Ich sitze in Thessaloniki am Tisch und warte auf meinen Lunch. Wenn ich zurück schaue auf die letzte Woche, steigen mir die Tränen in die Augen. So gerne ich auch zurück nach Tel Aviv und dann wieder nach Amman fliege…so schwer fällt es mir diesmal Abschied zu nehmen. 

In der letzten Woche habe ich Kisten gepackt. Aussortiert, weggebracht, in den Keller geräumt. Ich habe Zeit mit Freunden, Familie und vor allem mit meinem Freund verbracht. Ich habe viel gearbeitet, habe zahlreiche administrative Punkte auf einer Liste abgearbeitet…und jetzt habe ich Heimweh.

Kein richtiges Heimweh – ich bin ja noch kaum weg.
Eher einer Nostalgie. Der Wunsch, dass die wunderschöne Woche, die ich zu Hause verbracht habe noch nicht vorbei ist. Das Sehnen nach ein oder zwei Tagen mehr. Mehr Zeit in der vertrauten Geborgenheit, bevor die Ungewissheit wieder Überhand nimmt in meinem Alltag.
Heute morgen wollte ich nicht aufstehen, nicht zum Flughafen fahren und auch nicht in den Flieger steigen. Ich wollte in unserem Appartment bleiben, heute Abend meinen Freund nach der Arbeit treffen und eine Flasche Rosé auf dem Balkon trinken. 

Während ich noch meinen Gedanken nachhänge, trommelt der Regen unerbittlich an die Scheibe. Macht mir die Entscheidung mich aufzuraffen und nicht in meiner Traurigkeit zu versumpfen. Mich nicht weiter hineinfallen zu lassen und die Stadt zu entdecken.
Es ist anders. Anders als die letzten Male, das Abschied nehmen wird nicht leichter. Eher wird es schwieriger, mit jedem Mal. Ich freue mich auf Jordanien und Amman. Ich freue mich auf einige Tage in Israel – einige freie Tage, die sich durch Zufall ergeben haben. Meine Schule hat bis Ende der Woche aus organisatorischen Gründen geschlossen und ich werde die Tage nutzen. Aber ich freue mich auch schon jetzt wieder auf Deutschland – auf die Menschen, die dort auf mich warten. Ende Mai. 44 Tage, 1056 Stunden. Counting.