Ich habe in der letzten Zeit – im letzten Jahr, in den letzten Wochen und Monaten – viel über mich selbst nachgedacht. Darüber, was mich ausmacht. Darüber, wohin ich möchte,  was mir wichtig ist, was mich glücklich macht und was nicht.

Irgendwie bin ich einfach erwachsen geworden, ohne viel darüber nachzudenken. Ohne alles präzise zu planen. Vieles hat sich ergeben, in Einiges bin ich „reingerutscht“. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich meinen eigentlichen Weg, meine Ziele, meine Wünsche komplett aus den Augen verloren habe. Viel zu lange – und vor allem ganz ohne es wirklich zu merken. 
Eher durch Zufall bin ich auf das Projekt „1000 Fragen an Dich selbst“ gestoßen. Offenbar war es eine Beilage im Flow-Magazin. die Johanna ins Internet gebracht hat. Eine wunderschöne Idee, wie ich finde. 

Sicherlich sind nicht alle Fragen und Antworten für die Öffentlichkeit und eine breite Leserschaft geeignet. Aber sie sich selbst zu stellen, für sich selbst zu stellen – das tut vermutlich jedem von uns gut. Einige Antworten wird es immer mal wieder hier zu lesen geben, andere Antworten gebe ich mir nur ganz persönlich. 
Warum ich das mache? Wenn ich nur einen einzigen Leser oder eine einzige Leserin zum Nachdenken animieren kann – dann habe ich alles erreicht, was ich möchte. Nur einen einzigen Menschen zu inspirieren, das ist mir genug. Wenn ihr dabei etwas über mich erfahrt? Win-Win. 😉

  • #1 Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?
    Ganz spontan denke ich an meine Ramadan-Erfahrung. Ich hatte hier auf dem Blog davon erzählt und dieses „erste Mal“ geht für mich über die reine Fastenerfahrung hinaus, es war vielmehr ein tiefes Einlassen auf ein Land und eine Kultur. Auch als ich in Portugal gelebt habe, war ich bereit mich einzufügen und in die Kultur einzugliedern – in Jordanien hat es sich aber nochmal ganz anders angefühlt. 
    Ein anderes erstes Mal der letzten Zeit war das Waldbaden – und es hat unheimlich gut getan. Ich habe für mich festgestellt, dass ich wieder mehr Zeit in der Natur verbringen will. Ich war unheimlich ruhig und geerdet nach dem Wochenende, ein ganz wunderbares Gefühl. 
    Ich möchte gerne wieder mehr erste Male in meinem Leben haben, mehr ausprobieren, mehr wagen. Einfach mal machen, wird schon gut werden. 
  • #2 Mit wem verstehst du Dich am Besten?
    Eine schwierige Frage – ich bin kein Mensch, der ununterbrochen viele andere Menschen um sich rum braucht und auch niemand, der diesen einen Menschen hat, von dem alles abhängt und mit dem ich in allen Bereichen zu 100% übereinstimme und mich immer gut verstehe. 
    Ich sehe mich selbst in der glücklichen Lage drei oder vier Menschen in meinem Leben zu haben, mit denen ich sehr viel teile, die zu 100% hinter mir stehen und auf die ich mich absolut verlassen kann. Einen davon zum „Besten“ zu machen, finde ich nicht notwendig; jeder dieser Menschen steht für eine andere Art von Liebe und Verbundenheit. 
  • #3 Worauf verwendest du viel Zeit?
    Trauriger Weise nicht auf die wirklich entscheidenden Dinge. Ich ertappe mich immer wieder dabei viel zu viel Zeit damit zu verbringen zu grübeln, mich zu fragen wie meine Entscheidungen auf andere Menschen wirken und vor allem vertrödele ich auch viel zu viel Zeit am Telefon, mit verschiedenen Social Media-Kanälen. Absolut gesehen ist es natürlich nicht der größte Teil meines Tages, aber in den letzten Wochen kommt es mir trotzdem nach „zu viel“ vor. Daran möchte ich gerne etwas ändern. 
    Abgesehen davon verbringe ich wohl schon einen großen Teil meiner Zeit mit Arbeiten. Auch nicht unbedingt optimal – da möchte ich gerne ein bisschen mehr Balance schaffen. 
  • #4 Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?
    Ich bin ein großer Fan von Situationskomik. 
    Klassische Witze und Comedians ringen mir meist nur ein kleines Lächeln ab. 
  • #5 Macht es Dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen Weinen musst?
    Nun, das ist wohl sehr situationsabhängig: Bei einer Beerdigung – not at all. 
    In einem Moment, in dem ich vor Wut weine oder weil mich ein anderer Mensch verletzt hat? Ja, auf jeden Fall. Ich zeige nicht gerne Schwäche, in welcher Form auch immer. 
  • #6 Woraus besteht Dein Frühstück?
    Heute aus Magerquark und roter Grütze (serious addiction). Ich mag aber auch Smoothies, Proteinshakes, weichgekochte Eier…bei kälteren Temperaturen auch gerne Porridge in allen Varianten. Mein guilty Frühstückspleasure ist allerdings kalte Pizza, am liebsten die Spinatpizza aus dem Tiefkühlfach vom berühmten Doktor. Keine Werbung, einfach nur gut. 
  • #7 Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?
    Dem Hundekind. 
    Ich hätte niemals gedacht, dass ich ein Mensch werden würde, der seinen Hund küsst. Mache ich jetzt aber doch, es ist einfach so viel Liebe da für den kleinen Wurm. 
  • #8 In welchem Punkt gleichst du Deiner Mutter?
    Mit dieser Frage alleine könnte ich wahrscheinlich eine mehrteilige Kolumne füllen. Am offensichtlichsten ist wahrscheinlich unserer optische Ähnlichkeit, aber auch charakterlich sind wir uns sehr ähnlich. Unter anderem habe ich von meiner Mama gelernt, dass alles möglich ist, wenn man an sich selbst glaubt; darin sind wir uns wohl auch sehr ähnlich. Alles in allem ist es aber so, dass wir zwei extrem unterschiedliche Menschen sind, extrem unterschiedlich. 
  • #9 Was machst du morgens als erstes?
    Mich darüber freuen, dass ich noch ein bisschen liegen bleiben kann, wenn mein Freund unter die Dusche geht. 
    Mit dem Hundekind schmusen. 
    Instagram checken. 
    Aufstehen. 
    In dieser Reihenfolge. 
  • #10 Kannst du gut vorlesen?
    Ich glaube nicht. Obwohl ich es total gerne mag, wenn mir jemand vorliest und wir sogar schon mehrfach Bücher geschenkt bekommen haben mit der Intention, dass wir uns endlich gegenseitig vorlesen – wir machen es einfach nicht. Und seitdem ich in der Grundschule lesen gelernt habe und im Unterricht vorlesen musst, habe ich es auch nicht mehr wirklich geübt. 
    Eine spannende Erfahrung war es übrigens im letzten Jahr wieder ganz von vorne anzufangen, als ich gelernt habe, die arabische Schrift zu lesen. Wie in der ersten Klasse musste ich wieder die einzelnen Buchstaben erkennen und dann anfangen die Buchstaben zu Wörtern zusammen zu setzen 😉