Nach fast sechs Monaten bin ich noch immer nicht ganz im Flow: Die Woche an einem Sonntag zu starten, bringt mich durcheinander. Irgendwie.
Sonntag ist mein erster “Arbeitstag” – der Tag an dem ich mich morgens wieder langsam aus dem Bett quäle, an dem ich mich auf den Weg zur Schule mache, einen besonders starken Kaffee brauche. Heute auch. Ich sitze in einem meiner liebsten Cafés, im Hintergrund läuft Jazz. Ein paar Freunde kommen vorbei, wir plaudern. Ein guter Start in die Woche. 

Hinter mir liegt ein langes Wochenende, wie ich es seit Ewigkeiten nicht mehr hatte. Ein bisschen verregnet, nicht so, dass man unbedingt und dringend vor die Tür möchte.
Vielmehr ein Wochenende, dass man mit einem guten Buch im Bett verbringt. Ein Wochenende, an dem man mit Freunden ins Kino geht. Ein Wochenende, an dem man ohne Ziel und Plan einfach so in den Tag hinein lebt und es sich gut gehen lässt. I like that.

Es ist nicht mal so, dass ich keine Pläne hätte machen wollen. Vielmehr so, dass ich sie einfach alle über den Haufen geworfen habe. Um nichts zu tun.
Und es hat sich so unglaublich gut angefühlt. Einfach in den Tag hinein zu leben. Faule Wochenenden sind eigentlich nich das, was mich zufrieden macht. Ich möchte Dinge erleben, Listen abarbeiten, etwas schaffen und am Ende erschöpft ins Bett fallen. Eigentlich.
Der letzte Monat war extrem anstrengend. Physisch, aber auch pyschisch. Es war fordernd, es sind viele Tränen geflossen und am Ende habe ich mich einfach nur ausgelaugt gefühlt. Ich habe mich nach einer Pause gesehnt – ohne dass ich es wirklich gemerkt hätte. Erst als ich Donnerstag Morgen im Bett lag, als mir bewusst wurde, dass ich drei Tage vor mir habe. Drei freie Tage. And guess what: Ich bin mit so viel mehr Energie zurück.

Ich freue mich auf die kommenden Wochen in Amman. Darauf noch mehr von Jordanien zu entdecken. Noch besser arabisch zu sprechen. Ich freue mich auf eine Hochzeit Ende Mai in Deutschland, darauf bald nach London zu fliegen. Ich freue mich auf einen Juli voller Reisen und Entdeckungen und ich freue mich darauf am Ende wieder in München anzukommen.
Manchmal braucht man weniger Ruhe, als erwartet, um wieder auf die Beine zu kommen. Bin ich noch immer ein bisschen erschöpft? Traurig über die Verluste der letzten Wochen und Monate? Ja. Aber es fühlt sich besser an, nachdem ich es zugelassen habe.