
Ja, nochmal: Je ländlicher und traditioneller die Gegend ist, desto schwieriger wird es, tagsüber an Lebensmittel und Getränke zu kommen. Muslimen ist es während des Fastenmonats nicht erlaubt nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang zu essen oder zu trinken. Alkohol gibt es während des kompletten Monats nicht, die meisten Alkoholgeschäfte haben geschlossen und in Bars wird kein Alkohol ausgeschenkt.
Eine Ausnahme der Regel bilden übrigens Kranke, Schwangere und Reisende: Sie dürfen auch während des Ramadan tagsüber Speisen und Getränke zu sich nehmen. Das Fasten muss dann aber zu einem späteren Zeitpunkt (vor Beginn des nächsten Ramadan) nachgeholt werden.

Pass Dich in Deiner Kleidung an.
Nicht allzu körperbetont, keine nackten Beine oder nackten Schultern. Ich habe fast immer einen leichten Schal dabei, um die Möglichkeit zu haben eine Art leicht gebundenen Hijab zu tragen, wenn ich zB in eine Moschee gehen wíll oder in einem sehr traditionellen Stadtviertel unterwegs bin.

Vermeide politische Gespräche.
Eigentlich eine Empfehlung, die grundsätzlich für jede Art von Smalltalk gilt – im Nahen Osten ist es allerdings besonders zu vermeiden. Wenn du mit Locals zu tun hast, wird irgendwann das Thema „Israel und Palästina“ aufkommen. Oder Russland. Oder die USA. Am besten ist es, wenn du das Gespräch auf ein anderes Thema verlagerst und nicht zu sehr auf die Problematik eingehst.
Ebenso zu vermeiden sind im Übrigen Gespräche über Religion (damit meine ich keine interessierten Gespräche, sondern solche die eine Wertung beinhalten oder Vergleiche ziehen) und das Thema der Roilenverteilung zwischen Mann und Frau.

Mach Dir keine Sorgen um Deine Sprachkenntnisse.
Straßenschilder sind zweí- oder sogar dreisprachig (in Israel sind sind Hebräisch, Englisch und Arabisch), die meisten (auch älteren) Menschen sprechen so viel Englisch, dass eine rudimentäre Frage nach dem Weg, einer Sehenswürdigkeit oder einem Café gar kein Pronblem ist. Trotzdem ist es natürlich nett und höflich sich ein paar Basics wie „guten Morgen“ (arabisch: Sabah al cheir), ´“Danke“(arabisch: Schukran), „Auf Wiedersehen“ (arabisch: Maarasalama) und „Bitte“ (arabisch: Minfadlek) zu merken.

Sorg bei Lebensmittelunverträglichkeiten vor.
insbesondere, wenn du unter eine Glutenintoleranz leidest, lohnt es sich vorzusorgen. Die meisten arabischen Speisen werden traditionell mit Brot gegessen: Das Brot ersetzt das Besteck. Entweder du hast Dein eigenes Besteck dabei (sicher ist sicher) oder eben auch ein bisschen Brot. Ich empfehle eine Mischung aus Beiden: Hummus und Baba Ganoush ohne Brot sind eine echte Herausforderung.

Lass Dich darauf ein.
Vielleicht der grundsätzlich wichtigste Tipp beim Reisen, egal wann und wo. Du bist in einem anderen Land, einer anderen Kultur – lass Dich auf das ein, was passiert.

Besorg Dir eine lokale SIM-Karte
Deine deutsche SIM-Karte zu verwenden ist ein extrem teurer Spaß, die lokalen Anbieter sind extrem günstig. Glaub mir, du wirst auf jeden Fall GoogleMaps verwenden wollen. Die (gedruckten) Straßenkarten sind nicht besonders detailliert und vor allem in großen Städten wie Amman, Kairo, Jerusalem oder Beirut wirst du froh sein.