Jetzt ist das Jahr schon drei Wochen alt. Gefühlt habe ich gestern erst Silvester gefeiert – seitdem waren die Tage mit Arbeit vollgepackt und ich hatte noch kaum einen Moment zu reflektieren. Was ich mir vornehme, was ich von diesem Jahr erwarte.
Die wenigen Momente völliger Ruhe habe ich, wenn ich durch den frischgefallenen Schnee laufe. Meine kleine Auszeit ganz für mich. Endlich Zeit die Gedanken etwas schweifen zu lassen. 

Ich will nichts mehr erwarten!

Was erwarte ich also von 2016? Die ehrliche Antwort wäre, dass ich nichts erwarte. Die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass mich Erwartungen nicht weiter bringen. Erwartungen an andere Menschen. Erwartungen an einen Urlaub. Erwartungen an meine Familie. Erwartungen, dass sich durch ein bestimmtes Ereignis alles ändern wird. So funktioniert das Leben nicht – das musste ich in den letzten Jahren auf die harte Tour lernen. Der Urlaub an sich bringt keine Entspannung – die Entspannung kommt, wenn ich es schaffe loszulassen. Egal ob ich mich zu dem Zeitpunkt auf den Malediven befinde, oder in München. Kein anderer Mensch kann mein Leben verändern – egal ob er da ist oder nicht. Ich kann mein Leben verändern. Und zwar nicht nur zum 1. Januar, sondern in jeder beliebigen Minute.
Also keine Erwartungen an 2016. Sondern vielmehr Wünsche und Ziele. Der Wunsch das ein oder andere zu verändern. Nur wenn ich an mir und meinen Zielen arbeite, wird sich etwas verändern. Vielleicht ist es auch nur in meinem Kopf – vielleicht sehe nur ich diesen Unterschied: Für 2016 habe ich keine Erwartungen und keine Vorsätze – ich habe Ziele. Das ist sehr viel bindender und definitiver für mich.

Ich verfolge meine eigenen Ziele!

Ich laufe also durch den frischgefallenen Schnee und freue mich. Über den Moment. Darüber, dass ich es geschafft habe mich aufzuraffen und warm einzupacken. Mein erstes Ziel: Der Halbmarathon im Mai. Puh! Ich gebe es ehrlich zu: Ich hab es schon mehr als ein Mal bereut, dass ich zugesagt habe. 21 km hören sich nach einer Menge an, mehr als doppelt so viel wie bei meinem Lauf im letzten Jahr. Aber während ich durch den Schnee laufe, bereue ich es plötzlich nicht mehr. Ich friere, ich bin müde – aber ich bin auch so unglaublich stolz auf mich selbst. Ich weiß, dass ich es schaffen kann. Ich laufe und erreiche gleich zwei meiner Ziele: Der Halbmarathon wird mit jedem Schritt realistischer und ich genieße die Stille. Jeder Schritt knarzt. Meine Füße sind kleine Eisklumpen, aber ich laufe einfach weiter. Laufe mir den Kopf frei und genieße die Kälte. Dann fängt es wieder an zu schneien. Dicke Flocken. Ich habe meine Ziele fest vor Augen. 2016 wird mein Jahr.