Eins gleich vorweg: Ich bin kläglich gescheitert. Ich hatte mir ganz fest vorgenommen mein MacBook zu Hause zu lassen. Ich wollte richtig richtig Urlaub machen. That didn´t work. Ich sitze im Flieger nach Cancún, während ich diese Zeilen tippe. Ich bin einfach mit meiner Arbeit nicht fertig geworden. Zu viele offene to dos. Viel zu wenig Zeit.

Urlaub als selbstständige Unternehmerin braucht Planung.

Es ist nicht so, dass ich nicht geplant habe. Ich habe nur viel zu eng geplant, mir zu viele Termine in die letzten Wochen gelegt, keinen Puffer für unvorhergesehenes einkalkuliert und mir ganz schlicht ein Pensum zugemutet, das nicht zu bewältigen war. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen – ich wollte aber auch an keiner Stelle kürzer treten oder auf irgendwas verzichten. Beim nächsten Mal werde ich mir große Mühe geben aus meinen Fehlern zu lernen. Ein längerer Vorlauf, mehr delegieren, auch mal Fünf gerade sein lassen und Zeit für Ruhepausen einplanen.

Richtiger Urlaub funktioniert für mich nur ohne Internet.

Klingt vielleicht verrückt, ist aber so. In Mexiko werde ich eben doch noch ein paar Beiträge online stellen, Instagram und Facebook bedienen, meine Mails checken und beantworten. Nach ein paar Tagen in Cancún geht unser Flieger nach Havanna. Kuba ist für mich in diesem Fall das gelobte Land. Ich stelle es mir wahnsinnig entspannt vor: Ich kann ganz einfach nicht arbeiten, weil mir das Internet – mein wichtigstes Arbeitsmittel – ganz einfach nicht zur Verfügung steht. Was eigentlich ein Zufall ist (ich habe beim Buchen gar nicht so wirklich überrissen, dass das Land kein freies Internet hat) wird jetzt zum Segen. Zur gezwungenen Auszeit, die mehr als notwendig ist.

Trotz Urlaub: Ich habe zu Hause ein Backup.

Jemand kümmert sich von technischer Seite aus um meinen Blog. Jemand checkt meine Post und überprüft, dass nichts wirklich wichtiges dabei ist, das im Trubel untergeht. Jemand schaut nach unserer Wohnung. Jemand kümmert sich um unsere Blumen. Und ich werde noch einen Abwesenheitsassistenten in meinen Mail-Account einbauen. Bis jetzt bin ich leider kläglich gescheitert – irgendwie hab ich den Trick noch nicht raus.

Ich brauche diesen Urlaub und ich nehme ihn mir.
Den letzten wirklichen Urlaub hatte ich letztes Jahr im Mai. Dazwischen immer mal ein paar Tage: Warschau, Berlin, Hamburg, Tirol und Südtirol, Krakau, Welnesshotels. Die meisten dieser Auszeiten waren aber doch beruflich. Natürlich ist es wunderschön eingeladen zu werden, sich Regionen und Hotels anzuschauen – aber es ist kein wirklicher Urlaub im eigentlichen Sinn. Ich brauche ein paar Tage um mich richtig auszuspannen und auf andere Gedanken zu kommen. Wir brauchen  als Paar eine Auszeit vom hektischen Alltag. Ob der März der beste Zeitpunkt ist, nachdem ich mich gerade erst selbstständig gemacht habe? Ich weiß es nicht. Die Flüge waren allerdings schon gebucht bevor ich mich für diesen Schritt entschieden habe. Und ich bereue es nicht – ich brauche diesen Urlaub und ich nehme ihn mir. Das ist der Vorteil der Selbstständigkeit.

Ich bin gut vorbereitet auf meinen Urlaub.

Ich habe mir Gastautoren gesucht, die mich auf dem Blog vertreten. Ich habe all meine Ansprechpartner mit denen noch offene Projekte ausstehen darüber informiert, dass ich in Urlaub fahre. Ich habe in den vergangenen Wochen viel fotografiert, getextet und Rechnungen geschrieben. Es ist eigentlich alles gut und in bester Ordnung.

Eigentlich. Für mich bleibt ein gewisses Restrisiko zurück. Nummer Fünfzehn ist mein Baby. Es ist nicht wie in einem Angestelltenverhältnis. Früher habe ich an meinem letzten Arbeitstag eine Übergabe mit meiner Vertretung gemacht, meine Mails und das Telefon umgeleitet, meinen Laptop runtergefahren, das Dienstdandy in die Schublade gelegt und bin gegangen. Nach mir die Sintflut sozusagen. Ich habe keinen Gedanken an meinen Job verschwendet – ich war im Urlaub. Ganz so einfach finde ich es heute nicht mehr – ich bin in Gedanken dann doch irgendwie nicht ganz im Urlaub.

Edit: Jetzt bin ich wieder zurück. Drei Wochen sind eine wunderbar lange Zeit. Ich bin entspannt, hatte sehr viel Zeit zu überlegen und nachzudenken. Ich komme mit unheimlich vielen Inspirationen und vor allem auch mit sehr viel neuer Energie zurück.
Während die meisten Menschen jetzt entspannt die Osterfeiertage genießen, stehe ich schon wieder am Fotoset und sitze am Schreibtisch. Aber es stört mich nicht – ich habe wieder die Energie und den Tatendrang, den ich in den Wochen vor dem Urlaub so vermisst habe. I´m back.