Learning a persons routine in order to avoid them.

Menschen treten in mein Leben, mache bleiben, andere verschwinden wieder. Die Meisten hinterlassen Spuren; häufig schöne und gute Spuren – Spuren die ich gerne sehe, Erinnerungen die mich zum Lächeln bringen. Und weniger schöne Spuren. Solche, die immer wieder weh tun. Die noch nach Monaten und Jahren ein flaues Gefühl im Bauch verursachen. Diesen Menschen möchte ich aus dem Weg gehen – zu meinem eigenen Wohl. Antistalking – learning a persons routine in order to avoid them.

Ja, ich bekenne mich schuldig. Ich war schon auf beiden Seiten. Habe mir die Routinen der Menschen, die ich nicht treffen wollte – bewusst und unbewusst – eingeprägt um sie zu vermeiden. Mal mehr mal weniger erfolgreich. Antistalking. Ein treffender Begriff für eine Vermeidungsstrategie, mit der ich mich selbst zu schützen versucht habe. Vor unangenehmen Begegnungen, nicht enden wollenden Dramen und Vorwürfen. Vor dem beklemmenden Gefühl, dem drückenden Schweigen und den bösen Blicken. Und vor dem Schmerz, dem schlechten Gefühl in der Magengegend, das manche Menschen bei mir auslösen. Antistalking.

Der Kollege, mit dem ich mich gut verstanden habe.
Über Wochen und Monate hinweg, haben wir uns am Morgen in der Ubahn getroffen. Gemeinsam gelacht, erzählt und uns für die erste Kaffeepause verabredet. Eben so, wie man es unter netten Kollegen macht. Von einem Tag auf den anderen ist die Stimmung gekippt – und ich habe mich dabei ertappt eine andere Bahn zu nehmen. Ganz hinten in die Bahn einzusteigen weil ich wusste, dass er vorne einsteigt. Kein Gang zum Kaffee um 11:00, sondern erst um 11:15. Antistalking.

Der Exfreund, mit dem ich immer in die gleiche Bar gegangen bin.
Wer Trier kennt der weiß – viel Auswahl gibt es nicht bei den Bars, man geht eben dahin, wo man immer hin geht. Berechenbar, beschaulich, vorherzusehen. Und einfach zu vermeiden. Wenn jede Begegnung in ein Drama ausufert und ich lieber zu Hause geblieben bin, als eine weitere Darbietung zu erleben. Antistalking.

Die Freundin, deren Nähe mir nicht gut tat.
Immer zwei Mal mehr als du. Ein ewiges “Meine Wohnung ist größer, mein Job ist besser, meine Beziehung ist glücklicher.” Anstrengend, weniger herzlich. Keine echte Freundschaft? Trotzdem habe ich daran festgehalten. Dann der große Knall. Und seitdem ein präzises Vermeiden ihrer Wohngegend, der Veranstaltungen auf denen ich sie treffen könnte, Cafés. Antistalking.

Und Socialmedia.
Dieser eine Freund, der jeder meiner Stories schaut. Aufsaugt. Der immer weiß was ich tue (zumindest in dem Maß, in dem ich mein Leben auf meinen Kanälen teile) – und mich doch aus seinem echten Leben gestrichen hat. Antistalking?