Wie in Trance laufe ich den Weg. Bin ihn hunderte von Malen gelaufen, muss nicht eine Sekunde nachdenken, alles passiert automatisiert. Die Straße entlang, die Treppen hoch, einmal rechts, dann links, wieder rechts. Ich bin zu Hause. Endlich wieder. 

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Elf Jahre. 4015 Tage. 
Zum ersten Mal bin ich wieder wirklich länger in meiner Heimatstadt, nicht nur ein langes Wochenende. Nicht nur ein paar Tage über Weihnachten. Drei Wochen – keine Ewigkeit, aber es fühlt sich ein bisschen so an. 
Wenn ich in meinem alten Bett aus Kindertagen aufwache, mit der Bettwäsche, die ich vor elf Jahren zurückgelassen habe – weil ich mich zu erwachsen fühlte für den König der Löwen. Ich wache auf und muss lächeln, bin meiner Mama für einen Moment dankbar, dass sie diese Bettwäsche und die damit verbundenen Kindheitserinnerungen bewahrt hat.

Nichts ist anders – und doch ist alles anders. Ich bin anders. 
In den letzten 4015 Tagen habe ich in sechs verschiedenen Wohnungen gelebt. Eigentlich gar nicht so viel, wenn ich darüber nachdenke. Sechs Wohnungen, vier Städte – der gleiche Mensch und doch ganz anders. Ein bisschen fühlt es sich nach durchatmen an, wieder in diesem Bett zu liegen.

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Aus der Not heraus bin ich in diese Situation gekommen: Unsere Wohnung in München noch vermietet, irgendwie erschöpft vom Reisen und aus dem Koffer leben, auf der Suche nach einer kleinen Pause. Aus der Not bin ich in diese Situation gekommen, aber ich merke, wie sehr ich sie genieße. Wie gut sie mir tut, wie sie mich auftanken lässt. Der Kaffee am Morgen in Mitten der grünen Pflanzen und Bäume, der Spaziergang mit meiner Mama und dem Hundekind um den Tag zu starten. Die Möglichkeit jeden Tag auf den Friedhof zu gehen und für mich einen Abschluss zu finden, den ich in Amman nicht erreichen konnte – vielleicht auch nicht wollte. Alte Freunde aus Schulzeiten treffen, merken wie sehr mir diese Menschen fehlen in meinem Leben. 

Zuhause. 
Ich liege im Bett, höre das Hundekind leise neben mir schnarchen und frage mich, was „zuhause“ eigentlich bedeutet. In den letzten Monaten war ich fest davon überzeugt, dass „zuhause“ überall sein kann, wenn man es nur richtig macht. Aber in diesem Moment – in meinem KInderzimmer, in der alten Bettwäsche – in diesem Moment ist genau diese Situation das „zuhause“ nach dem ich mich gesehnt habe. Für genau diesen Moment.