Wer ewig durch die Stadt wandert, sich treiben lässt, Museen besucht und fleißig rumtouristet, der hat sich auch ein Päuschen mit einem Gläschen Wein verdient. Und ganz ehrlich – wer in Wien unterwegs ist und nicht hier und da mal auf ein Gläschen in einem Heurigen einkehrt, der ist auch irgendwie seltsam. Und der macht in jedem Fall etwas falsch.

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Nummer-Fuenfzehn_Heuriger-Wien-Ferdl-Restaurant-Empfehlung

Ich mag Heurige: Eher einfach eingerichtet, eine übersichtliche Speisekarte und vor allem jede Menge Wein. Ich sitze dort und komme mir unheimlich einheimisch und Wienerisch vor. Ein gutes Gefühl.

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Heuriger – was ist das eigentlich??? Ein sehr praktisches Wort: Heuriger ist nämlich sowohl der Jungwein, als auch die Lokalität, in der er ausgeschenkt wird. Heurigen Wirtschaften gibt es übrigens in zwei Varianten: Entweder als Besenwirtschaft, die nur eine kurze Zeit im Jahr geöffnet hat, oder eben als ganz normales Lokal mit durchgehender Schanklizenz. So – jetzt habt ihr wieder was gelernt heute und ich hab meinen Bildungsauftrag erfüllt 😉

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Eigentlich sind wie eher zufällig beim Gschupftn Ferdl vorbei gekommen. Auf der – relativ verzweifelten – Suche nach einem netten Café in der Innenstadt, das nicht so wahnsinnig touristisch aussieht. Ich war schon ein bisschen müde und ziemlich quengelig…und dann haben wir es entdeckt. Ein Heuriger. Reingegangen, Wein bestellt, getrunken – Welt wieder in Ordnung. Mein Liebster hat dann fix noch ein Brot mit gebratenem Speck und zerlaufenem Käse bestellt und gefuttert (ich hab auch mal probiert, hauptsächlich, damit ich nach zwei Gläsern Wein nicht völlig betrunken bin). So ein kleiner Zwischenstop mit einem Gläschen Wein kann manchmal Urlaube und Beziehungen retten…

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Lustig fand ich übrigens die Einrichtung: Beim Gschupftn Ferdl gibt´s einen alten Kachelboden mit super schönen Mosaiken. Dazu stehen Bierbankgarnituren im Raum und hinter der Theke gab es nach Einbruch der Dunkelheit eine sehr coole Lichtshow. Eine ungewöhnliche Kombination, die in meinen Augen perfekt funktioniert hat. Charmant fand ich übrigens auch die offene Küche im hinteren Gastraum: Ich finde ja immer, dass der, der seine Küche zugänglich oder zumindest ersichtlich macht, offensichtlich nichts zu verbergen hat. Ein wie ich finde für Gastronomiebetriebe ganz hervorragender Ansatz. Zumal in der Küche im Heurigen auch nichts völlig verrücktes passiert: Es gibt belegte Brote.

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Übrigens habe ich für Euch auch gleich mal die Hilfsbereitschaft und Reaktionsgeschwindigkeit des Personals getestet: Also wenn man jetzt mal annehmen würde, ein Gast würde sein volles Weinglas umkippen und damit nicht nur den kompletten Tisch fluten, sondern auch iPhone und Spiegelreflex unter Wasser setzen…dann kann ich Euch versichern, dass schneller als ihr schauen könnt ein Mitarbeiter mit Lappen und zahlreichen Geschirrtüchern zum Trocknen der Elektronik neben Euch stehen würden. Rein theoretisch natürlich. Nicht, dass mir jemals solche Ungeschicke passieren würden. Niemals.

Zum Gschupftn Ferdl – Windmühlgasse 20 – Wien