Eigentlich hat es schon im letzten Jahr angefangen – das Entrümpeln in meinem Leben. Nach und nach trenne ich mich von den Dingen in meinem Leben, die mir nicht gut tun oder die ich nicht mehr brauche. Hosen, Schuhe, alte Skier, Einrichtung und manchmal auch von Menschen.

Kennst du diese Freunde, die unfassbar viel Energie kosten? Für die man die Wohnung perfekt aufräumen muss und die dann doch immer nur erzählen, warum ihre Wohnung und ihr Leben so viel besser ist als Deins?
Die Freunde mit denen jede Unterhaltung in ein Käftemessen ausufert: Mein Job, mein Auto, meine Wohnung, mein Urlaub. Die Freunde, die Dir das Gefühl geben nie gut genug zu sein.

Die Freunde, die immer nur nehmen: Sie rufen Dich an und jammern Dir die Ohren voll – wollen Deine Meinung aber nicht hören und Deine Hilfe nicht annehmen. Die einzig mögliche Antwort: „Du verstehst das nicht.“ Aha. Ok. Und falls du selbst mal über irgendwas sprechen willst, haben sie keine Zeit.
Die Freunde, die in eine andere Stadt ziehen und plötzlich von der Bildfläche verschwunden sind. Kein Anruf, keine Nachricht mehr.

Von Freunden trennt man sich nicht so leicht – in einer ungesunden Beziehung bleiben sehr viel weniger Menschen, als in einer ungesunden Freundschaft. Warum ist das so?

Ich habe mich seit dem letzten Jahr von einigen dieser Freunde getrennt. Menschen bei denen ich nicht mehr ich selbst sein konnte, weil ich nie gut genug war. Menschen, die mir jegliche Energie geraubt haben. Und seitdem?
Seitdem geht mein Leben weiter – und es fühlt sich nicht schlecht an. Ganz im Gegenteil. Manchmal schaue ich noch zurück und denke an die schönen gemeinsamen Momente – die gab es ganz sicherlich. Sonst hätte es keine jahrelange Freundschaft gegeben. Aber ich schaue inzwischen ganz ohne Bedauern zurück. Manchmal haben Freundschaften ein Ablaufdatum und werden dann giftig. Das muss man erkennen.

Trennungen sind gesund und schaffen Raum für Neues.