Ich habe über die Grenzüberquerunh von Jordanien nach Israel mehr Horrorgeschichten gehört als über die meisten Dinge. Ich habe Freunde, die mehr als fünf Stunden in Befragungen waren. Ich habe Freunde, die für die kommenden zehn Jahre aus Israel gebanned sind.
Bei meinen letzten beiden Einreisen (im letzten Sommer und vor einigen Tagen) hatte ich tatsächlich ganz andere Erfahrungen. Ganz andere. 

Stand der Visa-Informationen: 21. April 2018. 
Die Bestimmungen ändern sich ständig. Um sicher zu gehen solltest du nochmal kurz vor Deiner Abreise bei der Jordanischen Botschaft oder den Konsulaten nachfragen.

Ein- und Ausreise nach Israel über den Flughafen Ben Gurion

Im Sommer habe ich den Weg über den Flughafen gewählt:
Mit einem Zwischenstop in Belgrad bin ich aus Frankfurt geflogen. Ich kam damals am frühen Morgen an und bin nahezu durch die Einwanderung durchmarschiert. Es gab keine Befragung, keine besonderen Kontrollmaßnahmen – nichts. Um ganz ehrlich zu sein gab es nicht mal einen Austausch von irgendwelchen Höflichkeiten oder ein “Guten Morgen”. Das Visum ist für deutsche Staatsbürger kostenfrei und erfolgt “on arrival”.
Bei der Ausreise über den Flughafen war es im Sommer nicht tragisch, aber sehr zeitaufwändig. Man geht durch vier oder fünf verschiedene Sicherheitskontrollen, steht ständig in Schlangen und wird in Gruppen aufgeteilt. Wenn viel los ist, dauert das. Wenn man viel Einzelteile im Handgepäck hat (und weil jedes Teil durchgecheckt wird), dann dauert das, Ich hätte, obwohl ich vier Stunden vor Abflug am Flughafen war, fast meinen Flug verpasst. Das Problem ist, dass die Schalter zur Gepäckaufgabe erst drei Stunden vor Abflug öffnen; noch früher da sein bringt also auch nichts.

Grenzübertritt an der King Hussein Bridge / Allenby Bridge

Und in der letzen Woche habe ich mich für die Variante entschieden, die potenziell noch ein bisschen problematischer ist. Ich habe mich für den Landweg entschieden, für die “mittlere” Grenze an der King Hussein Bridge / Allenby Bridge. Schwierig kann die Grenze sein, weil es die einzige Grenze ist, die auch von den Palästinensern überquert werden kann. Sie kann, sie muss aber nicht. Für mich war auch diese Überquerung vollkommen unproblematisch. Aber auch das war zeitaufwändig: Von Amman nach Tel Aviv habe ich fast fünf Stunden gebraucht.
Man nimmt zunächst ein Taxi von Amman an die Grenze, wartet dann bei der Ausreise auf einen Bus, der einen über die Grenze bringt. Auf der anderen Seite der Brücke bzw. der Grenze gibt es bei der Einreise drei Sicherheitskontrollen. Von der Grenze nimmt man ein geteiltes (oder natürlich auch ein privates) Taxi nach Jerusalem – wer nach Tel Aviv will, muss in Jerusalem nochmal in einen anderen Bus umsteigen..Bei der Ausreise auf dem Landweg muss man mit einigen Kosten rechen:

25 € kostet das Taxi zur Grenze
20 € kostet die Ausreise aus Jordanien
7 € der Bus über die Grenze, zusätzliche 3 € pro Gepäckstück
7 € kostet das Shared Taxi nach Jerusalem
1 € die Straßenbahn vom Damaskus Tor zum Busbahnhof
4 € der Bus nach Tel Aviv

Es gibt die Alternative in Amman einen Bus zu nehmen, der die Passagiere bis über die Grenze nach Israel bringt. Das Ticket kostet ca. 15 € und muss im Vorhinein in Amman besorgt werden. Es gibt auch eine Alternative mit dem Bus von Jerusalem zurück nach Amman zu fahren, das Ticketoffice ist in der Altstadt.

Ausgereist aus Israel bin ich wieder über den Flughafen. In diesem Fall ist die Ausreise aus Israel kostenfrei. Bei einer Ausreise über den Landweg nach Jordanien werden etwa 50 € fällig.
Bei einer Einreise aus Jordanien nach Israel an dieser Grenze musst du Dein Visum schon im Vorhinein organisiert haben. Anders als bei der Einreise über den Flughafen von Amman werden am Grenzübergang keine Visa on Arrival ausgestellt. Die Grenze akzeptiert die Einreise mit Jordan Pass.

  • Jordanische Seite: Einreise So.–Do. 8–20 Uhr und Ausreise 8-14 Uhr, sowie Fr.-Sa. 8 – 13 Uhr.
  • Israelische Seite: So.–Do. 8–24 Uhr, letzte Einreise 21 Uhr. Fr.-Sa. 8 – 15 Uhr, letzte Einreise 12 Uhr.

Grenzübertritt Sheik Hussein Bridge / Jordan River Crossing

Wer im Norden von Israel zB Nazareth und den See Genezareth besucht, für den bietet sich ein Grenzübertriff im Norden an.
Als ich vor zwei Tagen aus Israel nach Jordanien eingereist binm habe ich erstmals diesen Grenzübergang genutzt. Ich habe mich für die Reise von Nazareth nach Amman für einen durchgehenden Bus entschieden – sicherlich die entspannteste Art die Reise anzutreten. Der Bus fährt in beide Richtungen und kostet etwa 20 € pro Strecke, die Tickets müssen im Voraus in Nazareth bzw. Amman gekauft werden. t.
Aktuell ist es so, dass an der Grenze jordanische Visa für die Nationen ausgestellt werden, die sich für ein “Visa on arrival” qualifizieren. Das Visum ist hier günstiger als an anderen Übergängen: Wer für mehr als drei Nächte in Jordanien bleibt, zahlt nur 10 JD, das sind etwa 12 €, bei weniger als drei Nächten bleibt es bei 40 JD für das Visum. Alternativ gibt es die Möglichkeit das Visum vor Abflug auf den jordanischen Konsulaten oder bei der Botschaft in Berlin organisieren. Es besteht auch die Möglichkeit im Konsulat in Ramallah ein Visum zu bekommen.

Die Ausreisegebühren aus Israel sind wesentlich günstiger (100 ILS, das sind etwa 20 €) als an der Grenze.an der Allenby Bridge.

  • Jordanische Seite: So.–Do. 8–22 Uhr und Fr.-Sa. 9 – 20 Uhr.
  • Israelische Seite: So.–Do. 7:00–20:30 Uhr und Fr.-Sa. 8:30 – 18:30 Uhr.

Eine grundsätzliche Empfehlung:

Mach DIr wegen des Grenzübertritts nicht zu viele Gedanken. Ja, es gibt Menschen die stundenlang befragt werden. Menschen die kontrolliert werden und deren komplettes Gepäck auseinander genommen wird. Es gibt auch Fälle in denen die Einreise verwehrt oder die betreffende Person für mehrere Jahre des Landes verwiesen wird. Das kann alles passieren. Wird es aber in der Regel nicht. Rechierchier im Vorhinein, ob eines der Länder in die du bisher gereist bist bei der Einreise Probleme bereiten könnte (der Libanon und der Iran sind solche kritischen Fälle).
Wenn du einer Befragung unterzogen wirst, bleib bei der wahren Geschichte – denk Dir keine Lügen aus. Die Grenzbeamten sind darauf geschult Lügen zu enttarnen.