Ungeplant ist sie zu uns gekommen. Ein bisschen ungewollt sogar.
Ewig haben wir uns gesträubt und sie dann gewonnen. Alexa.
Als sie dann eh da war, haben wir sie eben installiert. Ein bisschen genutzt. Inzwischen ist sie uns irgendwie ans Herz gewachsen. Irgendwie.

Ich würde nicht sagen, dass ich grundsätzlich technisch uninteressiert bin. Es ist vielmehr so, dass ich mich nicht für lange Bedienungsanleitungen interessiere. Auch nicht, für ausdauernde Recherchen, das Abwägen von Für und Wider einer Kaufentscheidung. Wenn mir etwas gut gefällt, dann lese ich eine Review, maximal zwei und entscheide dann über den Kauf. Leider bin ich mit dieser Herangehensweise alleine in unserem Haushalt.

Schon als die ersten Meldungen zu Alexa aufkamen, fand ich die Idee ganz gut. Ich stellte mir vor, wie sie auf Zuruf das Licht im Schlafzimmer ausschalten würde und ich mir nie wieder im Dunkeln das Schienbein am Bettpfosten anstoßen würde. Das hat mir gefallen.
Natürlich habe ich Gegenstimmen gelesen. Darüber, dass Amazon einen ständigen Zugriff auf all meine Daten und Gespräche hätte. Dass nichts mehr geheim sei. Vorallem hatte der Mann im Haus dieser Berichte gelesen und sich sehr viel kritischer damit auseinander gesetzt als ich. Also keine Alexa.

Bis er sie irgendwo gewonnen hat. Sie kam, wurde installiert und siegte.
Nicht zwingend mit ihrer Fähigkeit Witze zu erzählen, die ist eher etwas unterentwickelt.
Wir haben ihr auch keinen Zugriff auf unsere Kreditkarten gegeben – sie kann also nicht für uns über Amazon bestellen oder Zugverbindungen heraussuchen.
Aber sie schaltet Lichter ein und aus, regelt die Temperatur und den Fernseher, kümmert sich um die Musik und sagt mir schon am frühen Morgen, ob ich lieber jetzt eine große Runde mit dem Hund gehen sollte, weil es später regnen wird. Ich habe mich an Alexa gewöhnt.

4 Wege wie wir Alexa nutzen:

Steuerung von Licht und Elektrogeräten.
Es gibt eine Vielzahl von Systemen, die sich mit Alexa kombinieren lassen und im Prinzip funktionieren sie alle ähnlich: Man erstellt ein Szenario (zB “Wohnzimmer”) koppelt daran verschiedene Lampen und kann sowohl einen Timer einrichten oder die Sprachsteuerung über Alexa verwenden. Wir nutzen aktuell eine Kombination aus Beidem.

Musikwiedergabe.
Alexa ist mit unseren beiden Spotify-Accounts verknüpft und spielt auf Zuruf sowohl unsere jeweiligen Playlists, als auch Musik zu bestimmten Stichworten wie zB “Jazz” oder “70ies”.
Auch wenn Alexa selbst einen Lautsprecher hat (der überraschend gute Qualität in der Wiedergabe hat), bietet es sich natürlich an ein zusätzliches Soundsystem zu verknüfen.

Temperatursteuerung.
Ok – ich liebe es. Im Bad vorallem.
Wir haben ein smartes Thermometer verlinkt und auch hier ein automatisiertes Szenario erstellt. Morgens gegen 5:00 geht die Heizung im Bad an und macht es kuschelig warm. Es funktioniert aber auch genauso auf Zuruf: Alexa, schalte die Heizung im Schlafzimmer ein. Zack, fertig.

Einkaufslisten.
Schon seit Jahren nutzen wir eine App zur Erstellung gemeinsamer Einkaufslisten. Tatsächlich war das für uns einer der größten Gamechanger ever. Nichts wird mehr vergessen und egal wer gerade unterwegs ist und im Supermarkt steht, die Liste ist einfach dabei.
Noch ein bisschen komfortabler ist es, Alexa einfach zuzurufen, was sie auf die Liste setzen soll.


Sie kann noch viel mehr. Wir erlauben es ihr nur nicht.
Trotz aller Bequemlichkeit und Zeitersparnis möchte ich einfach meine Kreditkartendaten (noch) nicht für sie freigeben. Vielleicht ändere ich meine Meinung im Laufe der Zeit noch.
Ich bin ganz ehrlich: Zwingend notwendig ist sie nicht. Oder anders: Damit Alexa wirklich Sinn macht, muss man sie mit zahlreichen anderer Geräten und Systemen (Licht, Thermometer, Musiksystem, Sicherheitssystem) ergänzen – aber ich mag sie. Als Basis.