Ich werde wach von den Kuhglocken, die irgendwo in der Nähe läuten und symbolisieren, dass ich nicht die erste und einzige bin, die an diesem frühen Morgen wach ist. Noch mit nackten Füßen tapse ich über unseren kleinen Balkon auf die offene Wiese. Taunass und sehr erfrischend. Sehen kann ich die Besitzerin der Glocke nicht, aber ich weiß, dass sie in dem kleinen Wäldchen steht, das sich direkt an das Vigilius Mountain Ressort anschließt. So muss sich Urlaub in den Bergen anfühlen.

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Schon als wir die gewundene Straße durch Lana in Richtung Talstation der Seilbahn fahren, habe ich ein Gefühl. Ein Gefühl das vor uns ein wunderbarer Hotelaufenthalt liegt. Mit viel Natur, Ruhe und fantastischem Essen.
Das Vigilius Mountain Resort liegt auf 1500 m und ist nur über eine (lange und recht anstrengende) Wanderung zu erreichen – oder mit der Seilbahn. Wir haben uns für die letztere Variante entschieden und sind in weniger als zehn Minuten den Berg hinauf Richtung Hotel geschaukelt. Die Bahn fliegt über Weinberge, Apfelplantagen und durch Wälder. Oben angekommen ist es nicht nur ein paar Grad kälter – es ist wie in einer anderen Welt.

Während am Tag noch recht viele Wanderer auf den Wegen rund um das Vigilius Mountain Resort unterwegs sind, wird es mit Einbruch der Dunkelheit still. Die wenigen Hotelgäste verteilen sich auf dem weiträumigen Gelände, wir sitzen auf unserem ebenerdigen Balkon, der direkt in eine Wiese übergeht und beobachten die Sterne.


Entschleunigung, Digital Detox – Runterkommen und Ankommen.

Das Vigilius Mountain Resort ist ein Inbegriff von Entschleunigung und Rückbesinnung.
Die Zimmer haben keine Fernseher, das Wlan wird um 23.00 abgeschaltet und der Telefonempfang ist grundsätzlich eher übersichtlich. In vielen öffentlichen Bereichen wie dem Spa, dem Restaurant und der Piazza, auf der am frühen Abend ein Apperitiv gereicht wird, ist die Verwendung von Smartphones grundsätzlich nicht erwünscht, nicht erlaubt. Digital Detox.
Während ich in der ersten Nacht noch leise geflucht habe, als das Wlan abgeschaltet wurde, weil ich eine Deadline verpassen würde, habe ich es in den kommenden Tagen genossen. Man kann nach 23.00 nicht arbeiten, man muss nach 23.00 nicht arbeiten. Keine Filme bei netflix schauen, nicht im Internet surfen.
Nach zwei oder drei Tagen, habe ich mein Telefon im Zimmer vergessen, keine Stories gemacht. Digital Detox.

Auch im Spa-Bereich habe ich es als angenehm empfunden. Keine quäkenden Telefone, sondern Menschen, die sich unterhalten. Leise. Menschen die Bücher und Zeitungen lesen. Vor allem aber: Nicht viele Menschen. Mit 40 Zimmern ist das Vigilius Mountain Ressort sehr übersichtlich in der Gästeanzahl und gleichzeitig sehr weitläufig in der Anlage. So gibt es z.B. im Spa Ruhebereiche auf mehreren Ebenen, drinnen und draußen. Es verläuft sich, es ist unheimlich entspannt.


Ein klimafreundliches Hotelkonzept.

Zunächst war ich fast ein kleines bisschen enttäuscht, dass der Spa-Bereich keinen großen Außenpool im Infinity-Style hat. Ich sah mich vor meinem inneren Auge über dem Bergpanorama schweben. Warum es keinen solchen Pool gibt? Aus energetischen Gründen. Die Beheizung eines solchen Außenpools (und eine Beheizung wäre auf 1500 m den Großteil des Jahres notwendig) verbraucht etwa eine LKW-Ladung Holzschnitzel pro Woche. Das Vigilius ist allerdings ein klimafreundliches Hotel, dass auch als ein solches ausgezeichnet wurde. Im Zimmer lassen sich z.B. die Fenster nicht kippen (sondern nur entweder komplett öffnen oder komplett geschlossen halten), um Energieverlusten vorzubeugen. Die Zimmer werden durch eine Lehmwand geheizt, die neben ihrer Heizfunktion auch als optisch ansprechender Raumtrenner zwischen Schlafbereich und Badezimmer dient. An vielen Stellen wird auf einen klimafreundlichen Hotelbetrieb geachtet – da ist es in meinen Augen sehr konsequent auf einen energiefressenden Außenpool zu verzichten. Einen kleinen Whirlpool umgeben von Bäumen gibt es draußen, neben dem großzügigen Pool im Innenbereich, aber doch – und den habe ich umso mehr genossen.

Gourmetküche auf 1500 m.

Auf dem Berg gelegen hat man doch die Möglichkeit ins Tal zu fahren, nach Lana zu fahren, wann immer man möchte. Zwischen 9.00 und 23.00 fahren alle 30 Minuten Gondeln, bei Bedarf auch häufiger.
In Lana gibt es viele Restaurants unterschiedlichster Art – oder man isst, so wie wir es getan haben, in einem der beiden hauseigenen Restaurants. Während „Ida´s Stube“ klassische Südtiroler Küche wie Speckknödel, Schlutzkrapfen und Marende serviert, steht im „1500“ Gourmetküche auf der Karte. Ausgefallene Gerichte, besondere Kombinationen, spannende Texturen. Auch hier herrscht allerdings stricktes Smartphone- und Kamera-Verbot, weswegen es keine Bilder gibt.

….aber in “Ida´s Stubn” gibt es ganz wunderbare Marende mit Speck und Käse am Mittag. Und die darf auch gerne fotografiert werden.

Für wen ist das Vigilius Mountain Resort das Richtige?

Zunächst einmal: Für Erwachsene. Es ist in meinem Empfinden kein Hotel, das Kindern eine große Freude bereitet. Kinder sind erlaubt (das Vigilius Mountain Ressort ist also kein klassisches „Adults only“ Hotel), es war auch ein kleines Mädchen im Hotel zu Gast, als wir dort waren.
Trotzdem empfinde ich es, auch durch die vielen Ruhebereiche und die wirklich etwas abgelegene Lage, eher als ein Hotel, das seinen Fokus auf Erwachsene legt. Zwei Freundinnnen, die zusammen ausspannen, Mutter und Tochter (auch Vater und Sohn haben wir gesehen) und natürlich auch Paare.

Ein Lunch in “Ida´s Stubn”: Krautsalat mit Spinatknödelwürfeln.

Das Vigilius Mountain Resort ist das richtige Hotel für alle, die im Urlaub gerne Gourmetküche genießen wollen. Die Karte ist abwechslungsreich und bietet einen besonderen Aspekt, der mir sehr gut gefallen hat: Das Küchenteam kommt aus den unterschiedlichsten Regionen Italiens – und jeder hat eine Spezialität aus seiner Heimat auf die Karte gesetzt. Richtig schön.

Das Vigilius Mountain Resort ist das richtige Hotel für Menschen, die ausspannen wollen.
Nicht nur, weil das Digital Detox-Konzept hier umgesetzt wird. Um den Gast bei der „Entgiftung“ zu unterstützen, gibt es übrigens z.B. vor dem Spa und am Eingang zum Restaurant kleine Schließfächer, in die das Smartphone eingeschlossen werden kann; für die wirklich Abhängigen gibt es auch die Möglichkeit zur Verfahrung an der Rezeption 😉
Entschleunigung und Ausspannen passiert in der Umgebung ganz automatisch. Verschiedene Wanderwege schlängeln sich weiter in Richtung Gipfel, auf Almen oder ins Tal. Ob man zwei, vier oder sechs Stunden unterwegs sein will – es ist für jeden etwas dabei. Und wer allzu müde ist und sich vielleicht nicht ganz so viel bewegen will, für den fährt sogar ein kleiner Sessellift zum Gipfel.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dem Hotel Vigilius Mountain Resort für die Einladung und Gastfreundschaft.