Es ist schon fast zwei Monate her, dass ich in Norwegen war. Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht.
Und während ich heute morgen bei fast 30 Grad in Dubai in den Flieger zurück nach Amman gestiegen bin, geht heute der letzte Teil meines Traveldiaries aus dem hohen Norden online.
Norwegen hat mich vor allem mit atemberaubender Natur beeindruckt: Die Fjorde sind einfach absolut einzigartig, ein Naturschauspiel das man nur in Norwegen beobachten kann. Und dann…ja dann habe ich meinen ersten Fisch gefangen.

Tromsö: Mit dem Fischkutter raus in die Fjorde

Wahrscheinlich wäre ich außerhalb von Norwegen niemals auf die Idee gekommen einen Trip mit einem Fischkutter zu unternehmen. Niemals. Ich bin kein besonders geduldiger Mensch und die Aussicht stundenlang unbeweglich darauf zu warten, dass endlich ein Fisch anbeißt finde ich nicht unbedingt glorreich. Aber irgendwie hat es mich in Tromsö dann doch gereizt. Ein kleiner Spoiler: Es hat tatsächlich keine fünf Minuten gedauert, bis mein erster Fisch angebissen hatte. Den gab es dann gleich zum Mittagessen.

Der Morgen an dem ich mit dem Fischkutter zuerst raus in die Fjorde und später auch ins Nordpolarmeer gefahren bin, war so neblig, dass ich tatsächlich kaum fünf Meter weit schauen konnte. Als wir aus dem Hafen von Tromsö gefahren sind, war die Sicht gleich Null. Glücklicherweise war es unter Deck kuschelig, es gab Kaffee und Kekse zum Frühstück und ich konnte aus der gemütlichen Wärme beobachten, wie die Wellen sich am Bug gebrochen haben.
Dann plötzlich: Der Käptn hatte den Kutter exakt über einen Fischschwarm bugsiert, die Angeln wurden ausgepackt und schwupp hatte ich schon meinen ersten Fisch an der Angel. Ein bisschen stolz war ich dann schon und ganz ehrlich: So ein selbstgefangener Fisch in der Fischsuppe schmeckt einfach gleich doppelt so gut. Dass am Nachmittag bei der Rückfahrt in den Hafen von Tromsö die Sonne rauskam und wir das wunderbarste Herbstwetter überhaupt hatten – das hat sicherlich auch nochmal einen großen Teil beigetragen.

Tromsö: Raus in die Lyngenalpen

Überhaupt – das Wetter. Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an das Wetter, hätte es nur geregnet und geschneit – das wäre für mich ok gewesen. Ich hätte mich nicht gewundert. Stattdessen hat mich der hohe Norden mit einer Woche sonnigem Herbstwetter verwöhnt. Bis auf einen nebligen Morgen hatte ich ausschließlich strahlenden Sonnenschein, blauen Himmel und die wunderschönsten Herbstfarben, die die Natur zu bieten hat.
Ich hatte es schon einmal erwähnt – nach Norwegen fährt man nicht wegen der großartigen Städte, sondern wegen der atemberaubenden Natur. Tromsö ist eine gute “Homebase” und bietete auch ein bisschen was für einen Tag oder zwei vor Ort, aber viel beeindruckender ist es die Stadt zu verlassen und die Umgebung zu erkunden. Weil ein öffentlicher Nahverkehr nahezu nicht existiert, ist man entweder auf einen Mietwagen oder einen organisierten Ausflug angewiesen.

Ich war mit einem Auto unterwegs: Man ist einfach ein bisschen flexibler und kann den Tag eher nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Ganz abgesehen davon ist schon das Autofahren alleine ein besonderes Erlebnis. Autobahnen gibt es in Norwegen eigentlich nur im Süden, rund um Oslo. Der Rest des Landes ist – mal mehr mal weniger gut – mit kleinen Landstraßen erschlossen, die zu einem großen Teil direkt an den Fjorden entlang führen. Selten bin ich über einen ganzen Tag hinweg ununterbrochen derart landschaftlich schöne Straßen gefahren.

Nachdem mich schon der Ausflug nach Sommeroy begeistert hat, konnte ich es ehrlich gesagt kaum erwarten wieder ins Auto zu steigen und in die Lyngenalpen zu fahren. Ohne beurteilen zu können, ob das tatsächlich stimmt, habe ich mir sagen lassen, dass die Lyngenalpen den berühmten Lofoten ähnlich sind. Auf die Lofoten habe ich es bei diesem Trip leider nicht geschafft – aber die Lyngenalpen waren unglaublich schön.
Leuchtend blaues Wasser in den Fjorden, gold-rot-orange-gelbe Blätter in allen nur erdenklichen Schattierungen an den Berghängen, dazu die massiven Steinmassen, die sich steil aus dem Wasser erheben. Ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Und Ruhe, es war unglaublich ruhig, still, friedlich.

 

Auch wenn sich die Reise nach Norwegen gerade so unendlich weit entfernt anfühlt – fast wie aus einem anderen Leben – ich weiß, dass ich nicht das letzte Mal im hohen Norden war. Die klare kalte Luft, die Ruhe, die außergewöhnliche und einzigartige Natur – das hat mir gefallen. Ich möchte mehr davon sehen, erleben, kennenlernen.