Montage starten langsam in diesen Tagen: Mit einem langen gemeinsamen Spaziergang, einem Kaffee oder zwei in der Hand. Nacheinander natürlich. Ich habe mich entschieden nicht mehr zu müssen – mehr zu wollen. Seitdem startet Tage und Wochen entspannter, weniger unter Druck. Weniger gehetzt. 

In dieser Woche…

Was feierte ich die ersten Herbsttage in der vergangen Woche – selten habe ich mich so über den Regen gefreut. Ob es die Abwechslung war, die ich nach Wochen der Sonne und der Sommertage brauchte oder die Tatsache, dass der Herbst im vergangenen Jahr ohne allzuviele Regentage an mir vorüberzog, ich weiß es nicht. Der erste heiße Tee am Nachmittag, ein wollender Pullover zu Jeans und Boots, eine Duftkerze im Wohnzimmer – es war ganz wunderbar. 

Nachdem ich in den letzten Wochen meinen Kleiderschrank ganz massiv aussortiert habe und mich von Stücken trennte, die ungetragen und ungeliebt in meinem Schrank hingen, bin ich durch den unerwarteten und schnellen Umschwung des Wetters in eine leicht bedrängte Lage geraten: Ich besitze nahezu keine warmen Pullover mehr. 
Anstatt mich wie in der Vergangenheit auf die Schnelle (recht wahllos und planlos) mit neuen Pullovern einzudecken, will ich mir Gedanken machen. Darüber, welche Stücke meinen vorhandenen Stock an Kleidung ergänzen würden. Darüber, welchen Stil ich im kommenden Winter und im besten Fall auf in den kommenden Jahren tragen will.  

Die IFA lies ich in diesem Jahr aus, genau wie die ITB und die Ambiente. Ich fühlte mich nicht nach Messen, riesigen Hallen, trockener Luft und überteuerten Hotels. Brauchte eine Pause, besuchte kleine Events bei denen Produkte und Destinationen präsentiert wurden. Und es tat so gut. 
Ob ich in der letzten Woche ein bisschen mit mir gerungen habe doch noch zur IFA zu fahren, all die Einladungen wahrzunehmen und mich ins Getümmel zu stürzen? Na klar. Die Erfahrungen der letzten Jahr haben mich allerdings gelehrt auf meinen Körper und vor allem meine Intuition zu hören: Nicht sechs Destinationen in vier Tagen, bei denen selbst das Tauschen des Koffers in München zur zeitlichen Herausforderung wird. Stattdessen lieber ein bisschen weniger, aber dafür richtig. Ich wollte nicht am Rande der Erschöpfung in Kapstadt landen. 

In der kommenden Woche…

Kapstadt und Südafrika. 

Was mich in dieser Woche berührt und bewegt hat. 

Chemnitz.
Gerne würde ich im Auto sitzen, nach Chemnitz. 
Weil nur still gegen Nazis sein nicht genug ist. Weil ich daran glaube aufzustehen und meine Meinung zu sagen. Weil es unsere Pflicht ist, Ausländerfeindlichkeit keinen Raum zu geben. Leider ist es mir nicht möglich, zwei Termine die sich nicht verschieben lassen – einer am Montag Spätnachmittag und einer am sehr frühen Dienstagmorgen – machen es mir unmöglich. Trotzdem – #wirsindmehr.

Wir dürfen nicht abstumpfen, rechte Gewalt und Demonstrationen hinnehmen. Sie als Teil unseres Alltag und unserer Gesellschaft abstempeln. Wir müssen aufstehen, Nein sagen. Zeigen, dass das nicht Deutschland ist. Zeigen, dass wir der Feindseeligkeit gegenüber Fremden, Anderen und solchen, die dazu gemacht werden sollen kein zweites Mal zulassen. Dass in Deutschland kein Platz ist für rechtes Gedankengut, kein Platz für Hitlergrüße. 

Die Negativität einzelner Menschen. 
Sicherlich bin ich nicht perfekt, auch nicht immer mit mir im Reinen. Ich bin manchmal neidisch: Auf Urlaube, auf vermeitlich perfekte Leben und Wohnungen, auf Handtaschen…ich bin wie (wahrscheinlich) ein Großteil der Menschen da draußen. Was ich nicht bin? Missgünstig. 
Ein anderer Mensch, der etwas erreicht, das ich auch gerne erreichen würde? Gibt mir nicht das zwingende Bedürfnis diesen anderen Menschen – öffentlich oder im Geheimen – nieder zu machen. Jeden seiner Fehler und Schwächen auszubreiten, analysieren. 
In der letzten Woche war ich in einer solchen Situation: Ein Mensch, der einen anderen auseinander genommen und schlecht gemacht hat. In einem Instagram-Live-Chat, der von Bitterkeit und Missgunst nur so gestrotzt hat. So sehr, dass ich abschalten musste, dass ich es nicht mehr ertragen konnte – obwohl ich die Kollegin eigentlich sehr schätze. In einer Gesellschaft, in der wir alle so viel Druck und Kritik ausgesetzt sind und so viel einstecken müssen, da würde ich mir mehr gegenseitige Unterstützung wünschen. Du magst sie nicht und findest alles, aber auch wirklich alles was sie tut oder nicht tut blöd? Ok, das steht Dir natürlich zu. Aber trag deine Bitterkeit nicht so nach außen und vergifte die Atmosphäre mit Deiner Missgunst. 
Das gilt nicht nur für Blogger und Influencer – sondern für Menschen im Allgemeinen.