In den letzten Wochen war ich viel unterwegs – die Foodblogdays haben mich in vier verschiedene Städte gebracht und ich hab wahnsinnig viele neue Leute kennengelernt. Und immer wieder habe ich einen Satz gehört “Du machst das erst seit 2 Jahren – das ist ja toll. Du bist so wahnsinnig erfolgreich.” Bin ich das wirklich? Was ist denn Erfolg eigentlich? Ich hab in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht…was bedeutet Erfolg eigentlich für mich? Habe ich selbst das Gefühl erfolgreich zu sein? Und eine Erkenntnis habe ich für mich ganz klar ziehen können: Erfolg lässt sich für mich nicht (nur) in Zahlen messen.

Erfolg bedeutet für mich zu tun was ich liebe.

Wenn ich am Morgen wach werde, bin ich glücklich. Ich wache auf und freue mich auf das, was vor mir liegt. Dass ich die Chance habe meinen Arbeitstag mit Nummer Fünfzehn und allem was dazu gehört zu verbringen – das ist für mich das beste Gefühl das es gibt auf der Welt. Seitdem ich denken kann wusste ich, dass ich mich eigentlich gerne selbstständig machen wollte.

Ich liebe es so sehr alle Entscheidungen treffen zu können, meine Vorstellungen umzusetzen und meine Pläne zu verwirklichen. In meiner aktuellen Lebenssituation könnte es nicht besser laufen und ich kann mir keinen anderen Weg für mich vorstellen. Ja – ich habe Erfolg.

Erfolg bedeutet für mich unabhängig zu sein.

Sicherlich ist jeder Mensch anders: Für andere gibt es vielleicht nichts besseres als die Sicherheit eines festen Anstellungsverhältnisses. Ich liebe die Unabhängigkeit. Wenn ich nächste Woche von Barcelona aus Arbeiten möchte, dann kann ich das machen. Wenn ich drei Wochen Urlaub in Vietnam machen möchte, dann kann ich das machen. Wenn ich morgens nicht aufstehen will, dann kann ich liegen bleiben. Ich bin unabhängig. Und ich muss mit allen Konsequenzen leben, die das mit sich bringt. Wenn ich nach Barcelona fliege, dann komme ich wahrscheinlich mit meinen Deadlines durcheinander. Wenn ich drei Wochen Urlaub mache, dann entgehen mir wahrscheinlich wichtige und schöne Aufträge. Wenn ich im Bett liegen bleibe, muss ich am Abend länger arbeiten, um mein Tagespensum zu schaffen.

Der wichtigste Punkt der Unabhängigkeit ist für mich aber ein anderer: Ich verdiene mein eigenes Geld. Ich brauche keine finanzielle Unterstützung von meinem Freund, meinen Eltern, von der Bank. Ich alleine bringe das Geld nach Hause und ich kann entscheiden, wofür ich es ausgebe. Das ist für mich ein gutes Gefühl und ich denke mir: Ja – ich habe Erfolg.

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Erfolg bedeutet für mich auf mich selbst zu hören.

Erfolg bedeutet für mich auch, dass ich aus meinen Fehlern lerne und auf mich selbst höre. Meinen ersten richtigen Job nach meinem Studium habe ich angenommen, obwohl ich beim Vorstellungsgespräch ein schlechtes Gefühl hatte. Ich wusste eigentlich, dass es die falsche Entscheidung ist die Stelle anzunehmen. Gleichzeitig hatte ich Angst nichts Besseres zu finden und habe unterschrieben. Heute bin ich ein Stück weiter: Wenn ich bei einem Kunden oder Partner ein schlechtes Gefühl habe, dann arbeite ich nicht mit ihm zusammen. Wenn ich bei einem Freund ein schlechtes Gefühl habe, dann beende ich die Freundschaft. Ich höre inzwischen sehr viel mehr auf mich selbst und meine innere Stimme, ich habe Vertrauen zu mir selbst gefunden. Und ich kann sagen: Ja – ich habe Erfolg.

Erfolg bedeutet für mich mit Niederlagen umgehen zu können.

Es läuft nicht immer alles rosig im Leben. Niederlagen gehören dazu – für manches ist man selbst verantwortlich, anderes wird durch die äußeren Umstände beeinflusst.

Ich erinnere mich ganz klar an meine erste “berufliche” Niederlage: Im zweiten Semester bin ich durch eine Klausur gefallen. Das erste und einzige Mal. Ich war vollkommen verzweifelt und am Boden zerstört. Ich weiß aber auch, dass ich ganz einfach zu wenig gelernt hatte und meinen privaten Problemen zu dieser Zeit Vorrang gegeben hatte. Und ich habe an diesem Nachmittag gelernt mit Niederlagen umzugehen. Ich habe mir einen Tag für mein Selbstmitleid gelassen und mich dann wieder zusammengerauft: Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Ich habe mir einen Lernplan aufgestellt, mir einen Kommilitonen gesucht mit dem ich zusammen die Vorbereitung angegangen bin und habe bei der Klausur im nächsten Semester als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Niederlagen sind nicht zwingend etwas Schlechtes: Niederlagen können unheimlich anspornen, wenn man sie richtig erkennt und einsetzt.

Heute sehen meine beruflichen Niederlagen etwas anders aus: Ich scheitere am Halbmarathon. Ich bekomme einen Auftrag nicht. Ich bin mit der Missgunst unter Bloggern konfrontiert. Manchmal reicht es auch aus, dass ich mein Tagespensum nicht erreiche – eine Mini-Niederlage. Aber heute ziehe ich auch aus meinen Niederlagen Kraft und habe das nötige Selbstbewusstsein an die nächste Situation wieder frei heranzugehen. Ja – ich habe Erfolg.

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Erfolg bedeutet für mich meine Ziele zu erreichen.

 Ja – klar. Erfolg ist auch an Ziele und Zahlen gekoppelt – ich würde lügen, wenn ich das abstreite. Und selbstverständlich habe ich Ziele, wer nicht? Bedingt durch die Selbstständigkeit habe ich mir Ende 2015 ein paar Gedanken gemacht. Über Zahlen, Follower, Auftragsvolumen und darüber, was ich bis Ende 2016 erreicht haben will  – jetzt ist Halbzeit und ich bin nicht unzufrieden. Vieles steht noch auf der todo-Liste, vieles ist abgearbeitet und umgesetzt. Wahrscheinlich ist es eine Frage der Persönlichkeit: Wenn ich ein Ziel erreicht habe, stecke ich mir gleich ein neues. Ist das der Grundstein für Erfolg? Ich weiß es nicht. Erfolg ist etwas unheimlich persönliches, jeder versteht etwas anderes – jeder von uns hat andere Ziele. Der größte Erfolg für mich ist, dass ich ganz einfach meinen eigenen Weg gehe.