Der erste richtige Herbstsonntag.
Ich sitze auf dem Sofa, den Laptop auf dem Schoß, eine Tasse Tee neben mir. Draußen regnet es, ich höre das Trommeln auf dem Fenster. Ich atme tief durch, lasse das Gefühl des Abschieds zu. Der Sommer nimmt Abschied, ich mit ihm. Ich nehme mir ein paar Momente Zeit um über die letzten Monate nachzudenken. Über all das was war, was sich verändert hat, was dieser Sommer mit mir gemacht hat.

Ich sitze und verliere mich in Gedanken, Erinnerungen und Erwartungen.
Dieses besondere Gefühl, wenn etwas Neues beginnt. Ein neuer Lebensabschnitt, ein nächster Schritt. Eine Tür hinter mir geschlossen, eine neue Tür geöffnet. Noch weiß ich nicht, was dahinter liegt. Noch bin ich voller Euphorie und Vorfreude, der festen Überzeugung, dass alles gut gehen wird. Ich nehme langsam Abschied von einem besonderen Sommer.

Die letzten Monate haben mich auf mehr als eine Probe gestellt. Immer wieder war ich kurz davon aufzugeben und mich einfach mit dem zufrieden zu geben was ist. Immer wieder hingefallen, überlegt liegen zu bleiben und dann doch wieder aufgerappelt. Weiter, immer weiter. Weiter – aber nicht mehr höher, schneller. Nicht mehr im Vergleich mit anderen, nur noch im Vergleich mit mir selbst. Besser sein, als ich es zu Anfang des Sommers war. Besser, was ist das eigentlich?

Besser sein.
Zufriedener sein. Die Gründe für die eigene Unzufriedenheit erkennen und aktiv daran arbeiten sie aus der Welt zu schaffen.Hinfallen, immer wieder. Und dann ein Mal mehr aufstehen. Ein anstrengender Sommer liegt hinter mir, ein großartiger Sommer. Ein Sommer voller Erfahrungen, Grenzen die ich überschritten habe. Jetzt ist es Zeit sich zu verabschieden, Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen. Ich spüre ein Kribbeln im Bauch, ein gutes Kribbeln.

Vielen Dank für die lehrreiche Zeit, Sommer.

Herbst – ich bin bereit für Dich.