Einen Wal in freier Wildbahn zu sehen stand schon seit Jahren auf meiner Liste. Als ich die Blauwale in Tromso im letzten Jahr um wenige Tage verpasst habe, war ich untröstlich. Deswegen stand es absolut außer Frage, dass ich die Chance auf Wale in der Bucht von Hermanus nutzen wollte, wenn ich in Südafrika bin. Gleich um die Ecke kann man mit Haien tauchen und der südlichste Punkt Afrikas ist auch gleich da – auf geht’s, ab geht’s.

Was man in Hermanus unternehmen kann:

Von Juni bis November tummeln sich in der Bucht von Hermanus zahlreiche Southern Right Whales. Jeden Tag. Man kann sie vom Ufer aus sehen, man kann mit dem Boot raus fahren (und dann noch ein bisschen näher dran kommen) und ein einzigartiges Naturschauspiel beobachten.
Ich war ehrlich gesagt vorsichtig mit meiner Vorfreude Wale zu sehen, zu groß waren meine Bedenken ich würde doch keine Wale sehen. Auch wenn der Hotelbesitzer mir mehr als ein Mal versichert hat, dass er jeden Tag in den letzten vier Monaten Wale in der Bucht gesehen hat. Meine Begeisterung, als das erste Weibchen mit Kalb direkt vor meinen Augen im seichten Wasser geschwommen ist, war ich vollkommen begeistert und sprachlos.
Wenig später habe ich in der Bucht von Hermanus mehrere Wale beim Springen beobachten können. Mehrere Minuten lang war ein Männchen immer wieder aus dem Wasser gesprungen, hatte sich gedreht…selten habe ich etwas so schönes und beeindruckendes gesehen.

Was ich Dir zum Essen empfehlen kann:

Die „Innenstadt“ von Hermanus ist klein und niedlich. Touristisch aber auf eine sehr nette Art; ein kleines bisschen erinnert Hermanus mich an die kleinen Orte an der amerikanischen Ostküste.
Touristisch wie der Ort ist, gibt es zahlreiche kleine Cafés und Restaurants. Wir haben direkt am Wasser (und mit Blick auf springende Wale) im Burgundy Restaurant gegessen und ich habe mich an das südafrikanische Nationalgericht Bobootjie probiert: Eine Art verfeinerter Sherperds Pie. Ein Fleischeintopf, abgedeckt mit Kartoffelbrei. Sehr lecker und wahrscheinlich in einer eher gehobenen Ausführung.

In Gansbaai gab es ein Restaurant, das für den kalten und verregneten Tag genau das Richtige war: Drinnen prasselt ein offenes Lagerfeuer, an der Decke hängt das Skelett eines Right Southern Whales. Die Karte bietet unterschiedliche Fischgerichte, Eintöpfe und jede Menge Soulfood. Die Betreiber des The Great White House bieten auch Bootsexkursionen inklusive der Möglichkeit zum Tauchen mit Haien an; wir haben aus verschiedenen Gründen keine solche Exkursion gemacht – allerdings habe ich mich im Restaurant mit Gästen unterhalten, die von dem Ausflug zurück kamen und vollkommen begeistert waren.

Wo ich Dir in Hermanus empfehlen kann zu übernachten:

Zur Begrüßung gibt es nicht nur einen kleinen Erfrischungsdrink mit Roiboos-Tee (der ursprünglich aus Südafrika stammte, bevor er seinen weltweiten Siegeszug angetreten hat) und auf dem Kopfkissen lagen Kekse in Walform. I Like.
Abgesehen davon war das The Potting Shed weniger als zehn Minuten zu Fuß vom Meer entfernt, hatte ein sehr liebevoll zubereitetes Frühstück, eine Regendusche und einen sehr niedlichen kleinen Pool.

Auf zum Cape Arghulas:

Ich dachte eine lange Zeit, das Kap der guten Hoffnung sei der südlichste Punkt Afrikas. Falsch gedacht. Der südlichste Punkt Afrikas liegt etwa drei Autostunden entfernt am Cape Arghulas und schon die Autofahrt von Hermanus oder Gansbaai ist so wunderschön und spektakulär, dass sich die Reise lohnt. Am Kap angekommen gibt es einen Leuchtturm, den man hinaufklettern kann (tatsächlich klettern, die Holzleitern sind sehr steil) und eine kleine Landzunge, an deren Ende nicht nur der Atlantik und der Pazifik aufeinander treffen, sondern auch ein Messing-Schild die exakte Stelle des südlichen Punkts des afrikanischen Kontinents aufweist.
Wer sich ein bisschen Zeit nimmt, entlang der Küste spaziert und vielleicht auch noch einen Tee oder einen Kaffee in der Thermoskanne dabei hat, wird es gemütlich. Die meisten Touristen gehen nur wenige Meter, so ist man nach einigen Minuten Spaziergang schon komplett alleine. Ganz wunderbar.