Ich vermisse Euch, ich komme nach Europa. Das sagt er einfach so, dann bucht er einen Flug. Kommt von New York nach Deutschland um uns zu sehen. Vor uns liegt ein langes Wochenende zu dritt. Eine Freundschaft, die über zwei – zeitweise drei – Kontinente funktioniert. Eine, in der man sich nur selten spricht, noch seltener sieht. Und trotzdem eine Freundschaft, in der ich mich so wohl und natürlich fühle, wie nur selten.

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Ich habe ihn an meinem ersten „Schultag“ in Amman kennengelernt, sie auch. Beide standen etwas verloren im Eingangsbereich.
Er sehr laut, das Gespräch irgendwie an sich reissend. Sie auf den ersten Blick viel zu alternativ und überhaupt nicht mein Fall. Trotzdem und vielleicht aus Ermangelung von Alternativen haben wir jeden Tag der kommenden zwei Wochen miteinander verbracht: Wasserfälle, Nachmittage auf Dachterassen, alte römische Städte und frisch gepresste Granatapfelsäfte. Plötzlich waren wir Freunde.
Es stellte sich raus, dass er eigentlich gar nicht laut ist – sondern unsicher. Es stellte sich raus, dass sie sich eventuell etwas alternativer kleidet als ich -aber einer der wunderbarsten Menschen ist, die ich überhaupt kenne.

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Vielleicht liegt es daran, dass wir älter werden. Dass wir die Qualität der Zeit, die wir gemeinsam verbringen höher einschätzen, als die Quantität. Vielleicht muss man zunächst ein paar weniger gute Freundschaften durchleben, schlechte Erfahrungen machen – um dann die guten wirklich wertzuschätzen.

Freundschaft braucht nicht immer dieses ständige sehen, alles teilen.
Ich habe ihn seit 16 Monaten nicht gesehen. Aber darauf kommt es nicht an. Wir skypen immer mal wieder, daten uns über das Leben des anderen up. Schreiben Whatsapp. Vorallem aber verbindet uns etwas, eine gemeinsame Erfahrung, das Wissen, dass diese Freundschaft mehr zählt und mehr aushält, als die Kilometer kaputt machen können.

Sie hat ein Leben, das ganz anders ist als meins. Durch die kurze Entfernung, die aktuell zwischen uns liegt, sehen wir uns recht häufig. Drei oder vier Mal im letzten Jahr. Gleich nachdem ich entdeckt habe, dass sie zwar fragwürdige Pluderhosen trägt, aber ansonsten komplett auf meiner Wellenlänge liegt, waren wir unheimlich eng. Sind wir noch immer.

Knapp 48 Stunden bleiben uns zu dritt – und ich freue mich auf jede Einzelne.