Fünfzehn Weihnachtsmärkte, alle nur wenige Geh-Minuten voneinander entfernt. Dazu tausende von Lichterketten, die die Innenstadt in ein wunderbares Meer von Lämpchen und Leuchten verwandeln. Im dritten Jahr in Folge hat die kroatische Hauptstadt Zagreb den Preis für den schönsten Weihnachtsmarkt Europas gewonnen. Zurecht.

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Dass mein erster Besuch auf der Balkan-Halbinsel ausgerechnet zur Weihnachtszeit stattfinden würde, hätte ich nicht gedacht. Die kroatische Küste mit ihren Stränden, Buchten und dem kristallklaren Wasser istin den Sommermonaten ein wahrer Touristenmagnet – und von München in wenigen Stunden mit dem Auto zu erreichen. Wir hatten schon einige Jahre auf dem Plan in Richtung Osten zu fahren und einen Roadtrip über den Balkan zu machen; und doch haben wir es immer wieder verschoben. Als jetzt die Einladung zum Advent in Zagreb kam, haben wir die Chance beim Schopf gepackt und sind in den Flieger gestiegen. Kein Ausflug zur Küste, sondern vielmehr in die winterliche Hauptstadt.

In Zagreb werden die Einflüsse verschiedenster Besatzungsmächte zu spüren: Zunächst gehörte das heutige Kroatien zum Osmanischen Reich, dann zum Habsburgerreich Österreich-Ungarn, schließlich zum Königreich und später zur Republik Jugoslawien. Jede Besatzungsmacht hat – in ganz unterschiedlicher Ausprägung – ihre Spuren hinterlassen. So haben mich zum Beispiel die ersten Straßenzüge, die ich in Zagreb gesehen habe, an die Architektur Wiens erinnert und eines der bekanntesten Desserts des Landes ist eine Art Strudel.

Und Germknödel. Auf jedem Weihnachtsmarkt, an vielen Buden –die Hefeklöße sind omnipräsent.
Dazu kommen verschiedene Arten von Würsten, frittierte Teigbällchen und jede nur erdenkliche Form von Glühwein und anderen Heißgetränken mit und ohne Schuss.
Aber das ist es nicht, was den Advent in Zagreb ausmacht. Es sind die Liebe zumDetail auf den Weihnachtsmärkten und die schier unzählbare Menge an Lichtern inder ganzen Stadt. Die Märkte liegen auf großen und kleinen Plätzen, schlängeln sich entlang Passagen und Aussichtspunkten im oberen Teil der Stadt,umschließen eine Eislaufbahn und das Nationaltheater. Überall zwischen drin stehen Bänke und Weihnachtsbäume, Stehtische und Hocker, kleine Details und perfekt inszenierte Fotospots. Ist es das, was den Weihnachtsmarkt so besonders macht? Vielleicht – in jedem Fall macht es einen Teil des besonderen Charmes aus.

Mein liebster Fakt über den Weihnachtsmarkt und Advent in Zagreb? Er geht noch bis zum 6. Januar 2019. Genau wie die Weihnachtszeit. Ichhabe es nie verstanden, warum die meisten Weihnachtsmärkt in Deutschland schonam 23.12. enden – ich gehe zwischen den Jahren und auch im neuen Jahr noch unheimlich gerne über die Weihnachtsmärkte, trinke einen Glühwein oder Met und gönne mir vielleicht auch noch eine Wurst – wenn sie so lecker ist, wie die kroatischen Knoblauchwürste.