Ich kaufe gerne ein. Ich kaufe sicherlich auch vieles, was ich nicht unbedingt brauche, was unnötig ist. Sales und Schnäppchen machen mich zufrieden. Aber das, diese Konsumschlacht – das ist mir zu viel. 

Vielleicht ist es mir im letzten Jahr weniger aufgefallen, vielleicht ist es in diesem Jahr extrem. Vielleicht bin ich durch mein Ausmisten der letzten Wochen und Monate sensibler für das Anhäufen von Gegenständen geworden, vielleicht ist meine Social Media-Blase schuld an meiner Wahrnehmung. Aber ich habe genug. 

Genug von 100 Rabattcodes, Verlinkungen und Angeboten. Online und Offline. Mir zwingt sich das Gefühl auf, dass gar nicht mehr überlegt, sondern einfach nur geshopped wird. Den zehnten roten Polyesterpullover in Grobstrick-Optik, weil rot jetzt gerade in ist und man das Teil eh in ein paar Wochen beim nächsten großen Bloggerflohmarkt verscherbelt. 
Ich habe genug davon, dass mir vorgegaukelt wird, ich könnte jetzt ganz tolle Schnäppchen machen – wo doch einfach nur in den letzten Monaten die Preise langsam angehoben wurden, um jetzt ebendiese Rabatte zu geben. 

Sicherlich ist es nett, wenn Links zu Onlineshops in einem Blogpost hübsch aufbereitet werden – und alle verdienen mit. Der Blogger über sein Affiliate-Programm, der Anbieter ebendiesen Programms, der Onlineshop. Immer weiter schaukelt sich der Konsum nach oben, seit Tagen gibt es in den Insta-Stories schon kaum noch anderen Content als immer noch mehr Codes und Rabatte, Hauls von bereits gekauftem,  die gleichen Kampagnen bei zehn unterschiedlichen Bloggern. Alle gleich. 
Auch ich bin bei einem Affiliate-Netzwerk registriert. Auch ich verdiene immer mal wieder ein bisschen was, wenn ihr über Links einkauft, die in meinen Artikeln auftauchen. Das kostet Euch nichts zusätzlich – mein Anteil geht vom Gewinn des Online-Shops ab. Und obwohl diese Woche (global gesehen) die umsatzstärkste des Jahres ist, habe ich mich dagegen entschieden Rabattcodes ohne Ende zu veröffentlichen. Weil ich selbst meinen Konsum überdacht habe. Weil ich mir wünsche, dass auch meine Leser bewusst konsumieren. 

Ich verstehe es. Ein Stück weit.
Und ganz ehrlich: Wer tatsächlich auf der Suche nach einem roten Pullover in Grobstrickoptik ist, der wird heute wahrscheinlich zu (stark) reduzierten Preisen fündig. Ich prangere nicht den Konsum und das Kaufen an sich an. Sondern nur die übermäßie Fülle und die Maßlosigkeit, die sich in den letzten Jahren eingeschluchen hat. 

Immer noch mehr. Und gleichzeitig noch billiger. Wegwerfmode. Jedes Jahr das neuste iPhone und das alte kommt einfach in den Müll. Mehr, mehr, mehr. 
Ich würde mir für diesen (und alle kommenden) Black Fridays und Cyber Mondays und was man sich sonst noch so einfallen lässt ganz einfach wünschen, dass wir kurz einmal innehalten. Uns fragen „Brauche ich das wirklich“ anstatt einfach nur zu konsumieren, weil es gerade günstig ist.