Ich bin nicht unbedingt die Königin der Entspannung: Wenn ich einen Film schaue, bin ich parallel mit meinem Handy bei Pinterest. Liege ich am See habe ich einen Stapel von Zeitschriften dabei und neben mir liegt immer ein Notizblock, falls ich mir eine spontane Idee aufschreiben will. Eine Essenseinladung plane ich bis ins letzte Detail und die innere Perfektionistin kommt wieder und wieder raus und meckert.
Ich bin nicht perfekt in Sachen Entspannung, aber ich arbeite daran. Weil ich merke, wie gut es mir tut hin und wieder aus dem Hamsterrad auszubrechen, in das ich mich selbst reinzwänge. Es muss nicht immer lange sein, manchmal reichen ein paar Minuten Ruhe um wieder aufzutanken.

Schreib auf, was Dich beschäftigt.

Als Teenager habe ich Tagebuch geschrieben. Meine (mehr oder weniger spannenden) Erlebnisse, meine Gedanken, was mich beschäftigt hat. Manchmal auch kleine Geschichten, die ich mir ausgedacht habe. Zum ersten Mal in über zehn Jahren habe ich es in den letzten Wochen nochmal probiert – ich wollte keinen Moment meines Jakobsweges vergessen, keine Emotion entgleiten lassen und mich auch in ein paar Jahren noch daran erinnern können, wie sich die Tage für mich angefühlt haben.
Was ich nicht erwartet hatte: Das Schreiben hat mir wahnsinnig gut getan. Meine Gedanken aufzuschreiben, zu sammeln, zu ordnen. Fast so, als könnte ich die Gedanken besser loslassen, wenn sie auf dem Papier sind.

Beweg Dich.
Über Jahre hinweg war meine Entschuldigung für zu wenig Bewegung “Ich habe keine Zeit.” Keine Zeit für Bewegung, keine Zeit zur Ruhe zu kommen, keine Zeit für Yoga, Entspannung.
Was für eine alberne Ausrede. Auch wenn es kein Geheimnis ist, musste ich es natürlich selbst ausprobieren: Nimm Dir die Zeit und mach eine Pause. Lauf eine Runde, geh ins Fitnessstudio, geh zum Yoga oder ins Schwimmbad. Power Dich aus – so verrückt es klingt, du wirst danach mehr Energie haben.

Geh in die Natur.
In der Stadt ist es nicht ganz einfach, das geb ich zu – aber es ist nicht unmöglich. Wenn ich in München ein bisschen Ruhe und Natur brauche, gehe ich in den Nordteil des Englischen Gartens oder ich laufe am Isarhochufer hinter der Waldwirtschaft ein Stück. Ich lasse meinen Blick schweifen, beobachte meinen kleinen Hund beim Spielen und gebe meinen Gedanken die Chance auf die Reise zu gehen.

Werde kreativ.

Was immer Dir Spaß macht und Dir gut tut, ist erlaubt. Ich bin selbst gerade dabei das wiederzuentdecken, was ich früher gerne gemacht habe. Meine ganze Schulzeit über hatte ich Querflötenunterricht und habe in vielen verschiedenen Orchestern und Bands gespielt. Ich war im Chor, habe viel gemalt und leidenschaftlich gerne getanzt. Bevor ich den Blog hatte, habe ich am Abend gerne zur Entspannung gekocht oder gebacken. Vielleicht ist es aber auch Dein Ding zu Stricken oder zu Töpfern. Vielleicht blühst du beim Fotografieren auf oder beim Nähen. Überleg Dir, welches kreative Hobby Dir richtig viel Freude bereitet und fang einfach an.

Les ein Buch.
Ich war schon immer ein Bücher-Mädchen. Ein gutes Buch, eine Tasse Tee und ein halbwegs bequemer Sessel sind alles, was ich brauche um auf Reisen zu gehen. Ich tauche problemlos in Geschichten ein und bin innerhalb weniger Zeilen an fremden Orten, in anderen Zeiten oder in einer Fantasiewelt. Solange ich das Buch in der Hand halte und lese, gebe ich meinem Alltag keine Chance – ich bin einfach abgetaucht und komme irgendwann sehr entspannt wieder zurück aus meinen Träumen. Wenn ich lese, tauche ich in die Charaktere ein: Ich lache mit ihnen, ich weine mit ihnen und werde hin und wieder in gefährlichen Situationen von der Angst gepackt.