Eine Stadt, die es vor etwas mehr als 100 Jahren noch gar nicht gab. Tel Aviv.
Ganz anders als Jerusalem, fast wie in einer anderen Welt. Zwei Städte, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch nur 50 km auseinander liegen. Tel Aviv wird häufig als ein kleines Berlin am Meer bezeichnet: hip, jung, voller Streetart, fantastischer Restaurants, Bars und innovativer Startups. Alles korrekt – und doch ist Tel Aviv noch mehr.

Ich Jerusalem aus ein Sammeltaxi nach Tel Aviv genommen – ich bin am Samstag Spätnachmittag in Jerusalem gestartet, noch während des Shabbats und hatte keine andere Möglichkeit die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu verlassen. Und ich mag das Konzept: Man sitzt in einem Kleinbus, kommt mit Einheimischen ins Gespräch, die Reise ist günstig – perfekt für einen Trip mit dem Rucksack.
Und schon am Bahnhof in Tel Aviv ist mir klar geworden: Die Stadt ist ein Schmelztiegel. Ein Auffangbecken – im positiven Sinn – für all die Menschen, in in den konservativen Teilen des Landes keinen Platz finden.

Meine Empfehlungen für Tel Aviv:

Das Little Tel Aviv Hostel
Tel Aviv ist voll von wunderschönen Boutiquehotels, die meisten großen Ketten haben ein Hotel direkt am Strand – ich habe mich trotzdem für ein Hostel entschieden. Für einen Schlafsaal mit acht Betten, mit einem geteilten Badezimmer und einem Innenhof. Das Tel Aviv Hostel war der perfekte Ausgangspunkt für mich: In etwa 15 Minuten war ich zu Fuß am Strand, in der gleichen Zeit am Carmel Market, noch schneller am Rothschild Boulevard – ich habe alles zu Fuß erreichen können und hatte trotzdem eine entspannte Homebase. Die Zimmer, das Bad und die Küche waren super sauber, für das Hostel gibt es eine echte Empfehlung. Wenn man möchte, kann man am Morgen auch für zehn Scheckel dort frühstücken – ich wollte aber die grandiose Foodszene der Stadt entdecken.
Little Tel Aviv Hostel, Yehuda ha-Levi St 51, Tel Aviv-Yafo, 65781, Israel

Sunday Brunch
Direkt an der ersten Ecke auf dem Weg vom Hostel zum Strand ist das Sunday Brunch. Ein kleiner Laden in dem es Sandwiches, Salate, Suppen und Kuchen gibt. Dazu guten Kaffee und ausgesprochen nette Mitarbeiter – also eigentlich alles, was man für einen gelungenen Start in den Tag braucht.
Sunday Brunch, Allenby St 117, Tel Aviv-Yafo, Israel

Tony and Esther
Durch Zufall und eine nette Freundin habe ich von Tony and Esther erfahren. Man geht um drei Ecken, in einen Hinterhof und steht plötzlich in einer Menge gemütlicher kleiner Tische, beleuchtet mit Lichterketten, es spielt leise Musik im Hintergrund. Ein schöner Platz zum Abendessen. Die Karte ist klein und übersichtlich – aber was darauf steht ist richtig lecker. Dazu ein Glas israelischen Weißwein und man hat den perfekten Start in einen langen Abend.
Tony and Esther, Levinsky 39, Tel Aviv-Yafo, Israel

Lalaland Restaurant
Wenn ich in einer Stadt bin, die am Meer liegt – dann möchte ich am Meer sein. Gleich am ersten Morgen in Tel Aviv habe ich mich auf den Weg zum STrand gemacht und dort gefrühstückt. Die Frühstückskarte ist riesig und bietet wirklich für jeden Geschmack etwas. Ich habe mich für frische Minz-Lemonade und hausgemachtes Granola entschieden – fantastisch. Super nice ist übrigens auch die Installation unter den Sonnenschirmen: Aus kleinen Düsen kommt in regelmäßigen eiskalter Wassernebel, bei mehr als 35 Grad um acht Uhr am Morgen eine mehr als angenehme Überraschung.
Lalaland Restaurant, 131, Herbert samuel st.Tel – Aviv, Israel

Ich habe die Tage in Tel Aviv einfach genossen, ich habe mich durch die Straßen treiben lassen, ohne festen Plan, ohne Termine, ohne Stress und Druck. Natürlich gab es viele Kleiigkeiten, die ich gerne sehen wollte. Die Bauhaus Architektur, für die die “weiß Stadt” so bekannt ist. Die fantastische Streetart-Szene. Den alten Hafen. Die vielen kleinen Boutiquen. Das alles habe ich gesehen – aber anders als sonst. Entspannter, gelassener.

Ein Tipp zum Abschluss, ein wenig entspannter Tipp:
Tel Aviv war für mich die letzte Station auf meiner Reise, aus praktischen Gründen. Der Flughafen, auf dem man in Israel aus dem Ausland startet und landet liegt bei Tel Aviv. Ich wollte die Anreise zum Flugahfen so kurz wie möglich halten. Unter anderem, weil ich schon im Voraus gehört habe, dass die Ausreise aus Israel manchmal etwas kompliziert und vor allem langwierig sein kann. Ich habe insgesamt vier Stunden am Flughafen verbracht, war vier Stunden vor Abflug dort – und ich habe es gerade so rechtzeitig zum Boarding geschafft. Man muss durch eine gefühlt nicht mehr enden wollende Anzahl von Sicherheitskontrollen; wieder und wieder wird der Pass kontrolliert, die Einzelteile des Gepäcks untersucht und auseinander genommen. Die Kontrollen haben ihre Richtigkeit und Berechtigung – man muss sie eben nur einplanen. Deswegen mein Tipp: Wirklich wirklich rechtzeitig vor Abflug am Flughafen sein. Es lohnt sich.