Gerade sitze ich in Norwegen auf meinem Bett und schaue aus dem Fenster. Vor mir tut sich ein leuchtend orange-gelber Wald auf – der Herbst ist hier nördlich des Polarkreises in vollem Gange, bevor der lange harte Winter in ein paar Wochen übernehmen wird. Zuhause in München ist es meist die Wiesn, die mir das Gefühl gibt, dass der Sommer nun endgültig vorbei ist, Die Wiesn markiert den Start in den Herbst, in eine neue Saison. Und jetzt ist der Ausnahmezustand schon fast wieder vorbei.

In diesem Jahr fühlt es sich anders an, als wäre ich nicht wirklich ein Teil davon.
Zum ersten Mal habe ich mich mehr als Außenstehender und Beobachter gefühlt. Nicht als Besucher. Ich hatte es vor ein paar Tagen schon mal gesagt: Mich hat die Euphorie im Vorhinein nicht gepackt und irgendwie konnte mich die Stimmung nicht richtig mitreisen. Natürlich hatte ich einen schönen Nachmittag – eh klar. Aber der Wunsch nach einer Wiederholung hielt sich in Grenzen. Zu kalt, zu nass, zu voll.

Ich war dann doch noch zwei Mal draußen. Bin das erste Mal bewusst durch die Schaustellergassen, habe mir angeschaut, was es alles gibt. Welche Achterbahnen, Fahrgeschäfte, Mandelstände. Ich habe die Polizisten der Wiesnwache gesehen. Die Ordner der privaten Sicherheitsfirmen, die Zäune und Einschränkungen. Aber das war es nicht, was mich abgehalten hat.
Ich kann es gar nicht in Worte fassen, fast fühlt es sich so an, als wäre ich Wiesnmüde geworden.