Selten habe ich mit einem Raum so sehr gekämpft, wie ich mit dem Flur kämpfe. Endlose Versuche ihn einzurichten. Ihn gemütlich zu machen oder wenigstens sinnvoll zu gestalten. Fast sechs Jahre nach unserem Einzug hatte ich eigentlich resigniert…und mich dann doch arrangiert. Es wird, langsam.

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Der Flur ist ein Schlauch, eine Wand ist gekrümmt (so wie das Treppenhaus, fragt nicht), er hat kein Tageslicht, fast keine Steckdosen – dafür aber sechs Türen. Der Boden ist mit dunklem Marmor ausgelegt…der Raum ist schwierig. Für mein ästhetisches Empfinden, für eine sinnvolle Einrichtung, für jede Spur von Gemütlichkeit.
Wir hatten ihn schon mit einem praktischen großen Schrank ausgestattet, mit einem unpraktsichen schmalen Tisch, mit Schuhregalen und Garderobenständern. Mit gedimmtem Licht, weißblauem Licht…gefühlt haben wir alles durch und doch blieb der Flur ein erweiterter Abstellraum. Nicht schön, immer voll. Bis ich im Januar die Nase voll hatte.

Farbe gekauft, neue Beine für eine Kommode bestellt, Wanddekoration ausgesucht und entschieden, das Beste aus der Situation zu machen. Anzunehmen, womit wir arbeiten können. Egal, was ich versuche, es wird nie ein lichtdurchfluteter Raum. Punkt. Entsprechend sollte es eher gemütlich werden. Ein ansprechender (wenn auch etwas dunkler) erster Eindruck.

Erstes Problem: Das Licht.

Der Raum hat nur das Tageslicht, dass durch die (geöffnete) Wohnzimmertür einfällt. Dazu gibt es eine Deckenlampe und eine Steckdose an einer vollkommen bescheuerten Stelle. Nach ewig langem hin und her haben wir uns für eine smarte Glühbirne in der Deckenlampe, sowie eine kabellose tragbare Leuchte entschieden, die über einen Bewegungsmelder aktiviert wird. Das Ergebnis: Die Birnen sind so programmiert, dass sie sich einschalten, wenn sich unsere Smartphones mit dem Wlan verbinden. Zusätzlich haben wir einen Bewegungssensor an die Schlafzimmertür eingebaut, sodass gedämpftes Licht angeht, wenn wir in der Nacht zB ins Bad gehen. Das Licht-Problem ist also gelöst.

Zweites Problem: Die Gemütlichkeit.

Muss ein Flur gemütlich sein? Vielleicht nicht zwingend. Aber einladend sollte er doch sein. War unserer nicht. Ich habe es unter anderem auf die weiße Wand geschoben – und Farbe gekauft. Jetzt hat sie einen Grünton, der sich “Bamboo” nennt und den Raum für mich irgendwie gemütlich macht. Den Rest erledigt ein Teppich.

Und zwei Wandtattoos. Stop: Denk jetzt nicht an furchtbare “Cappucchino”-Schriftzüge oder die New Yorker Skyline. Daran dachte ich auch zuerst und war irgendwie verschreckt. Statt Skyline und Cappucchino haben wir uns für kreisförmige “Aufkleber” entschieden, die in zarten Tönen eine Paradies-Szene mit Pfauen, Granatäpfeln und Blüten zeigen. In zwei unterschiedlichen Größen prangen sie nun an der gebogenen weißen Wand und bilden eine schöne Ergänzung zur grünen Wand.

Eigentlich hätte ich gerne dauerhaft eine Pflanze in diesem Raum. Pflanzen machen Räume gemütlich und bewohnt für mich. Sie klären die Luft…ich fühle mich mit Pflanzen einfach wohler. Zum Test habe ich vor ein paar Tagen den Drachenbaum in den Flur gestellt – nach einem Tag hat er die Blätter allerdings so sehr hängen lassen, dass ich ihn wieder ins Schlafzimmer gestellt habe. Vielleicht wäre eine künstliche Pflanze die Lösung? Erstmal bleibt der Raum pflanzenlos.

Drittes Problem: Der Stauraum.

Auch wenn ich seit Monaten am aussortieren, reduzieren und minimieren bin: Wir haben halt Zeug. Schuhe, Mützen, Hundeleine…Zeug eben. Zeug, das im Flur Sinn macht, weil man es im Rausgehen schnell greifen kann. Zeug, das man trotzdem nicht sehen will (read: das ich nicht sehen will).
Aus Gründen der Nachhaltigkeit wollten wir gerne die Besta-Kommode verwenden, die früher in unserem Flur stand. Ein Möbelstück zu entsorgen um es wenig später in sehr ähnlicher (wenn auch leicht anderer) Form wieder zu kaufen – das erschien mir weder sinnvoll noch nachhaltig. Weil ich trotzdem einen anderen Look wollte und die Besta-Kommode für mich im Flur zu gedrungen gewirkt hat, haben wir uns dazu entschieden ihr einfach neue Beine zu verpassen – Jackpot. Ein komplett neuer Look. Leider sind die Beine nach etwa sechs Wochen Verwendung tatsächlich einfach unter der Kommode weggebrochen und wir mussten die von IKEA verfügbaren Beine wieder anschrauben. Ich bin mit dem Look nicht ganz so happy, aber es hilft ja nichts.

Kommodensystem

Auch wenn wir Beide den Großteil unserer Jacken und Mäntel in unseren jeweiligen Schränken verstaut haben, hat sich schnell rausgestellt, dass ein Flur ohne Garderobe zwar möglich, aber extrem unpraktisch ist. Der Deal: Ein eher dekorativer Garderobenständer, auf dem immer nur je eine Jacke oder ein Mantel hängt.

Ist es in meinen Augen der wunderschönste Flur der Welt? Nein, definitiv nicht. Aber es ist das Beste, was wir aus diesem seltsamen Raum machen konnten. Endlich.