Ich bin gerne in meiner Blase

In Deutschland gibt es für fast alles Regeln. Deutschland ist die Hochburg der Regeln und Regelungen, der Vorschriften und unausgesprochenen Herangehensweisen. Nur für die Begrüßung, für den ersten Moment – dafür gibt es keine klaren Vorschriften in Deutschland. Verstörend, manchmal sehr verstörend.

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Die Franzosen küssen sich. Rechts und links. Das weiß man, das macht man eben so.
In Jordanien gibt man dem anderen Geschlecht niemals die Hand, niemals. Stattdessen kann man die rechte Hand auf´s Herz legen und sich leicht (wirklich ganz leicht) verbeugen.
Und in Deutschland? Mal wird fleißig umarmt, mal gibt man nur die Hand – manchmal ist es auch nur ein freundliches Lächeln mit leichtem Nicken. Ganz variabel nach Region (der Norden ist eher ein Nicken, das Rhein-Main-Gebiet eher mit Anfassen – so meine Erfahrung), nach Tageszeit, Menschenschlag und vielleicht auch nach Alkoholpegel.

Hose – mango
Shirt – vero moda
Jacke – more&more *
Boots – ash, ähnliche hier

Vielleicht bin ich damit komplett alleine: Ich möchte gar nicht jeden Menschen umarmen, ich bin gerne in meiner Blase. Versteh mich nicht falsch – ich umarme gerne Menschen. Aber eben nur solche, die ich schon länger als fünf Minuten kenne. Menschen, mit denen mich etwas verbindet und die mir sympatisch sind.
Trotzdem – oder vielleicht auch deswegen – finde ich mich immer wieder in solchen Situationen wieder…Situationen, in denen ich mir eine weitere Regel für Deutschland wünschen würde. Jemand kommt mir schon umarmend entgegen, ich strecke die Hand aus. Ein unangenehmer Moment. Wie nett wäre es, wenn es eine Regel gäbe. Bitte.

Ich bin gerne in meiner Blase. Was ich meine ist: Ich habe gefühlt eine Blase um mich herum, ein persönlicher Raum. Eine Komfortzone sozusagen. Eine Komfortzone, in der ich nicht zwingend fremde Menschen haben muss und möchte. Eine Komfortzone, in der ich die Menschen, die ich liebe aber wirklich gerne habe. Ich bin gerne in meiner Blase – manchmal auch mit anderen.

*PR-Sample