Beim Aufräumen und Ausmisten habe ich sie gefunden. Die ersten Bilder unserer Wohnung: Von der Besichtigung damals, von dem Tag an dem wir hier eingezogen sind, von den ersten Monaten hier. Auch wenn ich die Wohnung vom ersten Moment an geliebt habe – im Moment bin ich so wahnsinnig happy mit der Einrichtung und dem Loook, den wir hier geschaffen haben.

Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass ich nicht zwingend eine nach meinem Geschmack eingerichtete Wohnung brauche, um glücklich zu sein. In Amman war meine Wohnung weder besonders schön, noch hatte sie eine (auch nur annährernd) voll ausgestattete Küche. Das Bett war furchtbar unbequem, die Möbel alt und an der Decke waren Neonröhren statt gemütlichem Licht. Trotzdem ging es mir gut, trotzdem war ich glücklich. Oder anders: Die Aspekte meines Lebens in Jordanien, die mich nicht glücklich gemacht haben, hatten nichts mit der Einrichtung zu tun.
Trotzdem bin ich wahnsinnig froh ein bisschen Zeit in unseren eigenen vier Wänden zu verbringen. Zu Hause.

Natürlich gibt es ein paar Kleinigkeiten, die wir noch ändern und anpassen wollen im Wohnzimmer. Seit Jahren möchten wir einen neuen Fernseher. Ich wünsche mir vernetzte Lautsprecher in allen Zimmern und hätte gerne noch eine zusätzliche Stehlampe. Kleinigkeiten, keine großen Veränderungen. Wir sind glücklich mit unserer Wohnung und ich habe zum ersten Mal seit Jahren das Gefühl fertig zu sein. Fertig mit der Wohnung, ich habe keine neuen Projekte im Hinterkopf.
Die Wohnung ist - genau so wie sie ist - meine Homebase. Der Ort, an den ich zurückkommen kann. Der Ort, an dem ich mich von einer Sekunde auf die andere zu Hause und geborgen fühle. Hier schalte ich ab, komme zur Ruhe, plane die nächsten Schritte und Reisen. Aus einer Wohnung ist über die Jahre heimlich, still und leise ein Zuhause geworden.