Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Wenn ich meine Freunde nach wochenlange Melde-Abstinenz zum Essen zu mir nach Hause einlade – dann richtig. Dann gebe ich mir große Mühe, stelle mich einen kompletten Tag in die Küche und zaubere gleich ein ganzes Menü.
Ich koche das, was mir schmeckt, was ich am Liebsten mag und vor allem etwas, von dem ich mir sicher bin, dass meine Lieben es auch mögen würden. Eine Tomatensalsa mit roter Paprika und viel Kreuzkümmel zum Beispiel.

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Wie auch das Buchweizenpilaw, der Milchpudding und die Hühner-Tajine stammt der Lachs mit Tomatensalza aus dem Kochbuch „Zu Gast in Marokko“. Schon lange habe ich nicht mehr so viele Gerichte aus einem einzelnen Kochbuch gekocht, wie aus diesem. Zumindest nicht so schnell hintereinander und an einem Tag.

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Ich muss zugeben, dass ich kurz überrascht war, als ich das Rezept zum Lachs mit Tomatensalsa gesehen habe. Nicht wegen der Tomatensalsa: Dass Tomaten, rote Paprika und Zwiebeln in Marokko wachsen, daran habe ich nicht eine Sekunde gezweifelt. Es war vielmehr der Lachs, der mich stutzig gemacht hat. Lachs verbinde ich spontan mit einer nordischen Küche – weil ich immer davon ausgegangen bin, dass der Lachs kältere Gewässer braucht und eher in Ländern wie Schweden, Dänemark und Norwegen zu finden ist. Also nicht wirklich in den Ländern, sondern vielmehr in den Gewässern. Alaska wäre mir auch noch eingefallen. Aber Marokko? Eine kurze Recherche hat ergeben, dass der Lachs weltweit verbreitet ist: Die Jungtiere leben in Süßwasser-Flüssen, die erwachsenen Tiere im Atlantik. Offenbar hatte ich eine Bildungslücke – die ist hiermit geschlossen.

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Ich habe keinen marokkanischen Lachs verwendet, sondern einen Bio-Lachs aus Norwegen. Ein kleines bisschen komisch angeschaut hat mich die Fisch-Verkäuferin am Viktualienmarkt übrigens schon, als ich sie gefragt habe, ob sie Lachs aus Marokko hätte. Hatte sie nicht. Vielleicht wusste sie aber auch einfach nur nicht, dass es dort Lachs gibt. Bildungslücke und so 😉

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Nummer Fünfzehn_Lifestyleblog aus München_Interiorblog aus München_Foodblog aus München_marokkanischer Lachs mit Tomatensalsa-0180Qualität vor Quantität

Bei Fisch – und insbesondere bei Lachs – achte ich übrigens noch viel mehr auf die Qualität als bei anderen Lebensmitteln. Nicht nur, weil ich schon mehr als eine richtig fiese Fischvergiftung habe und seitdem nur noch absolut und 100% frischen Fisch verwende (Ich kaufe den Fisch immer erst am gleichen Tag an dem ich ihn zubereite oder ich friere ihn ein. Sicher ist sicher.) sondern auch, weil ich keinen Fisch aus Fischzuchten in Asien will. Erstens, weil ich die Industrie mit den Lebensbedingungen für diese Tiere nicht unterstützen will und zweitens, weil ich sicher gehen will, dass ich Fisch esse und kein Antibiotika-Außenlager.

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Ich esse gerne Fisch (und Fleisch) aber nur sehr wenig und nur sehr ausgewählt. Immer wieder mache ich mir beim Einkauf klar, dass Qualität ihren Preis hat und dass ein Dreierpack tiefgefrorene Lachsfilets für 4,99 € beim Discounter mir diese Qualität nicht garantieren können. Für das Tier will ich faire Lebensbedingungen und eine artgerechte Aufzucht (artgerecht bedeutet für mich im Fall des Lachses, dass man ihn im Fluss und dann im Meer schwimmen lässt – und ihn nicht in ein kleines Becken steckt und mästet) – für die Menschen, die vom Fischfang leben wünsche ich mir faire Arbeitsbedingungen und eine vernünftige Entlohnung. Lieber verzichte ich auf Fisch und Fleisch als billige und minderwertige Produkte zu kaufen.
Selbstverständlich bin ich mir darüber im Klaren, dass nicht jeder Mensch in Deutschland seinen Fisch auf dem Viktualienmarkt kaufen kann. Aber jeder Mensch kann sich vor Augen führen, dass der Zwang der Discounter immer „noch billiger“ zu sein zu Lasten der Qualität der Waren und zu Lasten der Arbeitsbedingungen geht. Das will ich nicht unterstützen.

Rezept

Zutaten (4 Personen):
4 Lachsflilets
250 g Ruccola

2 Fleischtomaten
1 rote Paprika
1 Zwiebel
1 Zitrone
1 Hand voll frischen Koriander
3 EL Olivenöl
1 TL Kreuzkümmel

Zubereitung:
1. Zuerst wäschst du Paprika und Tomate und schneidest das Gemüse und die Zwiebel in kleine Würfelchen und mischst alles in einer Schüssel.
2.  Aus dem Saft der Zitrone mischst du zusammmen mit Olivenöl und Kreuzkümmel eine Soße für die Salsa. Wenn du magst, kannst du hier noch mit Pfeffer und Salz abschmecken.
3. Hack den Koriander und gib ihn zusammen mit der Salatsoße über die gewürfelten Tomaten. Dann lässt du die Salsa durchziehen, während du den Fisch brätst.
4. Brat den Lachs von allen Seiten kross an – dann bettest du ihn auf dem (gewaschenen) Ruccola und servierst die Salsa in einem extra Schälchen!

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Tomatensalsa vs. Tomatensalat

Für Tomatensalsa habe ich übrigens eine große Schwäche. Ich kenne mich. Alles was mit Tomaten und Essig zu tun hat, muss ich wie im Zwang essen. Dringend. Weil Erfahrung klug macht (und ich nicht wollte, dass meine Gäste den Abend ohne Tomatensalsa verbringen müssen) hab ich gleich die doppelte Menge von der Tomatensalsa vorbereitet und die Hälfte als kleinen Snack zum Mittag gegessen. Der Unterschied zwischen einer Salsa und einem Tomatensalat ist für mich nicht so wahnsinnig groß (ist das etwa noch eine Bildungslücke???) und ich hab die Salsa einfach als Salat gegessen. Ohne alles. Einfach nur eine große Portion Salsa.

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Zum Fisch hat sie aber zugegebener Maßen noch ein bisschen besser geschmeckt als ganz pur, die Salsa. Die Tomaten und die rote Paprika schmecken, genau wie der Kreuzkümmel, leicht süßlich: Das ist für mich ein leckerer Kontrast zu dem säuerlichen Essig und dem scharf angebratenen Lachs, der leicht salzig schmeckt.
Wo immer er auch herkommt, der Lachs, zusammen mit der Tomatensalsa gibt er ein stimmiges Gericht ab, bei dem ich ausnahmsweise tatsächlich nichts verändern musste, um es zu einem Paleo-Rezept zu wandeln. Das ist für mich ein zusätzliches Plus 🙂