Zürich ist kein echte Geheimtip. Die kleine Weltstadt am See ist wohl doch irgendwie jedem ein Begriff. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich von Zürich lange Zeit nur die Bahnhofstraße mit den unzähligen Juwelieren kannte. Und mit den Luxemburgerli, die aussehen wie Maccarons, schmecken wie Maccarons, aber auf keinen Fall Maccarons genannt werden dürfen. Ich dachte, dass das Zürich sei. Ist es auch – aber Zürich ist eben auch noch sehr viel mehr. Zürich kann auch richtig cool. 

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Ich finde, man entdeckt eine Stadt häufig am schönsten, wenn man sich treiben lässt. Oder wenn man jemanden kennt, der in der Stadt lebt. In Zürich genießen wir die Kombination: Wir waren schon oft in der Stadt. So oft, dass wir uns treiben lassen können ohne Angst zu haben, dass wir etwas verpassen. Und wir haben Familie dort. Menschen, die gerne ihre Geheimtips mit uns teilen und uns sagen, was es gerade neues gibt. Das Beste aus zwei Welten sozusagen. 

Als wir Anfang Juli in Zürich waren, hat gerade das Züri Fäschdt stattgefunden – ein Stadtfest, dass es alle zwei Jahre gibt. Wäre das Wetter ein kleines bisschen freundlicher und nicht ganz so kalt gewesen, hätten wir vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit in der Stadt verbracht, wären am See gesessen und hätten ohne dicken Schal und Regenjacke das Feuerwerk am Abend sehen können (30 Minuten mit passender Musikuntermalung über dem See – absolut großartig). Wir haben uns aber nicht im Geringsten die Laune verderben lassen und ein großartiges Wochenende in der Stadt verbracht. Von Freitag Nachmittag bis Sonntag Nachmittag haben wir so viel Zürich genossen, wie es irgendwie ging – und uns ein kleines bisschen von der Gelassenheit der Schweizer anstecken lassen. Weil ich meine Entdeckungen aber nicht für mich behalten will, habe ich ein paar Ideen für ein perfektes Wochenende in Zürich für Dich zusammengestellt: 

Anreise nach Zürich

Von München aus ist man mit dem Auto am Freitag Nachmittag gute vier Stunden unterwegs – und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es vollkommen unnötig mit dem Auto zu fahren. Die Zugverbindung ist direkt und viel schneller. Man kommt in Zürich direkt mitten in der Stadt an, das öffentliche Verkehrsnetz ist richtig gut ausgebaut und man kommt ohne Auto perfekt zurecht. Wir sind zwar mit dem Auto angereist, haben es aber direkt in der Hotelgarage abgestellt und gegen die ZürichCard eingetauscht. Für 72 Stunden konnten wir mit allen Verkehrsmitteln fahren und hätten an vielen Stellen noch zusätzliche Vergünstigungen bekommen. 
Ich bin auch schon mehrmals mit dem Flieger nach Zürich (nicht von München aus, aber von anderen Destinationen) und kann auch diesen Weg empfehlen. Man ist wirklich wahnsinnig schnell in der Stadt. 

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Freitag Nachmittag

Eins vorweg: Essen, Trinken, Dienstleistungen im Allgemeinen (also auch der Frisör und das Nagelstudio) sind in Zürich sehr viel teurer, als wir es aus Deutschland gewöhnt sind. München ist sicherlich nicht die günstigste Stadt – im Vergleich zu Zürich aber ein Schnäppchen. Ich wusste vorher, was mich erwartet und habe die grundsätzliche Einstellung im Urlaub nicht auf jeden Cent – oder in diesem Fall auf die Rappen – zu achten. So ein Wochenende kann aber schnell teuer werden. 

Erstmal ein bisschen schlendern, die Altstadt erkunden und runter bis zum See. Ich liebe Städte am Wasser und der Zürichsee ist wirklich ganz besonders schön. Wenn es Zeit zum Abendessen wird, dann mag ich am ersten Abend erstmal etwas Traditionelles. 

Acapulco

Traditionell wird es, aber erst beim Essen. Vorher gibt´s einen italienischen Apero mit reichhaltigem Buffet in der Acapulco Bar (Di-Fr). Nicht zum stattessen, mehr zum anregen – danach geht es ja noch weiter. Ich habe mir sagen lassen, dass es Sonntag Karaoke gibt. Das klingt jetzt vielleicht nicht sexy – ist es aber wohl doch. Und unglaublich lustig. 
Langstraße/Neugasse 56, 8005 Zürich – 044 272 66 88

Hardhof

Am Albisriederplatz gibt es Schweizer Spezialitäten: Leberli, Züri-Geschnetzeltes, Cordon Bleu und viele Rezepte, die in anderen Gaststätten seit Jahrzehnten von den Speisekarten verschwunden sind. Irgendwie ist es gemütlich, der Service ist ausgezeichnet und nach dem Essen fühle ich mich richtig in der Schweiz angekommen. 
Badenerstraße 344, 8004 Zürich – 044 4929711

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Und wo schlafen?

Im 25hours in Zürich West! In einem ehemaligen Industriegebiet gelegen hat sich die Gegen rund um das Hotel zu einem der modernsten Viertel der Stadt entwickelt. Zuerst dachte ich, dass Hotel würde vielleicht ein bisschen zu weit außerhalb liegen, aber durch die Tram-Haltestelle direkt vor der Tür ist man tatsächlich in weniger als 10 Minuten am Hauptbahnhof – und wenn man keine Lust hat, bleibt man einfach in Zürich West. Da ist es eh cool.

Wir hatten ein Zimmer im 25hours Zürich West, einen Stellplatz in der Tiefgarage und Frühstück im Hotel. Nicht, weil es nicht genug nette Frühstückslokale geben würde, sondern weil ich das Frühstück im 25hours so liebe. In jedem Haus in dem ich bisher gewohnt habe war es großartig. 
Das war nicht mein erster Besuch in Zürich West, ich habe vor ein paar Jahren schon mal geschäftlich dort gewohnt und damals auch den kleinen aber feinen Wellness/Fitnessbereich genutzt: Wunderbar mit großartigem Blick über die Stadt. Leider hatte ich diesmal vor lauter Entdecken gar keine Zeit zur Entspannung.

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Wenn Dir Zürich West doch nicht zentral genug ist, dann habe ich noch super News für Dich: Ende des Jahres macht ein 25hours direkt in der Stadt auf. Leider war es im Juli noch eine komplette Baustelle, sonst hätte ich schon mal einen kleinen Blick versucht zu erhaschen. 

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Was machen wir am Samstag Vormittag? 

Nach dem Frühstück nehmen wir die Bahn in Richtung Langstraßenviertel. Dort hat sich ein junges und spannendes Quartier entwickelt, dass nichts im dem traditionellen (und vielleicht ein bisschen steifen) Zürich zu tun hat. Im Langstraßenviertel wurden zuerst die Gastarbeiter einquartiert, dann die Prostituierten und dann die Drogenszene. Davon ist heute nicht mehr viel übrig und es ist wirklich richtig nett. Was das Viertel ausmacht? Viele verschiedene Kulturen, Alteliers, Galerien und Showrooms. Dazu kleine Läden, in denen man echte Schätze entdecken kann. 

Viu
Mein Freund und ich sind beide Brillenträger. Er jeden Tag, ich nur ab und zu weil ich meine Linsen bevorzuge. Beide tragen wir Brillen von Viu (er sogar noch zusätzlich eine Sonnenbrille) und wir haben den Laden tatsächlich in Zürich das erste Mal entdeckt. Inzwischen gibt es auch eine Filiale in München – aber in Zürich ist es viel netter. 
Grüngasse 4,8004 Zürich

Edition Populaire
Ich liebe handgefertigte Kleinigkeiten, ich unterstütze gerne kleine europäische Manufakturen. Solche Dinge sind meine liebsten Souvenirs und Edition Populaire in der Freyastraße hat wirklich eine wunderschöne Zusammenstellung von hübschen Alltagsgegenständen bis hin zu einzigartigen Accessoires. Eine absolute Empfehlung für alle, die auf der Suche nach besonderen Kleinigkeiten sind. 
Freyastraße 21, 8004 Zürich

Uniqum
Ein Interior-Laden, wie ich ihn mir wünsche. Kein Mainstream, aber auch nicht gewollt und gezwungen individualistisch. Ich kann eintauchen und mich immer wieder an der einzigartigen Zusammenstellung der Einzelstücke erfreuen. Man findet dort alles von kleinen Gastgeschenken bis hin zu wunderschönen Accessoires. Manches braucht man, anderes nicht unbedingt – dafür ist es dann aber wunderschön. 
Bäckerstraße 56, 8004 Zürich

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Zeit zum Lunchen

Palestine Grill
Ich habe eine gr0ße Schwäche für orientalisches Essen. Die Schlangen sind am Wochenende manchmal ein bisschen länger – aber es lohnt sich. Hummus und Falafel sind ganz frisch zubereitet und wirklich richtig gut. Zum Reinlegen sozusagen. 
Langstraße 92, 8004 Zürich

Casablanca
Eigentlich eine Cafébar, auf der Karte stehen aber auch ein paar Kleinigkeiten wie Suppe, Quiche und Salate. 
Langstraße 62, 8004 Zürich

Poushe Strudelhaus
Bulgarische Köstlichkeiten mitten in Zürich. Ich wollte eigentlich gar nichts. Dann habe ich probiert und wollte plötzlich doch. Es gibt verschiedenste Strudel in süß und salzig – da ist tatsächlich für jeden etwas dabei. 
Wyssgasse 2, 8004 Zürich

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Am Nachmittag: 

Wenn das Wetter es irgendwie zulässt ist jetzt der perfekte Zeitpunkt für eine Schiffsfahrt. Das klingt spießig? Gar nicht. Es ist einfach wunderschön und so entspannend. Ich habe schon mehr als einen Nachmittag auf den Schiffen am See verbracht. Es sind übrigens richtige Verkehrsmittel die von vielen Pendlern genutzt werden. Die Abfahrt ist am Bürkliplatz. 

Und wenn es regnet? Dann gehts ab ins Stadtbad Zürich
Zu vollkommen vernünftigen Preisen gibt es Hammam, Sauna, Dampfbad und jede Menge Wellness-Anwendungen. 
Stauffacherstraße 60

Dinnertime in Zürich: 

Si o no
Weil ich Tapas und Kleinigkeiten liebe, gehe ich gerne zum Si o no. Das Lokal ist in einer ehemaligen Metzgerei untergebracht und wirklich nett. Alles hat ein kleines bisschen den Charme des Vergangenen…ich mag das. 
Ankerstraße 6, 8004 Zürich

Maison Blunt
Im vorderen Bereich gibt es ein ganz normales Restaurant, hinten eine marrokanische Lounge. Es gibt genau das zu Essen, was ich mag: Tajinen, Couscous – und dazu ein Tee aus frischer Minze. 
Gasometerstraße 5, 8005 Zürich

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Am Sonntag – Garten und ein bisschen Kunst?

Frau Gerolds Garten
Ich weiß nicht, ob es einen besseren Ort gibt um einen Sonntag zu vertrödeln. Bei Frau Gerold gibt es etwas zu Essen, es gibt aber auch Lesungen und jede Menge Kultur. Einfach ein wunderbarer Ort, der sich das ganze Jahr rentiert. Während man im Sommer ganz entspannt vor den alten Schiffscontainern sitzen kann, wird in der kälteren Jahreszeit im Wintergarten Fondue serviert. Wie cool ist das denn bitte?
Geroldstraße 23, 8005 Zürich

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Vielen Dank an das 25hours Zürich West und die Stadt Zürich für die Einladung.