In den letzten Jahren ging es mir Anfang Januar immer gleich: Ich war voll und satt. Noch von Weihnachten, den Feiertagen und den Silvester-Feierlichkeiten. In diesem Jahr ist es anders: Weder Weihnachten noch Silvester ist eine Futter-Orgie gewesen. Das Gute daran? Ich hab im Januar noch Lust auf Soulfood habe mich in der letzten Woche richtig darauf gefreut mich in die Küche zu stellen und selbst ein paar Gnocchis zu machen – Salbei-Gnocchis.

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Ich koche unheimlich gerne mit frischen Kräutern. In unserer Küche (und im Sommer auch auf dem Balkon) wächst wann immer es geht ein kleiner Kräutergarten. Und der Salbei ist neben dem Koriander mein absoluter Favorit. Ganz einfach wegen der Vielseitigkeit: Ich nehme den Salbei im Tee, für Saltimbocca und eben auch für meine Salbei-Gnocchi.

Ich kann mich gar nicht mehr an meine ersten Gnocchi erinnern, aber sehr wohl daran wie es war, als ich angefangen habe Gnocchi selbst zu machen. Ich war plötzlich süchtig danach neue Geschmackskombinationen auszuprobieren. Kürbis-Gnocchi, Walnuss-Gnocchi, Kräuter-Gnocchi – innerhalb von 14 Tagen habe ich sicherlich 10 Rezepte ausprobiert und sie letztlich alle für gut befunden. Das Rezept für Salbei-Gnocchi stammt aus dieser Zeit – mit frischen Pilzen und ein bisschen Hähnchen schmecken sie einfach so wahnsinnig gut!

Wie bei so vielen Rezepten dachte ich für eine recht lange Zeit, dass Gnocchis wahnsinnig aufwendig sind, wenn man sie selbst macht. Natürlich dauert es ein bisschen länger als einfach nur die fertigen Gnocchi ins kochende Wasser zu werfen. Und natürlich ist es auch eine kleine Sauerei. Aber es ist wesentlich weniger schlimm als ich gedacht hätte und vor allem sind die selbstgemachten Gnocchi so viel besser als die gekauften, dass sich der Aufwand in jedem Fall rentiert.

Rezept für Salbei-Gnocchi

Zutaten:
75 g Weizenmehl
50 g Weizengries
175 g Ricotta
50 g Parmesan
1 Eigelb
eine Hand voll Salbei
Muskat, Pfeffer und Salz

Zubereitung:
1. Gib den Ricotta in ein sauberes Geschirrtuch und wring es gut aus. Je trockener der Ricotta ist, desto einfacher wird es später die Gnocchi daraus zu formen. Füll den trockenen Ricotta zusammen mit dem Salbei in einen Mixer und lass ihn laufen, bis eine glatte einheitliche Masse entstanden ist.
2. Reib den Parmesan und vermisch ihn mit der Ricotta-Masse. Jetzt kommen die restlichen Zutaten dazu und du verknetest alles zu einem Teig. Mach Dir keine Gedanken, wenn der Teig super klebrig ist – das soll genauso sein 🙂 Nach etwas einer Stunde im Kühlschrank kannst du ihn weiter verarbeiten.
3. Ich mache es meist so, dass ich den Teig in vier Teile portioniere. Die Teigstücke, mit denen ich gerade nicht arbeite lasse ich im Kühlschrank.
Bereite Dir die Arbeitsfläche mit reichlich Mehl vor und roll den Teig zu einer langen Rolle aus. Schneid etwa 2 cm lange Stücke und roll sie ein bisschen in der Hand, sodass längliche Kugeln entstehen. Ich drücke die kleinen Kugeln dann nochmal zart mit einer Gabel ein – so entstehen kleine Rillen in denen die Soße später besser haftet 🙂

Die Gnocchi brauche im kochenden Wasser etwa 4 Minuten. Dann kannst du sie mit einer Schaumkelle abschöpfen.
Wenn die Gnocchi mit Salbei sind, dann brate ich häufig einfach ein paar frische Pilze und Putenbrust in etwas Butter mit Salbei an und mische die frischen Gnocchi für einige Minuten in die heiße Pfanne. Der Geschmack ist so wunderbar und intensiv, dass es keine „wirkliche“ Soße braucht.