Wasser ist das höchste Gut, das wir haben. Nicht nur, weil es ein knappes Gut ist. Sondern weil wir ohne Wasser ganz einfach nicht überleben können. Das müssen wir uns ab und zu klar machen.
Inzwischen gibt es ja nun wirklich für alles einen speziellen Tag. Einen für Empanadas, einen für Pancakes, einen Tag für Mütter, Väter und Kinder, einen für Deutschland und einen für Bratwürste. Aber eben auch einen Tag für Wasser. Gerade in den letzten Wochen ist mir wieder klar geworden wie wichtig – und wie wenig selbstverständlich Wasser eigentlich ist.

Wie fortschrittlich sind wir mit dem Wasser in Europa?

Hättest du gedacht, dass es in Europa noch Häuser ohne festen Wasseranschluss gibt? Und dass es Menschen gibt, die davon leben das Wasser zu ebendiesen Häusern zu transportieren? Im Norden Mallorcas gibt es solche Menschen und solche Häuser. Mallorca ist vielleicht generell kein schlechtes Beispiel: Im Sommer wird dort immer wieder das Wasser knapp, die Insel hat einfach nur sehr begrenzte Süßwasservorräte und die Touristen brauchen jede Menge davon auf.

Im nahen Osten gibt es Kriege, die sich um Wasser oder eben den Zugang zu trinkbarem Süßwasser drehen. Kriege. Es sterben Menschen, nicht nur weil sie verdursten und ihnen der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt wird, sondern auch, weil sie für den Kampf um ebendieses Wasser bereit sind zu sterben.

Und das Wasser in der Karibik?

Dass wir auf unserer Reise auf viele Haushalte treffen würden, die kein fließendes Wasser haben, war mir schon im Vorhinein klar. Was das wirklich bedeutet aber nicht. Erstaunlicher Weise habe ich es für mich gar nicht als so wahnsinnig einschränkend empfunden: Ich dusche nicht ewig, ich drehe das Wasser sowieso ab, wenn ich mir die Hände wasche. Trinken können wir als Europäer das Wasser auch dann nicht, wenn es fließend aus der Leitung kommt. Die Bakterien passen ganz einfach nicht zu der Besiedelung unserer Darmflora – als Europäer bekommt man fast immer schreckliche Probleme mit Magen und Darm. Einschränkend kam es mir im ersten Anblick für die Menschen vor, die ohne fließendes Wasser leben. Kein spontanes Duschen. Jede Wäsche von Kleidung muss geplant werden. Putzen wird geplant und es wird auch mehrmals mit dem gleichen Wasser gespült.
Und noch viel entscheidender: ICH habe es als Einschränkung für die Lebensqualität der Menschen gesehen. Weil fließendes Wasser für mich zu einer solchen Selbstverständlichkeit geworden ist, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke. Die Reise hat mich zum Nachdenken angeregt. Der Urlaub hat in mir bewirkt, dass ich auch zurück in Deutschland bewusster mit Wasser umgehen will.

Wasser ist ein Menschenrecht.

Je länger ich darüber nachdenke, desto bewusster wird mir das Thema Wasser. Ich achte ganz anders darauf. Und zum ersten Mal seit längerer Zeit muss ich an ein Semester während meines Studiums denken. Ich habe damals an verschiedenen Simulationen der Vereinten Nationen teilgenommen – bei jeder Simulation bekommt man ein Land zugeteilt und muss die Position dieses Landes während einer Diskussion zu einem vorher vorgegeben Thema vertreten. Ich erinnere mich besonders gut an eine Simulation, bei der es um die Entschärfung des Konfliktes zwischen Israel und den umliegenden Staaten ging – ich habe damals die Position Israels eingenommen. Der palästinensische Vertreter hat wieder und wieder gesagt „Water is a basic human right.“ Das hallt bis heute in meinem Ohr nach.

Edit: In meinem Content-Plan ist irgendwas durcheinander gekommen – ich weiß, dass der Weltwassertag schon am 23.03. war und ich ein bisschen spät dran bin. Ich finde das Thema “Wasser” und Wasserknappheit aber wirklich wichtig. Und mal ganz ehrlich: Das Thema Wasser verliert auch eine Woche nach dem eigentlichen Tag kein bisschen an Relevanz. Jedenfalls nicht in meinen Augen.