Ich weiß, dass es Zeit ist loszulassen. Mich umzudrehen, zu gehen.
Nicht nochmal umdrehen, nicht zurückblicken. Der Versuchung widerstehen, stark bleiben. Fast steigen mir Tränen in die Augen – weil es so schön war. Weil es mich hat wachsen lassen, menschlich. Ich schaue nochmal hoch und gebe nach, lasse die Tränen kullern und mich selbst für einen Moment in dieses Gefühl fallen. Abschied.

Blumenkleid – more&more
Pullover – h&m, ähnlich hier
Schuhe – Zara, ähnlich hier

Ich möchte nicht zurückschauen – I´m not going that way. Und doch; es ist kein wehmütiger Blick, eher ein liebevoller. Ein Blick auf eine schwierige und doch wunderschöne Zeit. Auf die Menschen, die mein Leben prägen, verändern, an meiner Seite stehen. Die mich stützen, mir Kraft geben und mich so bedingungslos lieben und annehmen. Ein Blick zurück, der mich zum Weinen bringt – aber es sind keine traurigen Tränen. Tränen des Glücks?

Innerhalb einer Woche hat sich die Natur um mich herum verändert. Selten habe ich den Herbst so intensiv und zeitlich derart komprimiert erlebt wie in den letzten sieben Tagen in Norwegen. Es war wie ein letztes Aufbäumen der Natur, als würden nochmal alle Farben ausgepackt, die Wälder zum Strahlen gebracht. Bevor sich alles in den Winterschlaf begibt, von einer meterdicken Schneeschicht überzogen wird. Schlafend, auf das Frühjahr wartend, dass sich hier oben erst im Juli einstellt.
In Tromsö, so sagt man, herrscht acht Monate Winter – und vier Monate im Jahr sind die Skibedingungen nicht optimal. Das scheint es sehr gut zu treffen.

Ich nehme die letzten Kraftanstrengungen der Natur war und blicke nun doch zurück. Auf einen besonderen Sommer. Und auf die Menschen, die den Weg mit mir gemeinsam gegangen sind. Die Menschen, die den Weg weiter mit mir gehen – auch dann, wenn ich alles alleine schaffen will. Die Menschen, die mich alleine gehen lassen und doch immer neben mir stehen. Meine Familie, mein Freund, meine engen Freunde. Ich schaue zurück und bin unendlich dankbar, zuversichtlich. Ich weiß, dass wir gemeinsam zurückblicken auf diesen Sommer. Und gemeinsam in die gleiche Richtung blicken, ein beruhigendes Gefühl. Ein letzter Blick – und ich lächele.