I´m a child, I´m a mother, I´m a sinner, I´m a saint – I do not feel ashamed.
Ich singe laut mit, tanze durch die Wohnung. In diesem Moment bin ich einfach nur zufrieden. Ein guter Moment, einfach nur hervorgerufen durch einen Song.

Oder anders: Hervorgerufen eigentlich durch einen Artikel, den ich vor ein paar Wochen las. Regelmäßges Singen und Tanzen hebt nicht nur die Stimmung ganz enorm, sondern kann nachweislich die Erkrankung an Alzheimer verzögern. Leider ist die heimtückische Krankheit in meiner Familie ein Thema und ich möchte gerne etwas zur Prävention tun. Es gibt ganz verschiedene Methoden und ich wende unterschiedlichste Ansätze an – singend durch die Wohnung zu springen ist allerdings der Punkt, der mit Abstand am meisten Freude bereitet.

…man müsste mal wieder – einfach machen.

Mein ungeplantes Motto. Viel zu oft habe ich in der Vergangenheit gedacht „Man müsste mal wieder…“ und es dann unendlich verschoben.
Man müsste mal wieder einen Kaffee mit dieser Freundin trinken? Anrufen und einen konkreten Termin ausmachen. Man müsste mal wieder den Kühlschrank auswaschen? Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, es dauert maximal 20 Minuten (letzte Woche gemacht und gleich ein Super-Hausfrau-Gefühl dazu bekommen). Man müsste mal wieder aufstehen für das, wofür man steht? Dann sei nicht so bequem. Man müsste mal wieder zum Sport? Dann geh einfach, Netflix läuft Dir nicht weg.

Ich möchte weniger „Ich müsste mal wieder..“ in meinem Leben. Wenniger Konjunktiv, mehr einfach machen. Mehr wagen und mich aus dem Fenster lehnen. Mehr riskieren und weniger hinnehmen.

Große München-Liebe.

In den letzten Wochen habe ich angefangen, die Stadt ganz neu zu entdecken. Mich irgendwie neu darauf einzulassen. In den letzten Jahren war ich unheimlich viel unterwegs, kaum ein Wochenende oder eine Woche komplett in dieser Stadt. Ich habe gar nicht mehr mitbekommen, was hier passiert: Welche Cafés es gibt, welche Theater-Inszenierung sehenswert ist und welches Museum eine besondere Ausstellung hat.
Für 2019 habe ich mir vorgenommen, wieder mehr in München zu sein. München mehr als Heimat zu sehen und nicht mehr nur als den Ort, an dem ich meine Koffer umpacke.

Passend dazu entdecke ich gerade ganz viel. Das Cuiveiller-Theater, den nördlichen Teil des Olympia-Parks…und auch das Umland. Ganz spontan bei einem Brunch entschieden sind wir gestern Mittag ins Auto gestiegen und in Richtung Alpen gefahren. Mit der Gletscherbahn ging es auf die Zugspitze und es war wirklich ganz wunderbar.
Das Wetter hat mitgespielt und bei strahlend blauem Himmel standen wir am Gipfel, haben bis nach München schauen und den Nachmittag genießen können. Mein Learning? Einfach mal machen. Ich hatte zunächst ein bisschen gezögert, dachte es würde sich nicht mehr rentieren loszufahren und habe den Aufwand gescheut. Am Ende war es jede Sekunde im Auto (und im Stau…) wert.

Mein Hobby? Die kleinen Ecken in der Wohnung immer wieder neu und anders gestalten…der Barwagen hätte nicht dringend eine Lampe gebraucht, aber als ich diese hier mit Marmor-Fuss gesehen habe, wusste ich, dass sie sich perfekt an dieser Stelle integrieren würde.

Kickstart.

Es ist 5:35 als der Wecker klingelt. Der Hund schaut mich vorwurfsvoll an, es ist nicht seine Zeit, meine auch nicht. Eher schlecht als recht plumpse ich aus dem Bett – ich habe einem Freund der über´s Wochenende hier war versprochen ihn zum Bahnhof zu bringen. 
Es ist kalt und ziemlich ungemütlich, darüber kann auch der dampfende Kaffee in meiner Hand nicht hinweg täuschen. Ich habe entschieden mich selbst zu überlisten, habe meine Sportsachen angezogen und plane auf dem Rückweg vom Bahnhof zum Sport zu gehen. Noch halb am Schlafen, bevor mein Körper wirklich weiß, was ich vorhabe. 30 Minuten dauert das Training, in der Hälfte brennen nicht nur meine Oberschenkel – ich bin auch wach. 
Das Gefühl hinterher? Großartig. Für eine Sekunde denke ich „das müsste ich öfter mal machen“ und muss dann über mich selbst lachen. Der Wecker ist für morgen früh gestellt.