Als würde eine Decke über der Stadt liegen, die alles dämpft. Geräusche, das Licht. Gefühle.
Es fühlt sich an, als würde die Natur nochmal die Geschwindigkeit rausnehmen. Aus dem Jahresstart, aus dem Leben. Es knackt unter meinen Schuhen, federt ein bisschen. So, genau so liebe ich München. Diesen Moment möchte ich in Erinnerung behalten.

Bahngedanken

Samstagmorgen, 7:46. Ich bin allein. In einem Großraumabteil eines ICEs der Deutschen Bahn.
Das Internet funktioniert, der Zug war pünktlich, der Mitarbeiter war freundlich. Dürfen die das überhaupt? Heute wird keines meiner Bahn-Klischees bedient. Ich sitze an meinem Vierer-Sitz, tippe Mails und Artikel. Freue mich über die Winterlandschaft, die vor dem Fenster vorbeizieht. Ab Stuttgart ist der Winter schlagartig vorbei, draußen nur noch graue Suppe statt weißen Flocken.

Eigentlich ist Bahnfahren gar nicht so schlecht, denke ich mir in diesem Moment. Verdränge erfolgreich all die verpassten Anschlusszüge, falschen Wagenreihungen, verfallenen Sitzplatzreservierungen und all die Stunden, die ich nachts auf dem Bahnhof in Mannheim verpasst habe, weil der letzte Anschlusszug nach Saarbrücken weg war. In diesem Moment, an diesem Samstagmorgen genieße ich den Komfort und mein fahrendes Office. Life is good.

5 Lächel-Moment

Der Geburtstag.
Mein Opa, der sich über Frankfurter Kranz und ein Geburtstagsständchen gefreut hat. Mit 95 Jahren.
Dieser Moment, der Blick und die Freude in seinen Augen ist jede Bahnfahrt, bei jedem Wetter und mit jeglicher Verspätung quer durch Deutschland, Europa oder rund um die Welt wert. Jedes Jahr und ohne Ausrede.

Der vergessene Timer.
In der vergangenen Woche haben wir endlich einige Wlan-Steckdosen installiert und es damit möglich gemacht, das Licht in unserem Wohnzimmer über Timer und Sprachsteuerung an- und auszuschalten. Als Dienstagnachmittag das Licht anging, hatte ich den Timer schon wieder vergessen und mich in dem Moment riesig über die neue Technik gefreut. Was mich noch zum Lachen gebracht hat? Mein Freund, der sowohl Licht, als auch Fernsehen und Musik von unterwegs über die zugehörige App bedienen kann. Und der diese Funktion ausnutzt.

Das Hundekind.
Kein Mensch kann sich so freuen, wie mein Hundekind, das mich begrüßt. Unabhängig davon, ob er nur eine Stunde alleine war, während wir den Wocheneinkauf erledigt haben oder ob wir uns ein paar Wochen nicht gesehen haben, weil das Hundekind den Weihnachtsurlaub bei meiner Mama verlängert hat. Morgens von der kalten feuchten Hundenase geweckt zu werden gehört zu meinen absoluten Glücksmomenten.

Der Muskelkater.
Das neue Jahr ist mit Lauftraining, Boxeinheiten und Yoga gestartet. Die Kombination aus allen dreien lässt mich immer wieder mit Muskelkater und schweren Beinen aufwachen. Eine seltsame Befriedigung und Zufriedenheit stellt sich ein.

Die Wise Guys.
Vor über 15 Jahren hat mir eine Freundin ein Lied der Akapella-Gruppe aus Köln vorgespielt. „Dein Ohrwurm“. Seit über 15 Jahren ist das ein Lied, das mich – egal wie schlecht die Stimmung oder der Tag sind – zum Lächeln bringt. Absolute Garantie.

Mein Kalender.
Ich habe ein Ritual, wenn ich Donnerstags DIE ZEIT aus dem Briefkasten hole, lese ich zuerst die letzte Seite des Feuilletons. Es handelt sich dabei um die Leserseite und meine liebste Kategorie heisst „Was mein Leben reicher macht“. Leser schicken kleine Geschichten ein, erzählen von den Momenten, die ihr Leben reicher machen. Zu meinem Geburtstag im letzten Jahr habe ich einen Tageskalender mit diesen Geschichten bekommen. Jeden Morgen auf dem Weg ins Bad und zur Kaffeemaschine reiße ich nun ein Blatt ab und lese einen neuen kleinen „reichen“ Moment. So starte ich den Tag mit einem Lächeln – das macht mein Leben reicher.

Leaving on a jet plane.

Was sich wie eine Ewigkeit anfühlt, war in Wirklichkeit nur ein halbes Jahr. Heute Abend lande ich in Amman – und ich kann es kaum erwarten. Zu meinem liebsten Café-Kiosk zu gehen und einen dampfend heißen türkischen Kaffee zu trinken. Mit einem winzigen bisschen Zucker und so stark, dass er die Toten aufweckt. Unter der Überdachung stehen, den Blick auf die Moschee und einfach das Leben beobachten.

Mit mir zu leben, bedeutet permanente Veränderung.

Möbel umstellen, Wände streichen, Bilder auf- und umhängen. Irgendwas ist immer.
Jetzt habe ich mir den Flur in den Kopf gesetzt. Ein schwieriger Raum, an dem wir schon lange dran sind. Schwarzer Marmorboden, kein Tageslicht, nur eine Steckdose. Schwierig. Noch dazu ist eine Wand leicht gekrümmt, weil das Haus ein rundes Treppenhaus hat.
Weil er nicht schön ist (und man sich ja auch nicht wirklich dort aufhält), nutzen wir den Flur eigentlich nur als erweiterten Abstellraum. Es ist ununterbrochen unordentlich, wenig einladend, kalt und zugig…doof irgendwie. Vielleicht braucht er aber auch nur ein bisschen Liebe und Licht.

Inspiration – Pinterest.de
Lampe – Westwingnow.de
Teppich – Westwingnow. de

Ich habe Zugfahrten und Wartezeiten ein wenig genutzt, mir Gedanken gemacht. Vielleicht funktioniert der Flur auch mit smarter Lichtsteuerung (ich denke an Bewegungsmelder, kabellose Lampen und ein sehr langes Verlängerungskabel) und warmen Farben. Ich denke an einen Salbeiton, dazu vielleicht goldene Akzente und ein schöner Teppich, der warme Füße garantiert. Stay tuned…

Das smarte Zuhause.

Noch ein Projekt – aber eines das schon viel weiter fortgeschritten ist. In der kommenden Woche gibt es den ersten Teil einer Reihe zu diesem Thema hier auf dem Blog. Und ich könnte vor Freude platzen. Hach, wunderbar.