…what would I do with the extra time?

Eines vorweg: Ich brauche Schlaf. Ich brauche sogar sehr viel Schlaf. Wenn man mich lässt und es die äußeren Umstände zulassen – dann sind zwölf Stunden am Stück kein Problem für mich. In der Regel komme ich aber auch mit allem aus, was zwischen sechs und acht Stunden liegt. Wenn ich es auf die Woche hochrechne, verbringe ich also etwa fünfzig Stunden im Bett. Das sind mehr als zwei volle Tage. Was man mit dieser Zeit alles anfangen könnte. Unglaublich.
Aber was würde ich konkret mit der Zeit machen, wenn ich sie hätte? Was würde ich mit fünfzig zusätzlichen Stunden pro Woche anfangen?

Mit fünfzig Extra-Stunden pro Woche würde ich reisen.

Ich würde mir in jeder Woche ein extralanges Wochenende gönnen und noch viel mehr reisen, als ich es eh schon tue. Ich würde meine Arbeit zu Beginn der Woche erledigen und dann ab Mittwoch Nachmittag ins Wochenende starten. Schon ewig wollte ich mal nach Amsterdam und Stockholm, nochmal richtig ausgiebig in die Alpen zum Wandern, an den Gardasee und nochmal nach Lissabon um Freunde zu besuchen. Mit den zusätzlichen Stunden pro Woche würde sich das gut umsetzen lassen.

Mit fünfzig Extrastunden würde ich noch eine Sprache lernen.

Das klingt vielleicht albern – schließlich lerne ich gerade eine neue Sprache. Aber stell Dir mal vor, wie viel schneller ich Arabisch lernen würde, wenn ich fünfzig zusätzliche Stunden pro Woche hätte. Ich könnte mir noch einen Tandem-Partner suchen und mehr sprechen. Großartig. Alternativ könnte ich auch endlich meine (sehr rudimentären) Polnisch-Kenntnisse auf Vordermann bringen.
Mit Arabisch, Polnisch und Hebräisch ist dann aber auch langsam die Liste der Sprachen, die ich gerne sprechen möchte auch bald abgeschlossen. Aktuell komme ich auf sechs Sprachen – zehn wären mein Ziel. Mal sehen, was sich noch ergibt – fünfzig Stunden mehr pro Woche würden sicherlich nicht schaden.
BTW: Arabisch ist bisher für mich die schwierigste Sprache und hat damit Polnisch abgelöst.

Mit fünfzig Extrastunden in der Woche würde ich wieder mehr lesen.

Noch mehr. Viel mehr.
Die Liste der Romane und Biographien, die ich gerne lesen möchte wächst ständig – in einem Tempo das so rasant ist, dass ich es nicht schaffe sie abzuarbeiten. Es gibt unheimlich viele Themengebiete, in denen ich mich gerne besser auskennen würde, über die ich mehr wissen will. Leider fehlt mir die Zeit alles zu lesen, was mich interessiert; auch wenn ich das Lesen in der letzten Zeit wieder höher priorisiere.
Ich bin übrigens beim Einarbeiten in neue Themengebiete sehr oldschool: Wenn ich mich über etwas informieren will, etwas lernen möchte, mir einen Überblick verschaffen will – dann lese ich ein Buch zu diesem Thema. Das ist meine Universallösung und mein Ansatz, unabhängig von der Thematik. Alleine die Tatsache, dass jemand ein Buch zu einer bestimmten Fragestellung veröffentlicht hat, gibt mir eine gewisse Sicherheit und ich spreche dem Autor erstmal ein Expertenwissen zu. Mich umfassend im Internet informieren? Irgendwie bei (für mich neuen) Themenkomplexen nicht so mein Ding. In diesem Fall dient mir das Internet nur zu einer ersten Recherche – über Autoren und Standardwerke zu einem Thema, Vermutlich bin ich der letzte Mensch, der noch regelmäßig in Universitätsbibliotheken ist um sich zu informieren.

Fünfzig Extrastunden pro Woche möchte ich mit den Menschen verbringen die mir am Herzen liegen.

Vielleicht die am Besten investierte Zeit. Die Zeit, die ich mit den Menschen verbringe, die ich liebe ist die Zeit, die ich am meisten wertschätze. Wenn ich mich entscheiden könnte, wofür ich fünfzig zusätzliche Stunden pro Woche gerne nutzen würde – ich würde mich immer für meine Familie und meine Freunde entscheiden. Aktuell leider nicht persönlich, aber immerhin per Skype.