Der erste Januar ist der Tag schlechthin, um sich gute Vorsätze zu nehmen. Weniger trinken, gesünder essen, mehr Sport machen – das sind wohl die drei Klassiker. Gefasst in der Woche zwischen den Jahren, vielleicht auch erst am ersten Januar. Vergessen? Spätestens jetzt. Wenn der Januar in seinen letzten Zügen liegt, wird es im Fitnessstudio ruhiger. Immer nur Salat und gedünstetes Gemüse wird langweilig und gegen ein paar Bier am Abend hat ja eh keiner was einzuwenden.
Für 2018 haben wir uns Vorsätze gemacht – vielleicht die gleichen, die schon 2014 auf unserer Liste standen. Warum ist es so schwer etwas zu verändern? Oder ist es vielleicht nicht schwierig, wenn man es wirklich will?

Psychologen sagen, dass es einundzwanzig Tage dauert, bis man eine neue Gewohnheit vollständig ins eigene Mindset integriert hat. Das klingt weder besonders schwierig, noch besonders lange. Einundzwanzig Tage lang jeden Morgen mit einem Lauf, eine Yogaeinheit oder einem Lächeln beginnen – und schon läuft es wie von selbst. Das wäre schön.
Spoiler: So funktioniert das Leben nicht. Oder anders: So funktioniert es schon – aber eben nur bedingt.

Einer der Punkte, an denen wir scheitern ist häufig, dass wir alles gleichzeitig wollen – und das am besten schon gestern. Nicht “Ich nehme mir vor zwei Mal die Woche auf Nudeln und Brot zum Dinner zu verzichten” sondern “Ich esse nie wieder Kohlenhydrate”. Nicht “Ich möchte wieder regelmäßig drei Mal die Woche zum Sport gehen” sondern “Im Sommer laufe ich einen Marathon. Und im Herbst dann gleich noch einen.”
Wir tendieren dazu uns Vorsätze zu nehmen, die gleich zum Scheitern veruteilt sind. Wenn du bisher nur zwei Mal im Jahr im Fitnessstudio vorbei geschaut hast, dann wirst du nicht von jetzt auf gleich Lust, Zeit und Energie haben zwei Stunden pro Tag auf dem Laufband zu stehen. Wenn du Burger und Pizza zusammen mit Spaghetti Bolognese und Risotto unter den Top Ten Deiner Lieblingsgerichte aufführst, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass du all das problemlos gegen rohes Gemüse eintauschst. Das wird Dich frustrieren und früher oder später gibst du auf. Machst Dir selbst Vorwürfe und bist enttäuscht. Zu Recht und zu Unrecht: Klar hast du Deine Vorsätze nicht eingehalten – aber das konntest du auch nicht.

Du willst Dein Leben ändern? Super. Ich auch.
Aber eben nicht mein ganzes Leben auf einen Schlag. Nicht alles ist schlecht, nicht alles braucht eine Änderung. Manche Dinge und manche Bereiche in meinem Leben sind genau so, wie ich sie mir wünsche. Andere Bereiche haben Optimierungspotenzial, die möchte ich angehen. Aber Step bei Step, eines nach dem anderen. Mit realistischen Zielsetzungen, mit kleinen Zwischenschritten.
2018 kann anders werden, aber nicht überstürzt.