Manchmal fragen mich Freunde, wie mein Tag eigentlich so abläuft. Vielleicht weil es schwierig ist sich vorzustellen, wie man als Freiberufler arbeitet. Meine Antwort ist wahrscheinlich in der Regel sehr unbefriedigend, denn ich habe keinen „geregelten“ Tagesablauf. Jeder Tag ist anders und ich mag es genau so. Aber ein Punkt, ein kleiner Punkt, ist doch immer ähnlich. Ich trinke morgens in aller Ruhe einen Kaffee.

Egal wie spät ich aufgestanden bin, egal wie viele Termine anstehen und wie sehr ich unter Zeitdruck bin: Ich nehme mir morgens 10 Minuten um in Ruhe meinen Kaffee mit Milchschaum zu trinken. Währenddessen schaue ich mir nochmal meinen Tagesplan an und überlege mir, was ich vorhabe an diesem Tag.

Diese zehn Minuten gehören mir ganz alleine und ich freue mich jeden Morgen darauf – auch weil ich mich freue aus unserem großen Fach voller Tassen eine auszusuchen, die an diesem Tag zu meiner Stimmung und der benötigten Menge an Kaffee passt. Das kann mal mehr sein oder auch mal weniger.


Jetzt muss man eines wissen: Januar und Februar sind schwierige Monate für mich. Ich hänge irgendwie so zwischendrin. Weihnachten ist vorbei (offensichtlich) und es ist noch kein Frühling (auch offensichtlich). Die Tage sind jetzt grau, neblig und irgendwie fällt es mir schwer gute Laune zu haben. Ich fühle mich auch ein bisschen grau, genau wie das Wetter. Aber ich trickse mich aus: Mit Blumen auf meinem Schreibtisch, die mich lächeln lassen. Mit einem leuchtenden Nagellack, der mich schon auf den Frühling einstimmt. Mit guter Musik, die mich schon am Morgen tanzen lässt. Und mit einer Kaffeetasse, die ich selbst bemalt habe.

Eigentlich wollte ich Pusteblumen malen. Am letzten Samstag vor Weihnachten bin ich voller Optimismus in die Stadt gefahren – mit dem harmlosen Wunsch einen schwarzen Porzellan-Maler zu kaufen. Nachdem ich erfolglos in drei Geschäften war, habe ich aufgegeben. Schwarze Porzellan-Maler waren in München nicht mehr zu kaufen, alles weg. Aber Gold gab es. Und Silber und ein glitzerndes Rot. Alles irgendwie blöd für Pusteblumen.


Ich habe mich dann ganz spontan für ein Muster entschieden – und ich habe ehrlich gesagt so wahnsinnig viel Spaß daran gefunden, dass ich sicherlich nicht den letzten Teller bemalt habe. Ich habe schon Oster-Pläne. Und welche für den Valentinstag.
Und psst: ich habe inzwischen auch einen schwarzen Porzellan-Maler. Nach den Feiertagen waren sie wieder ganz normal in den Geschäften erhältlich.