Ich hatte mir ein Boutique-Hotel vorgestellt. Klein und gemütlich, aber trotzdem ein bisschen schick, Gerne ein bisschen landestypisch.
Nichts vollkommen verrücktes, trotzdem bin ich in Kairo kläglich gescheitert. Unser Hotel dort kann und will ich nicht weiter empfehlen. Umso netter war es in Luxor: Das Beit Sabee ist ein bisschen außerhalb der Stadt auf der Eastbank gelegen und schon beim Frühstück auf der Dachterrasse kann man auf die Tempel sehen. 

Luxor verteiilt sich auf beiden Seiten des Nils: Am Westufer liegen neben dem modernen Luxor auch Luxor-Tempel und Karnak-Tempel. Auf der Ost-Seite sind das Tal der Könige und das Tal der Königinnen, der Tempel von Hotschetepsut…und eben auch Beit Sabee. Darauf gestoßen bin ich eigentlich, weil ich auf der Suche nach einer Kreuzfahrt auf dem Nil war. Auch wenn die Schiffe von Nour el Nil wirklich ganz bezaubernd sind – wir haben uns letztlich gegen eine Fahrt mit Nour El Nil entschieden. Einfach nur aus Zeitgründen. Es wäre so schade gewesen sich abzuhetzen, die einzelnen Stationen nicht richtig zu genießen…ich kann es tatsächlich kaum erwarten kann wieder nach Ägypten zu fliegen und dann auch auf dem Nil zu fahren.
Über Nour El Nil bin ich aber – und da hat es sich ganz wundebar gefügt – auf Beit Sabee gestoßen.

Wir sind früh am Morgen in Kairo gestartet und waren bereits nach einer knappen Stunde Flug in Luxor gelandet. Wenn mich ein Hotel am Morgen nicht nur mit einem spontanen Upgrade sondern auch mit einem Frühstück auf der Dachterasse begrüßt: So gewinnt man mein Urlaubsherz.
Von der Dachterasse aus kann man nicht nur schon zum Frühstück den Ausblick auf Tempel und alte Gräber genießen, auch die Heißluftballons am frühen Morgen lassen sich beobachten. Ein solcher Flug stand schon ewig lange auf meiner Liste und nachdem wir es im letzen Jahr in Wadi Rum leider nicht geschafft haben, hatte ich für Luxor schon im Vorhinein einen Flug gebucht. Eines der besten Urlaubserlebnisse, die ich überhaupt jemals hatte.

Was mir wirklich gut gefallen hat im Beit Sabee:

  • Ich habe das Hotel nicht nur wegen der Dachterasse ausgesucht ,- ich mochte auch die Zimmer. Sie sind mit viel Liebe zum Detail und bunten Accessoires eingerichtet, Ein gute Laune-Garant.
  • Durch die Gräber zu laufen, die Tempel zu entdecken…man legt ganz ordentliche Strecken zurück. Im Innenhof steht eine große gemütliche Sitzlandschaft, auf der man den Tag ausklingen lassen kann. Alternativ stehen auch auf der Dachterasse zwei große Tische und eine Sesselgarnitur – ein schönes Detail, das mir gefällt.
  • Das Frühstück ist landestyptisch, aber recht üppig. Der salzige Frischkäse hat es mir besonders angetan, dazu gibt es selbstgemachte Marmeladen…sehr lecker.
  • Die Mitarbeiter sind sehr sehr hilfsbereit.
    Es war gar kein Problem uns einen Fahrer zu organisieren, der Transfer von und zum Flughafen wurde organisiert. Wir haben Tips für Ausflüge usw. bekommen.
  • Ist es eine Erwähnung wert? Ja in jedem Fall: Der Wasserdruck und die Moglichkeiten zur Temperaturregelung waren großartig. Wirklich. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
  • Auch wenn ich aus Erfahrung immer eine Mehrfachsteckdose im Gepäck habe: Hier waren tatsächlich so viele Stecker vorhanden, dass ich sie gar nicht gebraucht hätte.
    Noch dazu war das Wlan sehr stabil und wirklich gut. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit, aber durchaus ein Vorteil, wenn man die weitere Reise oder Ausflüge organisieren will.

Was man noch verbessern könnte im Beit Sabee:

  • Mit einem deutschen Verständnis von Sauberkeit kommt man – in Ägypten im Allgemeinen – nicht besonders weit. Oberflächlich sind die Zimmer sauber (Betten sind frisch bezogen, die Handtücher sind sauber), wenn man ein bisschen genauer hinschaut, könnte der Teppich schon auch nochmal gesaugt werden.
  • Die Ruhe des Hotels durch die eher abgelegene Lage bringt einen Nachteil mit sich: Am Abend zum Essen raus zu gehen ist ein kleines Abenteuer und nimmt durchaus ein bisschen Zeit in Anspruch. In der direkten Umgebung gibt es keine Restaurants. Man braucht schon ein Taxi um in Richtung Nil zu fahren.