Jordanien ist per se kein besonders großes Land: Von der nördlichen Grenze mit Syrien bis zum südlichsten Zipfel des Landes am roten Meer sind es etwa sechs Stunden Autofahrt. Keine Ewigkeit. Einen Großteil der touristischen Attraktionen lassen sich sogar mit einem einfachen Tagesausflug von Amman aus erleben – Amman als „Homebase“ von der aus man den Rest entdecken kann. Madaba, Mount Nebo und das Tote Meer zum Beispiel.

Madaba.

Es ist ein Mosaik, das die Stadt auch über die Grenzen von Jordanien hinaus bekannt gemacht hat. Ein Mosaik, das eine alte Landkarte von Palästina zeigt, die älteste, die jemals gefunden wurde. Bereits im sechsten Jahrhundert nach Christus wurde das Mosaik angelegt – durch ein Erdbeben, das die ganze Stadt begraben hat wurde es verschüttet und erst 1180 wieder entdeckt, als die Stadt von Christen wieder besiedelt wurde. Das Mosaik befindet sich in der St. Georgs Kirche mitten in Madaba und kann außerhalb der Gebetszeiten besichtigt werden.
Heute wie damals ist Madaba eine Stadt der Handwerker, im Besonderen berühmt für die hochwertigen und kleinteiligen Mosaike. Wir haben uns einige Ateliers angeschaut und waren wirklich beeindruckt von der Detailverliebtheit der Arbeiten. Wer darüber nachdenkt ein Mosaikbild als Souvenir mitzubringen – Madaba ist die perfekte Anlaufstelle. Die hochwertige Qualität hat aber durchaus ihren Preis.

Mount Nebo.

Die ganze Region rund um Israel, Palästina, Jordanien, Syrien und den Libanon ist voll mit religiös bedeutsamen Orten der drei großen monotheistischen Religionen. Nachdem ich im Sommer bereits in Bethlehem und Jerusalem war und mir die Taufstelle von Jesus von der palästinensischen Seite aus angeschaut habe, wollte ich von Amman aus auch gerne den Berg sehen, von dem aus Gott Moses den ersten Blick auf das gelobte Land gewährt hat.
Und der Blick ist spektakulär. Mit etwas mehr als 800 m ist Mount Nebo einer der letzten Ausläufer einer Gebirgskette, die zum Toten Meer hin abfällt. Man hat – bei gutem Wetter und wenig Wind – einen uneingeschränkten Blick in alle Richtungen und sieht tatsächlich bis nach Jerusalem und Bethlehem. Das gelobte Land. Auf dem Gelände steht übrigens neben einer Kirche mit spektakulären Mosaiken am Boden auch ein Franziskanerkloster, das seit über 800 Jahren ununterbrochen von Mönchen bewohnt ist. Der Öffentlichkeit ist es allerdings nicht zugänglich.
Der Trip lässt sich übrigens perfekt mit einem Ausflug nach Madaba und einem Nachmittag am Toten Meer verbinden.

Das Tote Meer.

Eine Reise nach Jordanien ohne einen Besuch am Toten Meer ist irgendwie nicht komplett, nicht vollständig. Die Erfahrung ist absolut einzigartig und empfehlenswert – ich hatte im Sommer schon mal darüber geschrieben, als ich in Israel war. Ein Nachmittag reicht vollkommen aus um einmal im „Meer“ zu treiben wie ein Korken und sich mit dem Schlamm einzureiben – mehr Zeit braucht man meiner Meinung nach nicht. Die zahlreichen Hotels lassen vermuten, dass viele Menschen anderer Meinung sind und sehr viel mehr Zeit an der Küste verbringen.