Ich sitze mit Blick auf den Königspalast, im Café de Oriente.
Den Blick für die Zeit, für Wochentage und Daten habe ich irgendwann verloren in den letzten Tagen und Wochen. Erschreckt stelle ich fest, dass es der 2.7. ist – 2018 ist zur Hälfte an mir vorbei gezogen, ohne dass ich es wirklich gemerkt habe.

Sechs Monate, die sich anfühlen wie zwei Wochen.
Selten hatte ich das Gefühl, dass ein halbes Jahr so schnell vorbei gegangen ist. Kaum zwei Mal geblinzelt. Erstmal durchatmen, neu ordnen. In der vergangene Woche habe ich einen Lebensabschnitt abgeschlossen, von dem ich im letzten Jahr um diese Zeit noch kaum wusste, dass er kommen würde.

Amman hat mich verändert. Hat mich wachsen lassen. Hat meinen Blickwinkel verändert, korrigiert. Amman hat mich verzweifeln lassen, Tränen, Schweiß und wachgelegene Nächte gekostet. Es hat mich an meine Grenzen gebracht, darüber hinaus gehen lassen.
Amman hat mich viel Kraft gekostet. So viel, dass ich mich dagegen entschieden habe den Juli – wie eigentlich geplant – reisend zu verbringen.

Angesichts dessen, dass ich diese Zeilen aus Madrid schicke, klingt das vielleicht skurril.
Geplant war es, von Madrid aus durch Spanien nach Marokko zu reisen. Marokko zu entdecken, dann nach London. Abgesagt. Aus verschiedenen Gründen.
Stattdessen Madrid, in der nächsten Woche Österreich. Und dann zwei Wochen – nichts. Keine Reisen, nur Zeit mit Freunden und meiner Familie. Durchatmen. Neu ordnen. Die nächste Schritte planen.