Havanna. Die alte Dame der Karibik. Unser erster Stop auf Kuba ist die Hauptstadt Havanna. Ich bin voller Vorfreude und kann mir keine wirklichen Hindernisse vorstellen – bis jetzt lief alles so glatt. Aber bis zu dem Zeitpunkt waren wir ja auch noch nicht auf Kuba. 

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Willkommen auf Kuba – hallo Havanna!

Wir nehmen unsere Rucksäcke vom Gepäckband und wollen Richtung Ausgang. Ein junge Frau in Uniform hat einen Zettel mit unseren Passnummern in der Hand und will wissen. ob sie uns ein paar Fragen stellen kann. Ich habe nicht das Gefühl, dass es die Option gibt „Nein“ zu sagen. Sie befragt uns also. In einem recht zügigen Spanisch mit durchwachsenem kubanischen Akzent. Mir ist am Anfang nicht ganz klar, warum wir ausgesucht wurden – es dämmert mir erst, als sie nach unseren Berufen fragt. „Periodista“ – Journalistin. Mist. Darüber muss sie erst mal mit ihrem Vorgesetzten sprechen. Dem versuche ich zu erklären, dass ich mich nicht für Wirtschaft und Politik interessiere (jedenfalls nicht in beruflicher Hinsicht), sondern Essen fotografiere. Und Interieur. Ich würde es ihm ja gerne zeigen, aber es gibt nun mal kein Internet. Nach relativ langen Konsultationen mit seinen Kollegen scheint er mir zu glauben. Ich muss meine Website auf einem Stück Papier notieren und wir können gehen.

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Nummer Fuenfzehn_Lifestyleblog aus Muenchen_Kuba Havanna Nationalpalast

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Unterkünfte in Havanna

Von Lina haben wir eine Adresse bekommen, an der sie auf uns wartet. Wir fahren mit einem Taxi, das die Bezeichnung Oldtimer noch nicht ganz verdient hat, die besten Jahre hat es aber wohl doch hinter sich. Die Straßenbeläge auch. Ich bekomme ein kleines bisschen Respekt vor dem Fahrer, weil er den Schlaglöchern und Rollern so geschickt ausweicht. Am Ziel angekommen will er erst weiter fahren, als Lina aus dem Haus kommt. Es sei wohl keine touristische Gegend in die wir wollen. Ich finde das rührend und freue mich umso mehr, als ich Lina entdecke.

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Nummer Fuenfzehn_Lifestyleblog aus Muenchen_Kuba Havanna Haeuser am Malecon

Die historische Altstadt von Havanna

Havanna ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Eine Stadt, von der man nur noch erahnen kann, wie unglaublich schön und majestätisch sie gewesen sein muss. Eine Stadtvilla reiht sich an die nächste, wir sehen viele Säulen, Balkone und ehemals prachtvolle Verzierungen. Der Zahn der Zeit und wohl auch der Ozean nagen an der Stadt. Trotzdem ist es Liebe auf den ersten Bllick. Wie viel es ausmacht, wenn man ein halb verfallenes Haus in türkis oder rosa anstreicht – erstaunlich. Alles wirkt unheimlich fröhlich und freundlich. Aus jedem zweiten Haus tönt laute Musik, alles ist erfüllt von guter Laune.

Die historische Altstadt ist wohl das, was man sich anschauen sollte, wenn man in der Stadt ist. Wir finden es…nun ja…touristisch. Sobald man um zwei Ecken biegt, ist die Welt wieder in Ordnung und alles ist sehr viel entspannter. Zum Lunch essen wir ein Sandwich und trinken einen Eistee. Dummerweise überlegen wir uns zu spät, dass das Eis im Eistee wohl nicht unbedingt für die europäische Darmflora geeignet ist. Ich verbringe komplette 24 Stunden zwischen Bett und Badezimmer, dann geht es wieder einiger Maßen. Seitdem trinke ich Wasser. Aus versiegelten Plastikflaschen. Keine Gläser, keine Drinks. Sicher ist sicher.

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In Havanna lasse ich mich einfach treiben

Havanna ist keine Stadt, in der ich Punkte auf einer Liste abhaken will. Havanna weckt in mir das Bedürfnis mich einfach treiben zu lassen und ein Gefühl für die Stadt und die Menschen zu entwickeln. Ich bin wie gebannt und ganz sicher, dass es nicht mein letzter Besuch bei der alten Dame der Karibik gewesen sein wird. (EDIT: Das war am Anfang unserer Reise. Bevor wir zwei Wochen auf der Insel verbracht haben. Jetzt bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob es noch einen Besuch geben wird.) Allerdings vielleicht der letzte, bei der ich sie in dieser Verfassung antreffe. Ich sehe das Potenzial der Stadt und ich befürchte, dass es auch ausländische Investoren erkennen werden. Aus den ehemaligen Stadtvillen werden vermutlich schicke Ferienapartments und Hotels entstehen, an einigen Stellen hat die Entwicklung schon begonnen. So sehr ich mich für die Kubaner freue, dass ihr Land sich entwickelt, so traurig macht es mich auch. Die Entwicklung wird viele Habaneros aus der Innenstadt vertreiben. Die ist dann nur noch für Touristen. Adios Havanna – du wunderschöne alte Dame der Karibik. Ich hoffe du büßt nicht zu viel von Deinem Charme ein.

Nummer Fuenfzehn_Lifestyleblog aus Muenchen_Havanna Kuba Gassen in der Altstadt