Ohne frische Kräuter schmeckt mir jedes Essen nur halb so gut: Frisches Basilikum auf den Tomaten, ein bisschen Schnittlauch auf dem Butterbrot, Petersilie auf der Suppe.  Im Sommer habe ich einen relativ großen Kräutergarten auf unserem Balkon. Ich habe jeden Tag und bei jedem Essen die breite Auswahl zwischen all den Kräutern. Ich habe den perfekten Ort für sie gefunden. Sie stehen hell und trocken, aber nicht in der direkten Sonne. Jetzt im Winter ist es nicht ganz so einfach – aber auf dem Fensterbrett in unserer Küche scheinen sich die Kräuter doch ganz wohl zu fühlen.

So gerne ich heute mit frischen Kräutern koche – ich habe mich wirklich langsam rangetastet. Frisch an der Uni habe ich super wenig gekocht und dann auch nicht mit frischen Kräutern. Ich habe wahrscheinlich einfach das Aroma unterschätzt, das frische Kräuter in ein Gericht bringen. Dann habe ich langsam mit einem Basilikum-Töpfchen angefangen und in kurzer Abfolge sehr viele Basilikum-Töpfchen gekauft, weil mir eins nach dem anderen gestorben ist. Heute weiß ich es besser – ich habe das Basilikum zu viel gegossen und dann ist es verschimmelt. Nach und nach (auch mit wachsender Küche) sind immer mehr Kräuter bei uns eingezogen – inzwischen haben wir immer eine große Auswahl zum Kochen bereit stehen.

 

Petersilile

Nummer Fünfzehn_Kräutergarten Petersilie

Petersilie ist wohl der Klassiker unter den Küchen-Kräutern. Meine Oma hat Petersilie zu jeder Suppe serviert – und ich verwende auch fast jeden Tag ein bisschen Petersilie. Lange Zeit dachte ich übrigens, dass Petersilie ein deutsches Kraut ist: Heute weiß ich es besser. Auch in der libanesischen und türkischen Küche ist Petersilie omnipräsent.

Basilikum

Nummer Fünfzehn_Kräutergarten Basilikum

Basilikum ist für mich kein Kraut – Basilikum ist für mich ein direktes Transportmittel nach Italien. Im Auflauf, als unerlässlicher Bestandteil von Caprese oder im Pesto Genovese – Basilikum gehört für mich zur täglichen Küche dazu. Wusstest du, dass die Basilikum-Samen genau wie Chia aufquellen und man sie ebenso verwenden kann wie Chia-Samen?

Schnittlauch

Nummer Fünfzehn_Kräutergarten Schnittlauch

Im Saarland gibt es ein Gericht, dass  ich auch hier in München hin und wieder zubereite: Bratkartoffeln mit Schnittlauchsalat. Eigentlich ist es nicht direkt ein Salat, vielmehr eine Soße mit Joghurt, Essig, einem hartgekochten Ei und Schnittlauch. Weil Schnittlauch-Salat für mich eine sichere Therapie gegen Heimweh ist, haben wir immer einen oder sogar zwei Töpfe Schnittlauch im Haus

Minze

Nummer Fünfzehn_Kräutergarten Minze

Seitdem wir vor drei Jahren Urlaub in Istanbul gemacht haben, ist Minze bei uns ein absolutes Muss in der Küche. Frischer Pfefferminztee ist der beste Tee den es gibt. Ich liebe den intensiven Minzgeschmack. Falls noch ein paar Blättchen Minze übrig bleiben, verarbeite ich sie auch gerne im Dessert – zum Beispiel mit Schokolade oder frischem Vanilleeis. Lustiger Weise mag ich frische Minze sehr gerne, mit Lebensmitteln auf denen “Minzgeschmack” steht, kann man mich jagen. Bei künstlichem Minzgeschmack wird mir gleich ganz flau im Magen.

Thymian

Nummer Fünfzehn_Kräutergarten Thymian

Thymian ist für mich ein schwieriges Gewürz. Er gehört für mich ganz zwingend in eine Bohnensuppe aus grünen Bohnen. Zum Fisch mag ich ihn auch manchmal ganz gerne. Aber das war´s auch eigentlich schon mit meinen Verwendungsmöglichkeiten. Thymian schmeckt mir häufig zu intensiv und beherrschend: Bei Thymiankartoffeln schmecke ich nur noch Thymian. Sonst nichts. Habt ihr noch einen Vorschlag für mich, wie ich den Thymian verwenden könnte?

Zitronenmelisse

Nummer Fünfzehn_Kräutergarten Zitronenmelisse

Noch ein Tee. Noch einer, den ich am liebsten – und ehrlich gesagt auch ausschließlich – frisch trinke. Im letzten Sommer habe ich sie übrigens zusammen mit Minze in meiner türkischen Zitronenlimonade verwertet – die Zitronenmelisse hat einen sehr aromatischen und erfrischenden Geschmack.

Bei den Kräutern fehlen übrigens einige, die ich sehr gerne verwende: Rosmarin, Koriander und Dill. Der Koriander ist eine kleine Diva: Meist ist er schon verwelkt, wenn ich zu Hause ankomme oder er welkt in den folgenden Tagen. In jedem Fall ist es wirklich schwierig beim Koriander das Überleben zu sichern. Inzwischen bin ich weg vom Koriander im Topf. Ich kaufe ihn bündelweise beim türkischen Gemüsehändler und stelle ihn in einem Glas Wasser in den Kühlschrank.
Rosmarin ist für mich absolut unverzichtbar – ich hab eine große Schwäche für Butterbrote mit Rosmarinbutter. Weil ich meinen Rosmarin fast täglich verwende, wollte ich, dass es ihm so gut wie möglich geht. Ich habe ihn in den letzten (doch sehr warmen) Wochen immer wieder über den Tag nach draußen auf den Balkon gestellt. Dann habe ich ihn an einem Abend vergessen – eh klar, dass das die Nacht war, in der es plötzlich weit unter Null Grad waren. Jetzt brauche ich einen neuen Rosmarinstrauch.