Ich liebe Jordanien. Ich liebe arabisches Essen – und doch kann ich gerade nich aufhören an nicht-arabisches Essen zu denken. Ein Leberwurstbrot zum Beispiel. Heiße Kastanien in der Fußgängerzone. Oder eine Tarte mit herzhaftem Wurzelgemüse, frischen Pfifferlingen und ein bisschen Salat. Ich habe die Bilder für diesen Beitrag bereits fotografiert, als ich noch in München war – jetzt bekomme ich solche Lust auf die Tarte mit Wurzelgemüse, dass ich am Liebsten durch die Bildschirm klettern würde.

Ich muss hin und wieder über mich selbst lachen: Wenn ich in München bin und mein Freund mich fragt, wohin wir zum Dinner gehen sollen, ist meine Antwort eigentlich fast immer: „Ist mir egal – indisch oder irgendwas arabisches.“ Ich liebe Falafel und Hummus, wirklich. Aber meine Liebe wurde in den letzten Wochen ein wenig überstrapaziert. Jeden Tag Falafel, Hummus und Baba Ganoush zum Mittagessen in der Schule. Jeden. Einzelnen. Tag.
Das wird selbst dem größten Falafel-Liebhaber irgendwann zu viel und ich bin inzwischen dazu übergegangen entweder etwas vorzubereiten und in der Schule zu essen oder mit meinen Mitschüler fix irgendwo etwas zu essen zu gehen. Was nicht-arabisches.

Und trotzdem bleibt die Tarte mit Wurzelgemüse in meinem Kopf. Ich hatte in diesem Jahr fast keinen Kürbis, keine Pastinaken und aus unerklärlichen Gründen habe ich nur ein einziges Mal Pfifferlinge gegessen. Vielleicht ist meine Lust auf herbstliches Gemüse deswegen noch so groß und ungestillt?
In jedem Fall werde ich mich heute Nachmittag auf die Suche nach Kürbis und Gemüse machen. Auf dem großen Gemüsemarkt downtown findet man eigentlich jede Art von Gemüse, die man sich nur vorstellen kann – und eventuell mache ich mir dann einfach eine Kürbissuppe oder einen Eintopf. Schön herbstlich und gemütlich, ich kann ja einfach ignorieren, dass die Temperaturen gerade wieder auf über 25 Grad geklettert sind.

Rezept für eine Tarte mit Wurzelgemüse

80 g Mehl
50 g Mandeln
2 EL Speisestärke
1 Ei
15 g Pflanzenmargarine
etwas Salz

500 g Hokaidokürbis
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
Muskatnuss
Abrieb einer Zitrone (Bio)

150 g Pfifferlinge
WIldkräutersalat

Rezept für eine Tarte mit Wurzelgemüse

  1. Vermisch die Zutaten für den Teig und knete die Masse, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Wickel ihn in Frischhaltefolie und stell ihn für mindestens 90 Minuten kühl.
  2. Schneide den Kürbis in Spalten oder Stücke und leg ihn – mit etwas ÖL beträufelt – auf ein Backblech. Dazu kommen die grob geschnittene Zwiebel und der gehackte Knoblauch. Würz den Kürbis mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss – einen ganz besonders feinen Geschmack bekommt er, wenn du auch etwas Zimt und Vanille hinzu gibst.
    Bei 160 Grad bleibt der Kürbis für etwa 40 Minuten im Ofen. Danach lässt du ihn etwas auskühlen, bevor du ihn mit einem Mixer fein pürierst. Du kannst nochmal mit dem Zitronenabrieb und etwas Muskatnuss nachwürzen.
  3. Roll den Teig vorsichtig aus und gib ihn in eine gefettete Tarteform. Stich den Teig einige Mal mit einer Gabel ein und lass ihn bei 180 Grad für zwanzig Minuten backen.
  4. Füll die gebackene Tarte mit dem Kürbispüree und wärm sie nochmal für einige Minuten im Ofen auf.
  5. Währenddessen dünstest du die Pfifferlinge in Butter an und schmeckst sie mit etwas Pfeffer und Salz ab. Richte den Wildkräutersalat an.
  6. Ich habe die Pfifferlinge auf die Tarte dekoriert – fertig.