Schon wieder ein Rezept, das ich nicht langfristig geplant und entwickelt habe – sondern ein Rezept, das ganz spontan entstanden ist. Ein kleines bisschen so, wie beim Süßkartoffel-Sandwich. Nur doch ganz anders.
In der Vorbereitung zum FoodBloggerCamp in Reutlingen habe ich ein großes Paket von unserem Partner Lebensbaum geöffnet. Ein Paket voll mit Galgant. Ich bin ganz ehrlich: Ich hatte bis zu diesem Tag noch nie von Galgant gehört und hatte tatsächlich nicht die geringste Ahnung, was ich damit anfangen sollte. Ich habe das Galgant auf die Goodiebags verteilt und dann einfach am nächsten Morgen in die Runde gefragt, was man denn mit Galgant machen könnte. Ganz ohne es zu wollen habe ich Galgant damit zum Running Gag gemacht und eine Menge über das Gewürz gelernt. So viel, dass ich – kaum zu Hause – gleich ein Rezept damit entwickelt habe, das ich Dir nicht vorenthalten wollte: Eine thailändische Hühnersuppe.

Nun habe ich dieses Rezept natürlich nicht wirklich neu „entwickelt“ im eigentlichen Sinne. Tom Kha Gai ist ein traditionelles Gericht – ich habe nur das ein oder andere angepasst und natürlich ein wenig getrockneten Galgant hinzugefügt. Darum ging es ja eigentlich.
Ich habe schon viele Varianten der Hühnersuppe gegessen – auch in Thailand. Dort habe ich viel probiert und tatsächlich letztlich auch eine der schlechtesten Varianten der Tom Kha Gai gegessen, am Flughafen in Bangkok. Wahrscheinlich hätte ich es wissen müssen, ich wollte sie aber trotzdem unbedingt essen.
Falls du genauso wenig Ahnung von Galgant hast wie ich: Das Gewürz ist eine Mischung aus Ingwer und Zitronengras. Man kann es frisch für wenige Cent im Asialaden erwerben – oder eben als getrocknetes Pulver von Lebensbaum. Es schmeckt stark nach asiatischer Küche (wenn ich das mal so politisch unkorrekt sagen darf) und gibt der Suppe eine ganz leichte und sehr angenehme Schärfe.

Rezept für eine thailändische Hühnersuppe mit Galgant

Zutaten:
800 ml Kokosmilch
300 ml Geflügelfond
500 g Hühnerbrust
300 g frische Zuckerschoten
200 g Karotten
100 g Champignons
4 EL Fischsoße
2 TL gemahlener Galgant
4 kleine rote Chilies
Limettenblätter
Zitronengras
Pfeffer, Salz

Zubereitung:
1. Bring die Kokosmilch und den Geflügenfond mit den Gewürzen zum Kochen und koch die Flüssigkeit für einige Minuten.
2. Gib die ungeschnittene (!!!) Hühnerbrust mit in den Topf und lass die Suppe für weitere 10 Minuten köcheln.
3. Putz die Champignons und schneid sie in Viertel. Die Karotten habe ich mit einer Reibe zu feinen Stiften geraspelt.
4. Wenn du möchtest kannst du die Gewürze (insbesondere die Chilies, die Limettenblätter und das Zitronengras) jetzt mit einem Schöpflöffel aus der Suppe nehmen. Ich habe sie drin gelassen und erst beim Essen rausgefischt.
5. Gib das Gemüse in den Topf und lass die Suppe nochmal aufkochen, dann kannst du sie servieren.

Ein kleiner Tipp:
Ich finde die Suppe besonders lecker, wenn sie frisch ist. Wenn man sie am nächsten Tag nochmal aufwärmt kommt für mein Empfinden der Geschmack der Zuckerschoten ein bisschen zu stark durch.

Dieser Beitrag ist tatsächlich keine Werbung für Lebensbaum – ich bin einfach nur ganz spontan und unerwartet auf ein neues Gewürz gestoßen, das mich vom Fleck weg begeistert hat. Diese Erfahrung wollte ich gerne mit Dir teilen. Wahrscheinlich gibt es getrocknetes Galgant (der oder das Galgant) auch noch von anderen Firmen als Lebensbaum – aber warum sollte ich danach suchen, wenn ich doch das Gewürz von Lebensbaum gut finde und empfehlen kann?